Nach Feuer in Chams Innenstadt: So hat der Hausbesitzer die Unglücksnacht erlebt

Von Thomas Mühlbauer, Johannes Schiedermeier · 21. Dezember 2025 um 13:45

Auch am Tag danach ist Frank Hübler noch schockiert. Dem Chamer gehört das Haus in der Hafnerstraße, in dem es am frühen Samstag gebrannt hat. Er erzählt, was in der Nacht passiert ist.

Video ansehen

Hübler ist der Besitzer von Haus und Ladengeschäft in der Hafnerstraße 5, die Schauplatz eines Großeinsatzes der Feuerwehr war. „Das steckt mir richtig in den Knochen“, erzählt er am Sonntag. Er wohnt mit seiner Frau Daniela über dem Laden. Gegen 1 Uhr hörte er den Brandmelder unten im Büro anschlagen. Also rannte er ins Erdgeschoss und erkannte schnell den Ernst der Lage: ein Brand im Büroraum.

„Ich hab mir den Feuerlöscher gegriffen und leerte ihn aus. Parallel haben wir die Feuerwehr alarmiert. Ich dachte schon, ich hätte es geschafft, da hat es wieder angefangen zu brennen und wir hatten dann keine Chance mehr. Die Feuerwehr hat das aber recht schnell hingekriegt.“

„Ich habe Glück im Unglück gehabt“

Am Tag nach dem Brand kann Frank Hübler noch nicht viel sagen, außer, dass er Glück im Unglück gehabt hat. „Meine Frau und die Mieterin waren wegen leichten Rauchvergiftungen in der Chamer Notaufnahme, sind aber beide schon wieder daheim.“

Was aus seinem Weihnachtsgeschäft werden wird, weiß er noch nicht. Am Samstag wurde das Siegel der Brandfahnder noch einmal gebrochen, um eine Kontrolle des Brandherdes zu ermöglichen und nach eventuell vorhandenen Glutresten zu suchen. „Da war aber nichts mehr“, sagt Hübler. Anschließend wurde das Siegel erneuert.

Brandfahnder der Kripo kommen am Montag

Am Montag werden die Brandfahnder der Kripo Regensburg nach der Ursache des Feuers forschen. Hübler selbst ist da ziemlich ratlos: „Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist.“

Gegen 1 Uhr riefen Sirenen und Piepser am Samstag die Feuerwehren aus Cham, Katzberg, Katzbach und Altenmarkt zu dem brennenden Chamer Ladengeschäft. Eigene Löschversuche mittels eines Feuerlöschers scheiterten, so die Polizei. Bei dem Eisatz ging auch darum, eine weitere 64-jährige Bewohnerin des Gebäudes zu retten, die sich nicht mehr selbst ins Freie in Sicherheit bringen konnte. Das Treppenhaus war bereits stark verraucht.

Kreisbrandinspektor Marco Greil berichtet von brisanten Momenten: „Ein Trupp ging zur Personenrettung vor und rettete die Frau mittels einer Fluchthaube. Der zweite Trupp nahm sich der Brandbekämpfung an. So konnte das offene Feuer rasch unter Kontrolle gebracht werden.“

Beim Brand in der Innenstadt Chams wurden auch Büroakten vernichtet. - Foto: Kreisbrandinspektion Cham

Das schnelle und erfolgreiche Eingreifen der Feuerwehr verhinderte auch in diesem Fall eine Katastrophe. In der Hafnerstraße sind alle Gebäude zweistöckig und aneinandergebaut. Heuer hat es in der Innenstadt bereits mehrfach gebrannt. Dabei konnte die Feuerwehr durch schnelle Einsätze jeweils ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarhäuser oder -wohnungen verhindern.

Feuerwehr war rund drei Stunden im Einsatz

Wie KBI Greil, der zusammen mit Kreisbrandmeister Thomas Wittmann und Chams Kommandant Markus Reittinger den Einsatz leitete, informierte, waren die Wehren rund drei Stunden in der Innenstadt gebunden, denn die Nachlöscharbeiten unter Atemschutz waren sehr zeitintensiv. Aus diesem Grund wurde auch noch der Gerätewagen Atemschutz der Feuerwehr Furth im Wald nachalarmiert.