Maschinenfabrik Reinhausen integriert Tochterfirma – aber nur teilweise

Von Lorenz Nix · 12. Dezember 2025 um 22:00

Die Maschinenfabrik Reinhausen aus Regensburg hat das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte gestartet und gliedert einen Fertigungsbereich der Reinhausen Power Comoposites (RPC) ein. Was wird aus dem Rest der Tochterfirma?

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Die Maschinenfabrik Reinhausen (MR) profitiert wie kaum ein anderes Unternehmen in der Region von der Energiewende. Die Regensburger fertigen unter anderem wichtige Komponenten für große Transformatoren. Die Laststufenschalter von MR sorgen in Zeiten, in denen immer mehr dezentrale Erzeuger ins Netz einspeisen, für eine stabile und sichere Stromversorgung. Dieses Kerngeschäft stärke man nun, teilte das Unternehmen am Freitagabend mit. Zum 1. Juli werde man einen Teil der Tochterfirma Reinhausen Power Comoposites (RPC) in die MR integrieren.

Wie aus einer Presseaussendung hervorgeht, soll die Fertigung für glasfaserverstärkte Verbundstoffe von RPC ab Sommer Teil des Mutterunternehmens werden. Der Bereich produziert wichtige Teile für die Stufenschalter von MR. Wie Konzernpressesprecher Oliver Reetz auf Anfrage mitteilt, gibt es aber auch noch eine zweite Fertigungssparte bei der Tochterfirma. Dort werden Isolatoren insbesondere für externe Kunden hergestellt. Offenbar steht der Geschäftsbereich vor dem Aus: „Zum Jahresende 2026 wird die Produktion bei der RPC eingestellt“, teilt Reetz mit.

MR investiert dreistelligen Millionenbetrag in Regensburg

Insgesamt beschäftigt die MR-Tochter, die im Regensburger Stadtteil Haslbach sitzt, 240 Mitarbeiter. Etwa 50 Prozent davon sind laut Reetz Teil der GFK-Fertigung. Davon werden aber wohl nicht alle Angestellten zur MR wechseln. „Ein großer Teil der Belegschaft“ werde direkt übernommen, sagt Reetz. Alle weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden „eine Chance auf eine Beschäftigung durch das starke Wachstum der MR“ erhalten.

Die Zukunftspläne erwähnt das Unternehmen mit aktuell etwa 5300 Beschäftigten weltweit auch in seiner Mitteilung vom Freitag. „Wir investieren in Menschen, Infrastruktur und Technologie – für eine sichere Energieversorgung weltweit“, wird Nicolas Maier-Scheubeck, Sprecher der Geschäftsführung, zitiert. Dafür habe man das größte Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte gestartet. „Allein in Regensburg investieren wir einen dreistelligen Millionenbetrag und verdoppeln die Produktionskapazität.“

Verbunden sei das mit einem „erheblichen Personalaufbau“, teilt das Unternehmen mit. 2025 habe man etwa 400 Personen eingestellt, für 2026 seien über 300 Neueinstellungen geplant. Die RPC-Beschäftigten würden die Möglichkeit erhalten, „Teil dieser Entwicklung zu werden“.

IG Metall bewertet Pläne von MR zwiespältig

Die IG Metall bewertet die Pläne des Unternehmens indes zwiespältig. Man begrüße „ausdrücklich die Entscheidung der Maschinenfabrik Reinhausen, einen Teil der Tochtergesellschaft RPC wieder in das Unternehmen zu integrieren“. Die Mitarbeiterinnen kehrten damit in den Geltungsbereich des Tarifvertrags zurück, teilt die Gewerkschaft mit. „Damit wächst zusammen, was schon immer zusammengehört.“ Die RPC-Mitarbeiter seien „stets Teil der MR-Familie“ gewesen. Für Olga Redda, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regensburg, sei die Rückkehr in die Tarifbindung ein „großer Erfolg für die Kolleginnen und Kollegen und für unsere Region“.

Auf Anfrage übt die Gewerkschaft aber Kritik daran, dass nicht alle Beschäftigten direkt übernommen werden sollen. Die MR müsse „ihrer Verantwortung gerecht werden“ und auch für die verbliebenen Mitarbeiter „konkrete und faire Lösungen“ schaffen, teilt die IG Metall mit. „Hier erwarten wir von der Maschinenfabrik Reinhausen klare Übernahmezusagen“, sagt Redda.