Wo die Welt noch leuchtet: Das Weihnachtshaus von Michelsneukirchen

Von Christoph Klöckner · 22. Dezember 2025 um 05:00

Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, der sollte hierher fahren, nach Michelsneukirchen im Landkreis Cham. Hier an Straubinger Straße wohnt das Weihnachtslicht, das jedem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Viel suchen muss man danach nicht. Vermutlich wird man‘s nachts sogar aus dem Weltraum sehen können.

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Ganz sicher aber schon vom Windrad in Kalsing aus. So hat Kurt Tolks bei der Heimfahrt von der Arbeit – er arbeitet als Physiotherapeut in Schorndorf – sein Haus in Michelsneukirchen bereits früh im Blick. Der Empfang aus leuchtenden Rentieren, Nikoläusen, Sternen Eulen, kleinen Füchsen und Eisbären macht ihm jeden tag Spaß – und auch, dass er diese Freude mit vielen teilt.

Es gibt unendlich viel zu entdecken. - Foto: Christoph Köckner

„Es kommen Meschen aus der ganzen Region“, sagt der 59-Jährige. Mancher werfe sogar Geld in den Briefkasten, als Dank und für die Stromkosten. Den Besuchern will er seine Freude weitergeben und ihnen Gutes tun. Das überaus geschmückten Haus und der Garten lösen meist ungläubiges Staunen aus und Entdeckerdrang. Überall leuchtet hier etwas.

2018 ging es los – mit ein paar Lichterketten

Angefangen hat es 2018 ganz klein, mit ein paar Lichterketten am Haus und am Zaun. Dann kamen ein paar kleine Figuren dazu, erinnert sich Tolks. Heute ist es ein ganzer Leucht-Weihnachtszoo, der die Zuschauer fasziniert. Er nimmt eine Woche Urlaub, um vor Advent alles zu installieren. Und jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu, damit es für ihn und die Gäste nicht langweilig wird.

Romantisch anzuschauen: ein Lichtermeer erhellt bei Kurt Tolks die Nacht. - Foto: Christoph Köckner

So schneit es neuerdings bei Kurt Tolks jeden Tag, fast jede Minute, wenn es dunkel wird. Er hat sich eine Lampe gekauft, die mit einem Bewegungsmelder ausgestattet ist. Reagiert der, beginnt eine Weihnachtsmusik zu spielen und ein kleiner Nikolaus wird dann dauerbeschneit. Die Lampe ist heuer das Highlight für die Kinder, hat Tolks beobachtet.

Bei Tolks schneit es jetzt immer

Wie viele Lichter bei ihm brennen, kann er nicht sagen. Er misst die Zahl in Kilowatt, die er per App ablesen kann. Und das ist erstaunlich übersichtlich: 1,2 Kilowattstunden Strom verbrauchen alle LEDs ums Haus pro Stunde. Sechs Stunden pro Tag, jeweils ab 16.30 Uhr, ist der weihnachtliche Augenschmaus zusehen. „Das ist ein Verbrauch von zwei Euro pro Tag: Mit der PV-Anlage kostet es mich eigentlich nichts.“

Bei Kurt Tolks schneit es immer. - Foto: Christoph Köckner

Nach Dreikönig ist dann Schluss – dann gehen Nikoläuse, Rentiere und alle anderen Weihnachtsbotschafter wie kilometerlange Stromkabel ins dunkle Lager. Nachbar Sepp, der oberhalb wohnt und beim Rundgang grüßt, schlägt Tolks vor, den Lichterglanz um Haus und Garten das ganze Jahr brennen zu lassen. Denn, so hat er beobachtet, sobald die Weihnachtswunderwelt von Kurt Tolks in den Blick kommt, treten die Menschen automatisch auf die Bremse. „Es wird langsamer gefahren“, sagt der Nachbar. Tolks bestätigt das – alle wollen so viel Faszination wie möglich im Vorbeifahren mitnehmen – oder halten gleich an.

Neu: Rentiere mit Schlitten - Foto: Christoph Köckner
Leuchtrentiere am Fensterbrett - Foto: Christoph Köckner
Witzig wird‘s an manchem Ort. - Foto: Christoph Köckner