Ein Abend voller Überraschungen: 42. Weihnachtskonzert der Stadtkapelle Neunburg

Von Ralf Gohlke · 28. Dezember 2025 um 05:00

Alle Jahre wieder – zum 42. Mal präsentierte die Stadtkapelle am ersten Weihnachtsfeiertag ihr traditionelles Weihnachtskonzert vor ausverkauftem Haus. Bei der Programmzusammenstellung stehen die Verantwortlichen jedes Jahr wieder vor der gleichen wichtigen Frage, die sich auch in den Familien und unter Freunde stellt: Was kommt bei den Geschenken besser an – Wünsche erfüllen oder Überraschungen anbieten? Die Stadtkapelle hat sich für letzteres entschieden und lag damit beim Publikum genau richtig.

Zu den größten Überraschungen zählte dabei, dass die Musiker nicht nur mit ihren Instrumenten immer besser werden, sondern auch stimmgewaltig ihre musikalisches Können unter Beweis stellten. Keine Überraschung war es dagegen, dass das über 60-köpfige Ensemble, unter der Führung seines Dirigenten und musikalischen Leiters, Markus Held, in der Qualität seines Programms erneut die oft zitierte „Schippe“ drauflegen konnte.

Ganz kurz hielt die Vorsitzende des Vereins Stadtkapelle, Magdalena Zach, die namentliche Begrüßung zahlreicher Gäste des Abends, bevor sie sich an ihren angestammten Platz im Schlagwerk-Register zurückzog. Die bekannten Lieder „Tochter Zion“, „Es ist ein Ros entsprungen“ und „Oh, du Fröhliche“, zusammengefasst in einem Arrangement von Guido Renner, unter dem Titel „Adventstimmung“, bildete den Einstieg in einen grandiosen Konzertabend.

Durch Programm geführt

Eine weitere Überraschung war die Stimme und die Person von Erwin Bucher als Moderator. „Ich bin nach einer selbst verordneten, längeren Pause wieder gern bei Ihnen und freue mich darauf, Sie durch das Programm führen zu dürfen“, betonte er. Die Anmoderation der Titel enthält immer viele Hintergrundinformationen zu den Komponisten und Arrangeuren, aber auch Tipps, worauf bei der Umsetzung durch das Orchester besonders zu achten ist.

Ich bin nach einer selbst verordneten, längeren Pause wieder gern bei Ihnen und freue mich darauf, Sie durch das Programm führen zu dürfen.Erwin Bucher, Moderator

„Weinachten durch den Spiegel“ – im Original „Minor Alternations“, von David Lovrien, lautete das zweite Stück des Abends, bei dem durchaus vertraute Weihnachtsstimmungen und -melodien neu gedacht, mit überraschenden Harmonien und spannenden Wendungen präsentiert wurden. Zu dem Lied „Christmas Lullaby“, von John Rutter, formierte sich die Stadtkapelle ohne Instrumente zu einem Chor. Die Sängerin und Musikpädagogin Romy Börner, hatte dazu die Probenarbeit geleistet und übernahm auch den Dirigentenstab.

Wie Bucher informierte, war das Wiegenlied ursprünglich vierstimmig für den berühmten Bach Choir in London komponiert worden. Es erzählte vom Kind in der Krippe und den Engeln, die es bewachen. Die Musikbegleitung übernahmen Pfarrer Stefan Wagner am Flügel, Sabrina Graßmann an der Flöte, Andrea Tissen mit der Oboe und Thomas Prechtl an der Klarinette.

Nach „Feuerfest!“, einer Polka aus der Feder von Josef Strauß, einem Bruder des Walzerkönigs, und dem Marsch „Graf Waldersee“, von Klaus Örtl, arrangiert von Jos Rijke, und dirigiert vom Ehrendirigenten Anton Lottner, wurde das Publikum in die Pause entlassen.

Stehender Applaus

Ganz im Sinne des Mottos des Abends „ Feuer und Gold – Strahlen der Weihnacht“ spielte das Jugendorchester, unter der Leitung von Hanna Fuß im Anschluss das Lied „Leuchtfeuer“ von Kurt Gäble.

Maximilian und Ludwig (v. r.), moderierten gekonnt die Beiträge des Jugendorchesters nach der Pause. - Foto: Ralf Gohlke

Fast schon professionell und auch mit einer Prise Humor, leiteten die Jungmusiker Ludwig und Maximilian zu den Beiträge aus „Harry Potter und der Feuerkelch“ über und bestätigten schließlich dem Publikum, sich mit seinem Applaus eine Zugabe verdient zu haben.

Mit „On Fire“ (Michael Geissler) ging es dann für das große Orchester weiter. Bucher nannte es „ein mitreißendes Feuerwerk aus Rhythmus, Energie und glänzenden Blechbläsern“. Romy Börner glänzte etwas später als Solistin mit „Gold von den Sternen“ aus dem Musical Mozart von Sylvester Levay, arrangiert von Fritz Neuböck.

Als Solistin brillierte Romy Börner mit einem Titel aus dem Musical Mozart. Dirigent Markus Held führte dazu das Orchester. - Foto: Ralf Gohlke

Den offiziellen Höhepunkt, vor einigen Zugaben, bildete ein energiegeladenes Medley unter dem vielsagenden Titel „Sax, Wind and Funk“, dass die klangliche Vielfalt des Saxophonregisters und der Bläser noch einmal unter Beweis stellte. Dem gemeinsam gesungenen „Stille Nacht“ folgte schließlich der wohlverdiente stehende Applaus in der Schwarzachtalhalle.