Amazon-Logistikpark im Kreis Kelheim: Argumente der Bürgerinitiative dringen nicht durch

Die Mammutsitzung des Rohrer Gemeinderats, bei der Stellungnahmen zur Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Logistikpark Stocka im Landkreis Kelheim abgewogen werden, ging am Dienstagabend weiter. Das Besucherinteresse war geringer als am Montag.
Video aus dem Jahr 2023
Die rund dreieinhalbstündige Sitzung lief ähnlich wie die vom Vortag ab. Langen, monologartigen Vorträgen, in denen abwechselnd Bürgermeisterin Birgit Steinsdorfer und der Geschäftsleiter im Rathaus Bernhard Loibl Abwägungen zu den Stellungnahmen vorlasen, folgten einstimmige Beschlüsse, in denen die Gemeinderäte für die jeweilige Abwägung votierten. Da benötigte der Zuschauer Sitzfleisch und Konzentrationsfähigkeit, um dem Geschehen folgen zu können. Spätestens nach der Pause, die nach den ersten zweieinhalb Stunden eingelegt wurde, waren die Besucherränge deutlich gelichtet.
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Rohrer Räte teilen Befürchtungen nicht
Im Mittelpunkt des Dienstags standen Stellungnahmen von Bürgerseite. Allein die Abarbeitung des umfangreichen Schreibens der Bürgerinitiative Region Abensberg und benachbarte Gemeinden und Orte zur Verhinderung eines Logistikparks in der Gemeinde Bachl dauerte rund 90 Minuten.
Die Initiatoren der Initiative hatten, wie berichtet, mehrfach angekündigt, Kritikpunkte aus verschiedensten Themenbereichen zusammentragen zu wollen. Allein – mit ihren Argumenten drangen sie im Rohrer Gemeinderat nicht durch. Auch ihre Kritikpunkte führten nicht etwa dazu, dass es im Rat zu einer Debatte für oder wider Logistikpark gekommen wäre. Am Dienstagabend gab es keine einzige Wortmeldung. Befürchtungen, etwa hinsichtlich Konkurrenz um die Arbeitnehmer oder Einfluss auf das Landschaftsbild, teilen die Räte nicht. Vielmehr wies man in der Abwägung hin, die 2900 angepeilten Arbeitsplätze würden helfen, dem Stellenabbau im Automobilbereich entgegenzuwirken.
Kein Anspruch auf Bestand der Landschaft
Sicherlich gebe es Auswirkungen auf naheliegende Orte wie Bachl. Aber es gebe laut der vorgetragenen Abwägung keinen Anspruch auf Bestand bestehender Landschaft und Bebauung. Und das Landschaftsbild sei ja schon von der nahen Autobahn negativ beeinflusst. Und die Aussage ganz am Ende der Sitzung, dass nicht nur Autoabgase, sondern auch Pollenflug und Saharastaub die Luft beeinträchtigen, sorgte für Schmunzeln im Saal – nicht nur bei den noch verbliebenen Zuschauern.