Die Bäckerei Welter in Steinberg am See ist wieder zu – nun aber endgültig

In der Nahversorgung in Steinberg am See (Landkreis Schwandorf) klafft wieder eine große Lücke. Die Bäckerei Welter, die bereits seit Monaten in unruhigem Fahrwasser unterwegs war, ist nun endgültig Geschichte.
Irgendwie hatte es sich angedeutet. Denn so richtig rund lief die ehemalige Bäckerei Fritsch seit der Übernahme durch die Bäckerei Welter im Januar 2024 nie. Bereits im November des gleichen Jahres mussten die neuen Betreiber Thomas und Melanie Bittner das erste Mal die Reißleine ziehen.
Akuter Personalmangel zwang das Ehepaar dazu, die Bäckerei, in der neben Brot und Semmeln auch Wurst und Artikel für den täglichen Bedarf verkauft wurden, vorübergehend zu schließen. Im Mai 2025 wagten die Betreiber dann einen Neustart, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten und ohne den Betrieb der Postannahmestelle, die mittlerweile ins gegenüberliegende Rathauscafé eingezogen ist.
Mit Steinbergs Bürgermeister wurde offenbar nicht gesprochen
Doch offensichtlich ließen sich die Personalprobleme bis zuletzt nicht in den Griff bekommen. Bereits zum Jahreswechsel sind die Lichter in der Filiale ausgegangen – und nach Informationen der MZ werden sie wohl auch nicht mehr angehen. Für die Steinberger ist das natürlich alles andere als erfreulich. Schließlich war die Bäckerei Welter der einzige Nahversorger im Ort.
Auch Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) hat die Nachricht über die wohl nun dauerhafte Schließung erreicht. Mit den ehemaligen Betreibern habe es dazu aber keinerlei Gespräche gegeben. Der Rathauschef bedauert die Entscheidung natürlich. Schließlich weiß auch er, wie wichtig ein Nahversorger vor Ort wäre. „Wir sind auch schon dabei, Abhilfe zu schaffen“, beteuert Bemmerl.
Doch das sei in der Praxis gar nicht so einfach. Man habe bereits mehrfach Gespräche mit Bäckereien im Umkreis geführt, bisher ohne Erfolg. Die Gemeinde sei auch schon an mehrere Discounter herangetreten. „Wir hätten auch ein geeignetes Grundstück, um darauf einen Vollsortimenter zu bauen“, sagt Bemmerl. Doch der Ort sei schlichtweg zu klein, um das Interesse der bekannten Lebensmittelketten zu wecken. „Vielleicht findet sich ja noch ein Privatunternehmer, der ein solches Projekt realisieren möchte“, hofft Bemmerl.
Selbstbedienungsladen oder Verkaufswagen im Gespräch
Es gebe aber noch andere Möglichkeiten, die wenigstens etwas Abhilfe schaffen würden. Der Bürgermeister denkt dabei zum Beispiel an einen Selbstbedienungsladen oder einen Verkaufswagen, der zumindest an ein oder zwei Tagen im Ort hält – wie es beispielsweise bei der Metzgerei Wilhelm aus Teublitz der Fall sei. Jeden Donnerstag macht diese Station in Steinberg und verkauft dort für mehrere Stunden frische Wurstwaren. „Der letzte Ausweg wäre ein Bürgerbus, der regelmäßig zum Globus fährt“, konstatiert Bemmerl.
Der letzte Ausweg wäre ein Bürgerbus, der regelmäßig zum Globus fährt.Harald Bemmerl, Bürgermeister von Steinberg
Das Pächter-Ehepaar Bittner wollte sich auf Nachfrage indes nicht zur Bäckerei-Schließung äußern. Nach Informationen der Mittelbayerischen wurde der Pachtvertrag mit der Firma Welter zum Jahresende im beidseitigen Einvernehmen gekündigt.