Johannes Breu über die Herausforderung das Further Blasorchester zu leiten

Früh im Jahr der erste musikalische Höhepunkt: Das Further Blasorchester lädt zum traditionellen Jahreskonzert ins Tagungszentrum ATT. Bandleader Johannes Breu gibt einen Ausblick auf das Konzert und erklärt, warum Dirigent sein weit mehr ist, als „mit einem Stöckchen vor der Band herumzufuchteln“, wie er selbst sagt.
So zumindest müsse es für viele, die nicht in der Materie stecken, aussehen, glaubt Breu, der auch Bandleader der Landkreismusikschule ist. Stimmt, genau so sieht es für mich aus. Doch der Veranstaltungsabend ist für den Dirigenten nur das Ergebnis einer langen Vorbereitungszeit.
Zwei Fixtermine im Jahr
Es sind im Vorfeld viele Aufgaben zu erledigen, die im Hintergrund ablaufen. Organisieren, auswählen, welche Stücke gespielt werden und wie arrangiert. Das Musikstück ist das eine. Wichtiger noch ist, von welcher Big Band es interpretiert wurde. Da gibt es große Unterschiede in Bezug auf die Schwierigkeit und es muss zur Further Big Band passen.
Drei Monate vor dem Auftritt haben die Proben begonnen, einmal in der Woche trifft sich die ganze Mannschaft. Zusätzlich stimmen sich die einzelnen Gruppen, zum Beispiel die Bläser, in Satzproben aufeinander ab. Ein Dirigent muss alle Stimmen kennen und Schwierigkeiten beheben, wenn sie auftreten. Kein einfacher Job für einen 27-Jährigen, der lauter gestandene Musiker vor sich hat. Nach dem Tod seines Vaters, der die Band vorher geleitet hat (wir berichteten), ist er ganz und gar angekommen. Das habe sich auch noch einmal beim letztjährigen Auftritt bei der Landesgartenschau manifestiert. „Ich bin unter den Leuten dankbar aufgenommen worden, meine Vorstellungen werden gerne angenommen.“ Er habe das große Glück, dass er mit Musikern zusammenarbeiten dürfe, die nicht nur sehr gut, sondern darüber hinaus empathisch sind. Drei Monate im Proberaum und dann nur einen großen Auftritt – ist das nicht frustrierend? Ganz so ist es nicht, es folgt auch noch ein Gastspiel bei den Kurparkkonzerten in Bad Kötzting. Wenn sich etwas ergibt, können zu den beiden fixen Terminen auch noch weitere dazu kommen. Allerdings ist es gar nicht so einfach, gemeinsame Termine zu finden. Die meisten Bandmitglieder sind keine Berufsmusiker, haben ein reguläres Arbeitsleben. Breu sagt, es ist schon nicht selbstverständlich, dass das immer vor dem Jahreskonzert klappt, lobt er das ganze Ensemble.
ch bin unter den Leuten dankbar aufgenommen worden, meine Vorstellungen werden gerne angenommenJohannes Breu
Am Sonntag erwartet die Gäste im ATT natürlich wieder der beliebte Big Band-Sound, dem wird man treu bleiben. Allerdings hat Breu einige neue Arrangements besorgt. Aber es soll diesmal auch einige modernere Stücke geben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Gesang.
Neues bei den Zugaben
So wird Kathi Fischer Powernummern wie „I will survive“ und „A natural woman“ schmettern. Auch Instrumentalstücke wie Stevie Wonders „Sir Duke“ wurden geprobt. Was genau, will Breu, der am Musik College in Regensburg und Jazz-Trompete in Nürnberg studiert hat, nicht verraten, aber er kündigt für die Zugaben eine Neuerung an. Los geht es am Sonntag, 11. Januar, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr). Karten sind zum Preis von 16 Euro (ermäßigt: zehn Euro) an der Abendkasse erhältlich. Die Band: Leitung: Johannes Breu. Rhythmusgruppe: Siegi Mühlbauer (Schlagzeug), Carlo Duo (Bass), Cyrus Saleki (Gitarre), Ludwig Lankes (Klavier), Martin Liegl (Gesang) und Kathi Fischer (Gesang). Saxofone: Rebecca Karl, Johanna Treimer, Jürgen Vogl, Lutz Kluge und Matthias Drescher. Posaunen: Maximilian Kramer, Alex Dietl, Bernhard Lotter und Hans Ramsauer. Trompeten: Helmut Schreiner, Sylvia Karl, Franziska Eibl und Anja Weinzierl.