Das wollen die Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Schwandorf 2026 bewegen

Auch nach der vorgezogenen Neuwahl am 23. Februar 2025 wird der Wahlkreis Schwandorf von drei Bundestagsabgeordneten vertreten. Martina Englhardt-Kopf (CSU) ist Teil der aktuellen Bundesregierung, Tina Winklmann (Grüne) und Reinhard Mixl (AfD) sitzen jeweils in der Opposition. Alle drei Abgeordneten haben nun das vergangene Jahr Revue passieren lassen und blicken auf die drängendsten politischen Themen 2026.
Martina Englhardt-Kopf (CSU) ist mit der bisherigen Regierungsarbeit zufrieden, sieht aber auch Verbesserungsbedarf
Wenn die CSU-Politikerin eine Schulnote für die aktuelle Bundesregierung geben müsste, wäre es eine solide drei. Sie sagt aber auch, dass noch große Kraftanstrengungen dringend notwendig seien. „Natürlich ist viel Luft nach oben.“ Doch die Koalition aus SPD und Union habe in der kurzen Zeit schon Vieles auf den Weg gebracht. MEK, wie Martina Englhardt-Kopf von Parteifreunden genannt wird, nennt hier beispielsweise die Erhöhung der Pendlerpauschale, die Einführung der Aktivrente sowie die Mütterrente, die schon beschlossen ist und im nächsten Jahr in Kraft treten soll.

Außerdem wurde unter Führung von CDU/CSU und SPD die Mehrwertsteuer in der Gastronomie gesenkt und die Agrardieselrückvergütung zur Entlastung der Landwirte zurückgebracht. Dabei hat laut MEK die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner gut funktioniert. Natürlich habe es auch einige härtere Auseinandersetzungen gegeben. „Wir wissen aber, dass wir liefern müssen. Denn eine Alternative gibt es nicht.“
Wir wissen aber, dass wir liefern müssen. Denn eine Alternative gibt es nicht.Martina Englhardt-Kopf (CSU)
Deutliches Verbesserungspotenzial sieht die Politikerin beispielsweise in puncto Reformen. „Das muss einfach schneller gehen“, sagt sie mit Blick auf die grundlegenden Veränderungen bei der Rente. Außerdem müsse man den Bundeshaushalt in den Griff bekommen. Daneben gebe es viele Sorgen innerhalb der Bevölkerung, etwa den Schutz der kritischen Infrastruktur, die eigene Verteidigungsfähigkeit und die Wirtschaft. „Wir sind als Standort Deutschland zu teuer. Wir müssen die Energiekosten senken und die Bürokratie dringend abbauen“, konstatiert MEK.
Sie selbst fühlt sich in ihrer neuen Rolle wohl. Im Mai 2025 wurde Englhardt-Kopf zur Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat ernannt. Neben ihren üblichen Aufgaben als MdB muss sie nun viel Zusatzarbeit schultern. Dazu zählt die Unterstützung des Bundeslandwirtschaftsministers Alois Rainer bei politischen Aufgaben sowie dessen Vertretung. Häufig nimmt die Schwandorferin deshalb auch auf der Regierungsbank Platz, während ihre beiden Kollegen aus dem Wahlkreis Plenardebatten halten.
Für ihre Heimat will sich die CSU-Politikerin unter anderem für neue THW-Unterkünfte einsetzen. Aber auch die Stärkung des Mittelstands, Investitionen in die Bundeswehr und die Bahn stehen auf ihrer Agenda.
Tina Winklmann (Grüne) sieht bei der aktuellen Bundesregierung „akute Versetzungsgefahr“
Ein denkbar schlechtes Zeugnis stellt der neuen Bundesregierung Tina Winklmann von Bündnis 90/Die Grünen aus: „Es besteht akute Versetzungsgefahr.“ Sie vermisst Zukunftsvisionen, unter anderem für soziale Absicherung und die Wirtschaft. Es werde zu wenig dafür getan, die Betriebe zukunftsfähig zu gestalten und die Standortsicherung zu gewährleisten. „Es fehlt die Unterstützung für die kleinen und mittleren Betriebe, das Handwerk und die bäuerliche Struktur“, sagt Winklmann. Außerdem seien keine Ansätze erkennbar, um die Entbürokratisierung voranzutreiben. Und der Klimaschutz fehle auf der Agenda der aktuellen Regierung komplett.

Positiv bewertet sie, dass einige wichtige Punkte der Regierungsarbeit der Grünen weitergeführt würden. Die Politikerin nennt hier das Gebäudeenergiegesetz, das jetzt Gebäudemodernisierungsgesetz heißt. Außerdem sei die Einführung eines Industriestrompreises, um stromintensive Firmen zu entlasten, begrüßenswert. „Die Idee dazu stammt aus unserer Regierungszeit und wurde jetzt übernommen und umgesetzt.“
Es fehlt die Unterstützung für die kleinen und mittleren Betriebe, das Handwerk und die bäuerliche Struktur.Tina Winklmann (Grüne)
Als drängendste Themen 2026 sieht sie die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des Wirtschaftsstandorts. Erneuerbare Energien müssten weiter ausgebaut werden. Die innere und äußere Sicherheit Deutschlands müsse ebenfalls gestärkt werden.
In ihrem Wahlkreis will sich Tina Winklmann weiter für das Handwerk und die Landwirtschaft einsetzen. Außerdem müssten Plätze der Begegnung wie Sportplätze, Sportheime und Kultureinrichtungen gefördert werden. Inklusion und klare Kante gegen Hass und Hetze findet sie ebenfalls wichtig.
Um das zu erreichen, sei auch eine starke und demokratische Oppositionsarbeit nötig. Der Einfluss der Grünen sei für die Arbeitsfähigkeit der aktuellen Regierung essenziell.
Reinhard Mixl (AfD) pflichtet seiner Oppositionskollegin bei. Für die Große Koalition gibt er die Note fünf
„Wichtige Herausforderungen – insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Migration und innere Sicherheit – wurden aus meiner Sicht nicht gelöst, sondern vielfach verschärft“, sagt Mixl zur bisherigen Leistung der Bundesregierung. Außerdem fehle es an klarer Prioritätensetzung zugunsten der Bürger und einer wirtschaftlichen Stabilität des Landes. In der Berliner Politik vermisst der AfD-Abgeordnete die Belange des ländlichen Raums, die Entlastung der mittelständischen Betriebe sowie eine realistische Sozial- und Rentenpolitik. „Auch eine ehrliche Debatte über die Folgen ungeregelter Migration wird weiterhin vermieden.“

Lobende Worte findet Mixl hingegen für die Arbeit seiner eigenen Partei. „Die AfD hat auch im vergangenen Jahr konsequent die Rolle der kritischen Opposition wahrgenommen“, sagt der MdB. Außerdem habe die Alternative „ignorierte Themen“ wie Migration, Energiepolitik und Meinungsfreiheit im Bundestag zur Debatte gebracht. Der Arbeit der aktuellen Regierung kann er hingegen weniger abgewinnen. „Einzelne Ansätze zur Stärkung der inneren Sicherheit sowie punktuelle Entlastungen für Kommunen sind grundsätzlich richtig. Allerdings bleiben diese Maßnahmen aus meiner Sicht halbherzig und ohne nachhaltige Wirkung“, sagt Mixl.
Auch eine ehrliche Debatte über die Folgen ungeregelter Migration wird weiterhin vermieden.Reinhard Mixl (AfD)
Für das Jahr 2026 sieht der AfD-Politiker besonders bei der Migrationspolitik, der Sicherung bezahlbarer Energie, der Stärkung der inneren Sicherheit sowie der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Handlungsbedarf. „Auch der Missbrauch der sozialen Systeme muss dringend angegangen werden.“
In seiner Heimat will Mixl in diesem Jahr den Fokus darauf legen, die Anliegen der Bürger direkter in die parlamentarische Arbeit einzubringen. Außerdem möchte er sich für die Förderung der regionalen Wirtschaft, den Erhalt der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum sowie für eine verlässliche Infrastruktur einsetzen.