Regensburg wappnet sich für Glatteis und Schnee: Tief Elli im Anmarsch – Schulen und Kitas zu

Von Heike Haala · 8. Januar 2026 um 18:25

Mit drei Tagen hätte es ohnehin eine kurze Woche an den Schulen werden sollen. Nun aber ist klar: Schüler in Stadt und Landkreis Regensburg werden es nur auf zwei Tage Präsenzunterricht bringen. Denn der fällt am Freitag wegen Sturmtief Elli flach. Auch die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen sind betroffen.

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Eine entsprechende Meldung hatte das Bayerische Kultusministerium auf einem Portal veröffentlicht, mit dem es über Ausfälle des Präsenzunterrichts informiert. Ob an den Schulen Distanzunterricht stattfinde, entscheide die jeweilige Schulleitung, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts. Schüler, die dennoch zur Schule kommen oder für die kurzfristig keine andere Betreuung organisiert werden könne, sollen vor Ort von Lehrkräften betreut werden, kündigt die Behörde weiterhin an.

Notbetreuung in Kitas

Städtische Kitas, Kinderhäuser und Horte sowie Mittagsbetreuungen bleiben ebenfalls geschlossen, es gebe aber eine Notbetreuung, hieß es am Abend in einer Pressemitteilung der Stadt. Der Unterricht der städtischen Sing- und Musikschule finde regulär statt. Die Chor-, Sing-, Flöten- und Trommelklassen an den Grundschulen entfallen. Zuletzt waren die Regensburger Schulen und Kitas im Januar vor zwei Jahren einen Tag wegen Glatteis dicht.

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Seit Tagen warnen Nachrichtensprecher und Wetterdienste vor Sturmtief Elli. Nun könnten nicht nur die Schulfamilien die Auswirkungen dieser Wetterlage zu spüren bekommen, sondern alle Regensburger – und zwar in Form von Glatteis und Schnee. In welcher Intensität, wird sich zeigen. Straßenmeistereien, Polizei und Verkehrsbetriebe sind gewappnet.

Ein städtischer Mitarbeiter streut Salz auf dem Neupfarrplatz. - Foto: Daniel Steffen, Archiv

Am Donnerstag warnte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Freitag erst vor Frost, dann auch vor Glatteis und schließlich weiterhin vor Schnee. Was das bedeuten könnte, schilderte Markus Michl, meteorologischer Assistent im Münchner Büro des DWD. „Es kommt darauf an, ob die Niederschläge auf Schnee fallen oder nicht“, sagt er. Sollte der Regen auf Schnee liegenbleiben, sei das nicht so dramatisch, sollte der Untergrund aber etwa Asphalt sein, werde der Niederschlag als Glatteis darauf festfrieren, prognostizierte der Wetterexperte. In diesem Fall könne sich die Lage auch erst am Vormittag entspannen – erst dann sei mit milderen Temperaturen und Trockenphasen zu rechnen. In der Vorabinformation des DWD war von möglichen starken Einschränkungen im Schienen- und Straßenverkehr die Rede. Deswegen hieß es für die Mitarbeiter des städtischen Winterdienstes in der vergangenen Nacht: Rufbereitschaft. Bereits am Mittwoch sei dies laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle veranlasst worden. Durch diese Anordnung könnten ab 3 Uhr morgens rund 180 Mitarbeiter sowie etwa 40 Fahrer von Groß- und Kleinräumfahrzeugen alarmiert werden. Im Einsatz seien sie dann ab 3.30 Uhr.

Ende November fiel der Busverkehr im Stadtgebiet nach Schneefällen und Glatteis trotz eines Volleinsatzes beim Winterdienst aus, was Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk als absolute Seltenheit bezeichnet. Wegen Elli rechnet er auch am heutigen Morgen mit Beeinträchtigungen. Auf Teilstrecken wie steileren Bergauf- oder Bergab-Passagen könne es passieren, dass die ein oder andere Fahrt entfalle. Wann und wo es wie glatt wird, konnte Gottschalk nicht sagen. „Wir sind aber auf alle Szenarien eingestellt und werden entsprechend an den Haltestellen über die Anzeiger informieren“, versprach er.

Am Donnerstagnachmittag habe es laut einer Sprecherin der Bahn keine witterungsbedingten Einschränkungen in Bayern gegeben – im Unterschied zu Norddeutschland, wo Fern- und Regionalzüge ausfielen. Sie verwies auf die online verfügbaren Fahrpläne. Generell könnten Schnee und Eis bei der Bahn im schlimmsten Fall Weichen blockieren, Oberleitungen lahmlegen oder Gleise zuschneien.

Auch wenn am Donnerstag noch nicht absehbar war, wie hart Elli Regensburg treffen wird, warnten die Chefs zweier Notaufnahmen davor, die Wetterlage auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wir appellieren an die Vernunft der Bevölkerung, die Wetterlage ernst zu nehmen, vorsichtig zu handeln und sich sowie andere nicht unnötig zu gefährden“, sagte Dr. Felix Rockmann, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Notfallzentrums am Krankenhaus Barmherzige Brüder. Kopfplatzwunden, Bänderdehnungen oder Brüche seien typische Verletzungen bei Glatteis, erklärte Dr. Andreas Hüfner, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme am Caritas-Krankenhaus St. Josef. Besonders häufig seien Brüche am oder in der Nähe des Handgelenks, seltener, aber schwerwiegender Stürze auf den Kopf oder die Hüfte mit möglichen Folgen wie einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder einem Oberschenkelhalsbruch. „Ich kann daher nur empfehlen, bei Glatteis zu Hause zu bleiben, falls das möglich ist – oder erst rauszugehen, wenn bereits gestreut ist“, sagte Hüfner.

Feste Schuhe und Spikes

Menschen, die vor die Tür müssen, riet er zu festem Schuhwerk, Spikes und dem so genannten Pinguin-Gang: „Sehr langsame und kleine Schritte zu machen, sich quasi über den Boden zu schieben“, erklärte er. Jonas Krauß, Pressesprecher am Polizeipräsidium Oberpfalz, nannte eine vorausschauende Fahrweise und gegenseitige Rücksichtnahme als Tipps. Bei den angekündigten Witterungsverhältnissen sei dies unerlässlich. Schnee, Eis und Glätte könnten das Fahrverhalten des Fahrzeugs wesentlich beeinträchtigen.

Am Freitag sollen die Niederschläge laut Michl vom DWD weitergehen. Je nach Temperatur könne dies auch zu ergiebigen Schneefällen führen.