Rötzer Christkind mit Bühnenerfahrung: Am besten haben Lara die Krampusse gefallen

Es war gar nicht so einfach, das Geheimnis zu bewahren, ein paar ihrer Freundinnen haben es vielleicht auch schon geahnt. Als Lara Gsellhofer auf dem diesjährigen Rötzer Christkindlmarkt ihren ersten Auftritt als Christkind hatte, blickte sie aber dann doch überwiegend in überraschte Gesichter, erzählt sie.
Beworben für dieses Amt hat sie sich relativ spät, sagt die 14-Jährige, etwa Mitte Oktober. Schon Anfang November habe sie dann Bescheid bekommen, dass sie in diesem Jahr das Rötzer Christkind sein wird. Nachdem sie es bereits im letzten Jahr probiert und damals kein Losglück gehabt hatte, versuchte sie es zum zweiten Mal – das Amt der himmlischen Botin wird in Rötz ausgelost.
Umso größer sei die Freude gewesen, als sie heuer dann von der Schule heimkam und von dem Anruf mit der ersehnten Nachricht erfuhr. „Ich war sehr überrascht“, erzählt Lara. Und die ganze Familie ist stolz und hat sich mitgefreut. Mit ihren Eltern Silke und Markus und ihrem älteren Bruder wohnt sie im Rötzer Süden und besucht die achte Klasse der Schwarzachtal-Mittelschule in Waldmünchen.
Einiges an Bühnenerfahrung
Und die 14-Jährige bringt einiges an Bühnenerfahrung mit, die ihr beim Auftritt auf dem Christkindlmarkt, bei dem sie ihren Prolog vor vielen Besuchern gesprochen hat, sicherlich half: Schon seit dem Vorschulalter ist sie bei der Märchenzeit auf dem Schwarzwihrberg mit dabei, zuerst bei der Märchenwald-Station, später auf der Bühne: Bei „Schneewittchen“ war sie einer der Pagen der bösen Königin, bei „Pippi im Taka-Tuka-Land“ stellte sie in ihrer ersten richtigen Bühnenrolle einen Matrosen dar und heuer, bei „König Drosselbart“, war sie eine Marktfrau. Diese Rolle habe ihr bis jetzt am besten gefallen.
Neben der Märchenzeit ist die 14-Jährige auch bei der Jugend-Feuerwehr in Rötz aktiv, nachdem sie als Kind bei der Blaulichtbande eingestiegen ist. Ihre Lieblingsfächer in der Schule sind Kunst und Englisch, erzählt sie, und auch, was ihre Zukunft betrifft, hat sie sich schon Gedanken gemacht: Sie könne sich gut eine Ausbildung im sozialen Bereich vorstellen, etwa zur Krankenschwester oder Erzieherin, dafür hat sie auch schon Praktika absolviert.
Nachdem sie erfahren hatte, dass sie heuer das Rötzer Christkind ist, hatte Lara zunächst ein Treffen im Rathaus, um die Termine abzustimmen, das Kostüm anzuprobieren, und dabei hat sie auch ihre Texte bekommen. Diese habe sie zu Hause dann oft durch- und vorgelesen und zum Schluss fast auswendig gekonnt.
Als der große Tag gekommen war, sei sie dann aber schon aufgeregt gewesen, gibt sie zu und erzählt, dass es eine recht kurze Nacht zum 29. November gewesen sei. Ab halb 11 war sie auf dem Christkindlmarkt vor Ort und trug bei der Eröffnung souverän ihren Prolog nach der Vorstellung durch den Bürgermeister vor. Ihr Kleid aber hatte sie mit ihrer Mama schon um acht Uhr zum Wohnhaus der Familie Throner gebracht, damit niemand sieht, wer es abliefert, und um so das Geheimnis noch zu bewahren, bevor der Markt um 11 Uhr offiziell eröffnet wurde.
Wie es schon Tradition ist, stand die warme Stube der Familie Throner wieder offen, damit das Christkind und seine beiden Engel sich dort umziehen und sich den Tag über auch immer wieder aufwärmen konnten; „das war wirklich sehr nett“, sagt Lara.
Der Morgen vor dem Christkindlmarkt sei dann doch relativ stressig gewesen, auch ein Friseurbesuch stand an, um die langen Haare in Locken zu legen. Die rutschigen Straßen sorgten an diesem Tag für zusätzliche Aufregung. Umso schöner war dafür der Markt, auf dem viele die Gelegenheit nutzten, Fotos mit dem himmlischen Trio zu machen.
Besonderer Andrang, den die Reservisten alljährlich in geordnete Bahnen lenken, herrscht auf dem Christkindlmarkt nachmittags beim Austeilen der Adventskalender durch Nikolaus, Krampus, Christkind und Engel. „Es war ein schöner, unvergesslicher Tag“, sagt die 14-Jährige. Etliche Kinder nutzten die Gelegenheit, einen Brief ans Christkind zu schreiben und in den dafür vorgesehenen Postkasten zu werfen. Jedem von ihnen hat Lara nach dem Markt persönlich geantwortet.

Für Lara selbst war der Besuch der Krampusgruppe Rabenstein das Highlight. Vor deren Auftritt am Abend habe sie sogar die Gelegenheit gehabt, diese im Rathaus persönlich und ohne Maske kennenzulernen, erzählt sie. Gemeinsam schlenderten sie dann später über den Christkindlmarkt.
Doch nicht nur auf dem Markt, sondern bis vor wenigen Tagen hat die 14-Jährige in der Adventszeit Termine als Christkind absolviert und dabei Kindern wie Erwachsenen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert: Beim Vorlesen in der Stadtbücherei, bei der Weihnachtsfeier der Stadt Rötz, den Besuchen bei den Senioren in der Tagespflege Fersch und der Seniorenbetreuung Herbstblatt, bei den Kindern in der Kita St. Martin sowie der Christbaumgaudi in Steegen. „Es waren viele Termine, aber es war alles gut organisiert“, berichtet Lara.
Einfach noch mal probieren
Auch als Kind sei sie schon gern mit auf den Rötzer Christkindlmarkt gegangen, und das Christkind habe ihr immer besonders gut gefallen. Allen, die gerne auch einmal Christkind sein möchten, denen gibt sie den Tipp, sich nicht entmutigen zu lassen, falls es nicht gleich mit der ersten Bewerbung klappt: „Wenn man nicht drankommt, einfach noch mal probieren!“