Aufregung am Donaustaufer Wertstoffhof: Polizei rückt wegen Patronen-Hülsen aus

Von Philip Hell · 22. Dezember 2025 um 13:32

Alles andere als alltäglich war ein Einsatz der Wörther Polizei am Samstag in Donaustauf (Landkreis Regensburg). Die Beamten rückten aus, weil auf dem Werstoffhof Patronenhülsen gefunden wurden. Das alarmierte auch Bürgermeister Jürgen Sommer.

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Auf Facebook machte der SPD-Politiker den Fall öffentlich – und gab einen „wichtigen Hinweis“. Die Patronenhülsen seien in einem Metallcontainer gefunden worden. „Diese gehören dort auf keinen Fall hinein!“ In solchen Fällen müsse die Polizei verständigt werden, damit die Munitionsteile fachgerecht entsorgt werden könnten. Sommer zufolge wäre das richtige Vorgehen, leere Patronenhülsen direkt beim Personal des Wertstoffhofs abzugeben. Sommers Post endet mit folgendem Satz: „Wichtig zu wissen: Munitionsteile fallen unter das Waffengesetz und dürfen nicht einfach entsorgt werden.“

Fallen Patronen unter das Waffengesetz? Gegenwind für Bürgermeister aus dem Landkreis Regensburg

Dieser letzte Satz sorgte für Irritationen unter dem Post. „Nein, Hülsen fallen nicht unter das Waffengesetz“, schreibt ein Nutzer. „Das sind einfach Metallteile ohne Relevanz!“ Mit dem Beitrag habe sich Sommer keinen Gefallen getan, ergänzt ein anderer Nutzer. Ein Mann kommentiert sichtlich sarkastisch gemeint: „Wo darf ich nach Kriegswaffenkontrollgesetz die Pappschachteln, in denen die Munition war, ordnungsgemäß entsorgen?“

Ein Sprecher der Polizeiinspektion Wörth an der Donau bestätigt den Einsatz auf dem Donaustaufer Wertstoffhof auf Anfrage der MZ. „Es war eine Streife vor Ort.“ Diese habe sich die Patronenhülsen angeschaut. Allerdings, betont der Beamte: „Es handelt sich um Altmetall. Das ist waffenrechtlich nicht mehr relevant.“

Wir haben die Sache ja jetzt im wahrsten Sinne des Wortes entschärft.Jürgen Sommer, Bürgermeister von Donaustauf

Und Bürgermeister Sommer? Der sagt am Montag auf MZ-Anfrage: „Dann ist das so, das wusste ich bisher nicht.“ Er weist allerdings nach wie vor darauf hin, dass man Patronenhülsen beim Personal abgeben solle. Das beuge Missverständnisen vor – auch ein Grund, warum die Polizei gerufen wurde. „Aber gut, wir haben die Sache ja jetzt im wahrsten Sinne des Wortes entschärft.“