Nach 20 Jahren Pause: Treffelsteiner Hotel Katharinenhof soll 2026 wiedereröffnen

Von Theresa Baumann · 13. Januar 2026 um 19:00

Durchhaltevermögen: Das ist es, was Maklerin Elke Probst bei der Vermittlung des Hotels Katharinenhof in Treffelstein (Landkreis Cham) brauchte. Über zwanzig Jahre hinweg war sie immer wieder mit der Verkäuferin und über 60 Interessenten in Kontakt. Verkauft wurde das ehemalige Zollhaus nie – bis jetzt. Nun ist die Übernahme beinahe besiegelt. Das hat das Unternehmen aus der fränkischen Schweiz vor.

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Für Axel Pötsch und Elke Schädlich ist der Katharinenhof nicht ihr erstes Hotel. Das Ehepaar ist seit über 25 Jahren im Tourismus tätig. Sie besitzen und betreiben die Draisinenbahnen im Raum Berlin mit eigenen Bahnstrecken, Bahnhöfen und Gaststätten. Ihnen gehören mehrere Hotels und Pensionen in der Fränkischen Schweiz – wo Pötsch aufgewachsen ist. Ohne lange Umschweife haben sie nun vergangene Woche die Hotelanlage in Treffelstein gekauft.

Unternehmer aus der fränkischen Schweiz wollen Hotel wachküssen

Gesehen, überzeugt, unterschrieben: Beinahe so schnell spielte sich der Kauf des Hotels für Pötsch und Schädlich ab. Knapp einen Monat, nachdem Schädlich die Verkaufsanzeige online entdeckt hatte, unterzeichnete er den Kaufvertrag beim Notar. „Das war noch Ende 2025“, sagt Pötsch. Wenn das Hotel abschließend in seinen Besitz übergegangen sei, wolle das Paar beginnen, das Hotel zu überarbeiten.

„Wir wissen, dass das in Bayern immer recht schnell geht“, meint Pötsch. Er rechne damit, im Februar mit den geplanten Arbeiten beginnen zu können. Aber wie passt das Treffelsteiner Hotel nun in sein Unternehmensbild?

„Für uns ist das ganz normal. Wir haben mehrere Hotels. Nur unsere operative Verwaltung ist in der fränkischen Schweiz. Das ist eine geringe Distanz zu unserem neuen Objekt“, sagt der Unternehmer. Er und seine Frau seien immer auf der Suche nach Objekten, die eine wirtschaftliche Betriebsgröße hätten. Pötsch wundert sich, wieso der Katharinenhof überhaupt so lange leer gestanden sei. Auch der ehemalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß war dort bereits Gast.

Sobald wir wissen, was zu tun ist, geht es sehr schnell. Wir wollen uns nicht verwirklichen und alles anders machen, sondern wir wollen das Hotel mit Gefühl anpassen.Axel Pötsch, Unternehmer

Laut Pötsch passe die nostalgische Einrichtung des Hotels gut zu dem ländlichen Ambiente. „Das Potenzial ist da. Wir müssen das Hotel nur wieder wachküssen.“ Und damit will er gleich nach dem Besitzübergang beginnen.

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Um zum Saisonbeginn 2026 eröffnen zu können, gehen die Unternehmer mit ihrem eigenen Bauteam an die Arbeit. Die Finanzen stemmen sie selbst. Pötsch sieht sein Unternehmen für diese Herausforderung gewappnet.

„Sobald wir wissen, was zu tun ist, geht es sehr schnell. Wir wollen uns nicht verwirklichen und alles anders machen, sondern wir wollen das Hotel mit Gefühl anpassen.“ Weil das Hotel noch im analogen Zeitalter stehen geblieben sei, müssten die Zimmer überarbeitet und digitalisiert werden. „Auch technisch und behördlich muss das Hotel in die Gegenwart gebracht werden.“

Über zwei Jahrzehnte blieb das Ehepaar Wallner dem Hotel treu und kümmerte sich um seine Instandhaltung, während es geschlossen war. - Foto: Elke Probst

Immobilie lockte über 60 Interessenten

Maklerin Elke Probst, die seit der Schließung 2006 mit dem Objekt betraut war, verzeichnet mit dem Verkauf einen Meilenstein. Immer wieder hatte sie mit der Familie Schmitt-Wenz im Kontakt gestanden. Seit 1943 befand sich das Hotel, das eingangs ein Zollhaus war, in deren Besitz.

„Nach der Schließung hatte man sich vorgetastet und die Verkaufsaktivitäten immer mehr verstärkt“, sagt Probst. Auch andere Makler seien hinzugezogen worden. Gut 60 Interessenten hätten sich bei ihr gemeldet, nur zum Verkauf wäre es nie gekommen.

Die Eigentümerin hing einfach sehr an dem Hotel.Maklerin Elke Probst

„Die Eigentümerin hing einfach sehr an dem Hotel“, sagt Probst. Die Eigentümerin sei dort aufgewachsen, habe das Hotel mit aufgebaut und es geführt. Im vergangenen Sommer hätte es dann ein „ernstes Gespräch“ gegeben. Diesmal sollte es wirklich verkauft werden, erzählt Probst.

Dass dieser Schritt nun tatsächlich geschafft ist, sei auch dem Ehepaar Wallner zu verdanken, das das Hotel auch während der Schließung in Schuss gehalten hatte. Die Waldmünchner Maklerin spricht von einem Glück, Käufer gefunden zu haben, die den Katharinenhof „wie in alten Zeiten weiterbetreiben“.

Besitzerin verkauft Hotelanlage wegen eines Schlaganfalls

„Wenn die das wirklich so weiterführen, dann freut’s mich“, sagt Sabine Gaumann. Sie ist die Tochter der Eigentümerin des Hotels. Ihrer Mutter stand sie während des Verkaufs als ausführende Kraft zur Seite. Die Käufer selbst hat Gaumann noch nicht persönlich getroffen. Was diese mit dem Hotel vorhätten, wisse sie nicht.

Gaumanns Mutter hatte kürzlich einen Schlaganfall erlitten, weshalb sie sich nach 20 Jahren zu dem Verkauf durchgerungen habe. „Das Hotel trägt die Handschrift meiner Großmutter, meiner Mutter und auch von mir. Das war das Elternhaus meiner Mutter. Sie konnte sich davon nur schwer trennen“, erzählt Gaumann. Ihre Mutter müsse sich mit dem Verkauf nun „innerlich auseinandersetzen“.

Gaumann weist darauf hin, dass der Verkauf aber noch nicht zu 100 Prozent vollendet sei. „Im Moment geht alles seinen Behördenweg. Der Besitzübergang muss noch vollzogen werden.“ Probst geht allerdings davon aus, dass dem nichts im Wege steht.