Umfahrung entfernt sich von Offenstetten

Von Wolfgang Abeltshauser · 16. Dezember 2025 um 15:00

Eine Umgehungsstraße für den Abensberger Ortsteil Offenstetten wird immer unwahrscheinlicher. Stattdessen gaben Bürgerinnen und Bürger ihrem Bürgermeister bei einer Informationsveranstaltung zum Thema ein anderweitiges Aufgabenpaket mit auf den Weg.

Bürgermeister Bernhard Resch hatte die Offenstettener Bevölkerung jüngst ins Sportheim eingeladen, um über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie in Sachen Ortsumgehung zu informieren, die freilich schon in der Stadtratssitzung im Oktober dargestellt wurden. Wie berichtet führt laut Straßenbauamt Landshut die einzig realistische Variante einer Umgehung nördlich von Offenstetten relativ nahe an der Wohnbebauung vorbei.

Schon in besagter Ratssitzung wurde von Gremiumsmitgliedern darauf hingewiesen, dass es in dem Fall weiter Lärmbelästigungen geben werde. Womöglich wären noch mehr Offenstettener davon betroffen als jetzt. Ähnlich klangen Wortmeldungen im Sportheim. „So werden die Probleme ja nur 500 Meter nach Norden verlegt“, stellte ein Offenstettener im vollbesetzten Sportheim fest.

Bei der Informationsveranstaltung zum Thema Ortsumfahrung im Sportheim war kaum noch ein Platz frei. - Foto: Wolfgang Abeltshauser

Bekanntlich würde die angesprochene Trasse durch das nahe Wasserschutzgebiet führen, wobei man laut Resch baulich negative Auswirkungen auf das Gebiet verhindern könne. Trotzdem sprachen sich Bürger in der Versammlung auch deshalb gegen diese Strecke aus. Als Resch sagte, weder er noch Mitglieder des Rates hätten sich für diese Trasse explizit ausgesprochen, brandete im Saal Applaus auf.

Zehn Jahre Wartezeit - oder noch mehr?

Resch betonte, in seinen Augen wäre es sinnvoller, andere Maßnahmen entlang der Kreittmayr-Straße anzugehen - auch weil diese schneller umgesetzt werden könnten. „Bis eine Umgehung gebaut ist, dauert es in meinen Augen zehn Jahre ab dem Zeitpunkt des Stadtratsbeschlusses dazu.“ Andere Versammlungsteilnehmer rechnen da eher mit einem noch längerem Zeitraum.

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Deshalb hatte der Bürgermeister wie berichtet schon zur besagten Ratssitzung vom Straßenbauamt Informationen angefragt, ob etwa Ampeln an beiden Ortseingängen der Kreittmayr-Straße helfen würden. Das Ergebnis ist, dass dadurch die Leistungsfähigkeit der Kreuzungen der Straße mit der Hofmark und der Frönaustraße steigen würde. „Und das ist finanziell sicherlich deutlich günstiger als eine Umfahrung“, stellte ein Offenstettener mit einem Schmunzeln fest. Die Umgehung ist mit Kosten von 18 Millionen beziffert.

Eine spezielle Ampelschaltung ist gewünscht

Mittlerweile sei Resch auch eher für den Plan, Ampeln zu realisieren und keine Kreisverkehre, die immer wieder im Gespräch sind. Bisher scheiterten Versuche vor allem daran, notwendige Grundstücke nicht zu erhalten. Es gab aber auch Wortmeldungen, die sich explizit für Kreisverkehre aussprachen.

Ampeln an sich reichen zumindest den Offenstettenern, die bei der Versammlung im Sportheim waren, nicht aus. Mehrere schlugen vor, die Ampelschaltung doch so anzulegen, dass Lastwagen sowohl an der Ortsein- als auch der Ortsausfahrt warten müssen. Das würde wohl den einen oder anderen Fahrer, der Offenstetten nicht als eigentliches Ziel hat, dazu bringen, Offenstetten zu meiden. Auch Tempo 30 anzuordnen auf der Kreittmayr-Straße würde da wohl helfen.

Lastwagen sollen raus

Denn das sei weiterhin ein wichtiges Ziel: „Die Lastwagen müssen raus“, formulierte ein Versammlungsteilnehmer. Nicht nur er forderte, die Stadt müsse sich weiterhin dafür einsetzen, dass Schwerlastverkehr nicht mehr durch Offenstetten fahren dürfe. Resch sagte all das zu, kündigte an, eine Mail mit all den Forderungen der Offenstettener ans Staatliche Bauamt nach Landshut zu schicken -„mit Bitte um Bearbeitung“.

Darin wird dann auch zu lesen sein, dass Offenstettener eine Unterführung unter der Kreittmayr-Straße wünschen, die für mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer sorgen soll. Erst wenn dazu alle wichtigen Informationen vorliegen und klar sei, welche Maßnahmen möglich sind und welche nicht, sei es in den Augen von Resch an der Zeit, sich wieder mit dem Thema Umfahrung zu beschäftigen.