DNA-Probe bringt Sicherheit: Wolf reißt am Kötztinger Stadtrand ein Reh

Von Alois Dachs · 28. Dezember 2025 um 19:00

Wie nahe kommt der Wolf den Menschen? Diese Frage stellt sich nicht nur nach dem jüngsten Auftauchen zweier Jungwölfe bei Altmannstein im Landkreis Eichstätt, sondern auch nach einem nachgewiesenen Wolfsriss im Jagdrevier Gehstorf, am Stadtrand von Bad Kötzting im Landkreis Cham.

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In unmittelbarer Nähe einer Siedlung hat vor gut einem Monat ein einzelner Wolf ein Reh gerissen und – beobachtet und dokumentiert von einem Jäger mit der Wärmebildkamera – innerhalb einer Nacht fast komplett gefressen. Der Vorfall ereignete sich auf einer Wiese beim Bachhäuser Weg, wo der Wolf das Reh riss und sich die gesamte Nacht über an dem Wildtier gütlich tat.

Bis zu zehn Kilo Fleisch

Für den Luchs- und Wolfskoordinator der BJV-Kreisgruppe Bad Kötzting, Heinrich Moser, ist nachvollziehbar, dass nach einigen Stunden nur noch abgenagte Knochen und das Fell des Rehes übrigbleiben. „Wölfe sind in der Lage, bei einer Mahlzeit bis zu zehn Kilogramm Fleisch aufzunehmen“, weiß Moser. Um einen eindeutigen Nachweis über den „Täter“ zu führen, wurde eine DNA-Probe entnommen.

Der Luchs- und Wolfskoordinator der BJV Kreisgruppe Bad-Kötzting konnte damit nachweisen, dass es sich eindeutig um einen Wolf und nicht um einen Hybriden (Kreuzung zwischen Wolf und Hund) handelte. Die veterinärmedizinische Universität Wien bestätigte, dass die DNA dem genetischen Profil von Wölfen aus der nördlichen Quellpopulation entspricht.

Kein Hinweis auf Rudel

Die Jägerschaft geht davon aus, dass es sich um denselben Wolf handelt, der bereits mehrfach im Bereich Lamer Winkel bis Rittsteig und nun auch in Bad Kötzting gesichtet wurde. Kurz vor Weihnachten wurde der Wolf erneut mit einer Wildkamera im Bereich Osser erfasst. Hinweise auf eine Rudelbildung liegen bislang nicht vor.

Die Jägerschaft der BJV Kreisgruppe Bad-Kötzting wird auch künftig die Öffentlichkeit über Vorkommnisse mit Wölfen informieren. Um ein aktuelles und genaues Bild der Wolfsaktivitäten zu erhalten, bittet der Vorsitzende Roland Heigl darum, alle relevanten Beobachtungen dem Wolfskoordinator Heinrich Moser, Tel. (0 99 43) 33 17, E-Mail heinrich_moser@web.de, zu melden.