Mordprozess nach Messerangriff in Parsberg: Rachemotiv wegen 20 Jahre alter Bluttat?

Von Petra Schlierf · 23. Dezember 2025 um 10:12

Kurz vor Beginn des Mordprozesses nach dem tödlichen Messerangriff beim kurdischen Neujahrsfest in Parsberg (Landkreis Neumarkt) im März bestätigt die Justiz erstmals das mögliche Motiv des mutmaßlichen Angreifers. Laut Anklage soll es sich um einen Rachemord handeln. Es geht um einen Vorfall, der 20 Jahre zurückliegt.

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Dem angeklagten Syrer wird vorgeworfen, am 23. März 2025 einen 39-Jährigen mit einem Messer angegriffen zu haben. Die Attacke fand auf dem Grill- und Zeltplatz bei Parsberg statt, wo zu diesem Zeitpunkt rund 1000 Menschen eigentlich friedlich feiern wollten. Die beiden Männern kannten sich. Laut Oberlandesgericht Nürnberg sind sie Cousins. Schon kurz nach der Tat hatte es Gerüchte gegeben, wonach eine frühere Bluttat in der ehemaligen Heimat der beiden Männer das Motiv für das Tötungsdelikt in Parsberg sein könnte. Ermittler und Staatsanwaltschaft hatten das aber bisher nie bestätigt oder dementiert.

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Nun erklärt Tina Haase, Sprecherin des Oberlandesgerichts Nürnberg: „Die Staatsanwaltschaft geht nach den Ermittlungen davon aus, dass der Angeklagte mit der Tat seine vor circa 20 Jahren in Syrien getötete Schwester habe rächen wollen.“ Wohl in dieser Absicht habe er den 39-Jährigen heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen angegriffen und getötet, so die Anklage.

Urteil wird für Ende Februar erwartet

Ob dies tatsächlich so war, muss ab Freitag, 9. Januar, die fünfte Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth klären. Es sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Damit bewegt sich die geplante Dauer im unteren Bereich dessen, was für Mordprozesse üblich ist. Oberstaatsanwältin Heike Klotzbücher hatte nach Abschluss der Ermittlungen erklärt: „Die Tat geschah vor zahlreichen Zeugen.“ Auch Foto- und Videomaterial soll es geben, ist aus Ermittlerkreisen zu hören.

All dies wird nun im Prozess eingeführt werden müssen. Nach vorläufiger Planung wird das Urteil für 26. Februar erwartet.