700 Euro für Sex: Hobby-Fotograf aus dem Bayerwald bezahlt junge Mädchen für Missbrauch

Von Philip Hell · 22. Dezember 2025 um 19:00

Er soll jungen Mädchen die große Modelkarriere vorgegaukelt haben – am Ende verging er sich nur an ihnen. Ein Hobby-Fotograf aus dem Bayerwald muss sich seit Montag vor dem Landgericht Regensburg verantworten. Der Vorwurf: Kindesmissbrauch.

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Laut Anklage soll der Mann die Mädchen manipuliert haben. Er habe ihnen eine erfolgreiche Karriere als Model versprochen – und ihnen Geld für Fotoshootings versprochen. Für sexuelle Handlungen gab es mehr Geld. Laut Anklage kam es mehrfach zum Geschlechtsverkehr – seine Opfer waren allesamt noch nicht volljährig. Die Taten fanden unter anderem in Hotels, aber auch im Freien statt. Ein Mädchen wurde laut Anklage missbraucht, als seine Mutter nur für wenige Minuten das Studio verließ.

Preisliste für Sex: Fotograf verging sich an Mädchen

Laut Anklage soll es eine regelrechte Preisliste gegeben haben. Wenn sich Mädchen nackt ablichten ließen, bekamen sie rund 200 Euro, für Oralverkehr gab es knapp 400 Euro für Geschlechtsverkehr bis zu 700 Euro. Zudem wurden bei dem Bayerwaldler zehntausende Kinderpornos gefunden.

Über seinen Anwalt ließ der Fotograf die Taten gestehen. Der Jurist verlas eine seitenlange Stellungnahme des Angeklagten. Darin geht er detailliert auf die einzelnen Vorfälle ein. „Ich habe mich verrannt.“ Die Stellungnahme lässt sich so verstehen, dass der Angeklagte der Auffassung ist, dass er in die Taten hineinschlitterte. Der Bayerwaldler war selbst als Pornodarsteller tätig und blieb auch danach in der Erotikbranche. Er leitete eine Art Modelagentur. Die jungen Mädchen hätten in dieses Schema freilich nicht gepasst. Er habe sie auf eine Modelkarriere vorbereiten wollen. Da könne es ja durchaus sein, dass auf dem Laufsteg ein Träger verrutscht, weshalb Frauen mit Nacktheit umgehen müssten – daher die unbekleideten Fotos. Wie es zum sexuellen Missbrauch kam, erklärte der Angeklagte dagegen nicht. Immer wieder betonte er jedoch, dass der Verkehr einvernehmlich gewesen sei, die Mädchen hätten sogar darum gebeten – auch wegen des Geldes.

Ich wollte ihnen etwas Gutes tun.Angeklagter

Wörtlich sagte der Mann, dass es zum Sex kam, „weil sie das Geld wollten. Sonst hätte ich das nicht gemacht.“ Weiter sagte er, dass ihm die Mädchen zum Teil leidgetan hätten. Es sei erschreckend gewesen, wenn sich junge Frauen bei ihm für ein Shooting beworben hätten, aber nur zerrissene Kleidung hatten. Dann sei er erst einmal für die Mädchen einkaufen gegangen. „Ich wollte ihnen etwas Gutes tun.“ Von den Shootings habe er ja gar nichts gehabt – zum Teil habe er sogar abgelehnt, wenn die Mädchen ihn nach Sex fragten, weil er das Geld gerade nicht hatte. Die Beträge, die er seinen Opfern zahlte, seien eine Investition in die Zukunft, so der Angeklagte.

Verstörende Aufnahmen: Fotograf vermarktete Missbrauchs-Opfer

Darüber hinaus habe er seinen Models eine Art von Selbstwert vermitteln wollen. „Sie sollten spüren: Ja geil, ich hab was erreicht.“ Der Hobby-Fotograf vermarktete die Mädchen zudem auf sozialen Medien. Aus heutiger Sicht wirken die Aufnahmen verstörend.

Auf die Frage, ob er sich denn zu den Mädchen hingezogen fühlte, betonte der Angeklagte, dass dies nicht der Fall gewesen sei – mit einer Ausnahme. In eine der Minderjährigen habe er sich verliebt. Er sei sogar in einer Beziehung mit ihr gewesen. Dafür habe er sich zuvor den Segen der Eltern geholt.

In seiner Stellungnahme ging der Angeklagte auch auf die Kinderpornografie ein, die bei ihm gefunden wurde. Er sei hauptberuflich in der IT tätig, und habe eine Webseite für ein bayerisches Unternehmen gebaut. Dabei habe er eine Art Filter programmieren wollen, der Kinderpornografie erkennt. Daher habe er sich das Material heruntergeladen. Am Ende seiner Stellungnahme war es dem Mann wichtig, zu betonen, dass er keines der Bilder, die er von den Mädchen beim Missbrauch gemacht hat, verkauft hat.

Missbrauch von Mädchen: Rund sechs Jahre Haft für Fotograf?

In einem Rechtsgespräch hatten sich die Verfahrensbeteiligten auf eine Art Deal verständigt. Durch das Geständnis des Mannes müssen die Mädchen vor Gericht nicht aussagen. Dafür stellte ihm das Gericht eine Strafe zwischen fünfeinhalb und sechseinhalb Jahren Haft in Aussicht.

Ein Urteil soll nach derzeitigem Stand im Februar fallen.