S-Bahn von und nach Neumarkt braucht künftig länger: Der Grund dafür überrascht

Von Wolfgang Endlein, Lothar Röhrl · 11. Dezember 2025 um 19:00

Die S1 wird ab Sonntag wieder zur S3. Doch der Namenswechsel ist die geringste Veränderung. Die S-Bahn ist nicht mehr so schnell wie zuvor zwischen Neumarkt und Nürnberg unterwegs. Auch bei der Regionalbahn RB51, die den Landkreis mit Regensburg verbindet, ändert sich mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember etwas.

Die S-Bahn-Linie von und nach Neumarkt erhält einen neuen, aber alt bekannten Namen. Die S1 wird wieder die S3, wie sie vor 2023 bereits 13 Jahre lang hieß. Bedeutsamer als der Namenswechsel ist, dass sich die Streckenlänge der Linie ändert. Statt wie bisher bis nach Bamberg verkehrt die S-Bahn-Linie künftig nur noch zwischen Neumarkt und Nürnberg. Auch das war in den ersten Jahren der Linie so.

Das durch die längere Strecke höhere Risiko für auftretende Probleme, die zu Verzögerungen führen, sinkt damit. Unabhängig davon müssen sich die Fahrgäste aber auf regulär längere Fahrzeiten einstellen. Künftig braucht die S-Bahn laut Fahrplan der Deutschen Bahn für die Strecke zwischen Neumarkt und Nürnberg 39 Minuten. Bisher sind es 32 bzw. 35 Minuten.

Denn die S-Bahn hält ab Sonntag auch an allen Stationen zwischen Feucht und Nürnberg Hauptbahnhof. Das sind fünf zusätzliche Haltestellen (Fischbach, Frankenstadion, Dutzendteich, Gleißhammer, Dürrenhof).

Nur ein Gleis für die S-Bahn von und nach Neumarkt am Hauptbahnhof Nürnberg verfügbar

Was so klingt, als ginge es um mehr Service für Fahrgäste, hat primär einen anderen Grund. Das erklärt die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die in Bayern den Schienennahverkehr plant, finanziert und kontrolliert. Würde die S3 weiterhin zwischen Feucht und Nürnberg ohne Halt durchfahren, wäre sie zu schnell am Hauptbahnhof, wo das Gleis 2 aber von dem S3-Zug in die entgegengesetzte Richtung belegt ist. Ein anderes Gleis gibt es im stark ausgelasteten Hauptbahnhof laut BEG für die S3 regulär nicht.

Um die so erzwungenen sieben bis vier Minuten mehr an Fahrzeit sinnvoll zu nutzen, werden die fünf besagten Haltestellen eingebaut, wie die BEG auf Nachfrage erklärt.

Aus für Fahrpläne aus Papier

• Abschied: Wer sich bisher nur in Papierform über Ankunfts- und Abfahrtzeiten informiert hat, muss ab 14. Dezember umdenken. Denn die von beiden Verkehrsverbünden VGN und RVV für die Strecke Nürnberg-Neumarkt-Regensburg herausgegebenen Faltblätter aus Papier werden ab dann nicht mehr aufgelegt.

• Erklärung: Die Fahrplan-Broschüren hätten den Nachteil, dass sie wegen der klein gedruckten Schrift beziehungsweise Zahlen nicht gut oder gar nicht lesbar seien, sagt Isabel Meier. Sie ist im Landratsamt für den Öffentlichen Personennahverkehr im Landkreis zuständig. Zudem seien die Broschüren oft schon zum Druckzeitpunkt überholt. „Denn es werden immer wieder Fahrzeiten etwa wegen Baustellen verändert.“

• Hilfe: Man wisse aber um die Tatsache, dass nicht jeder Fahrplan-Infos über das Internet beziehen wolle und könne, sagt Meier. Das Landratsamt bietet daher einen Service, für den man kein Internet braucht. Wer über eine bestimmte Verbindung per Bahn oder Bus im Landkreis Neumarkt etwas wissen möchte, kann sich telefonisch unter (0 91 81) 470 11 73, 470 15 65 oder 470 12 19 informieren.

Mit etwas weniger Verbindungen als bisher werden Neumarkt und Parsberg vom Eisenbahn-Unternehmen Agilis angefahren. Das liegt laut Pressesprecher Thomas Tomaschek daran, dass die BEG einzelne wenig genutzte Züge der Regionalbahn-Linie 51 abbestellt hat. Zudem werden bei einigen Verbindungen die Abfahrtszeiten angepasst, damit zum Beispiel Anschlüsse besser erreicht werden.

Die RB 51 montags bis freitags um 19:04 Uhr fährt nicht mehr bis Neumarkt, sondern endet bereits in Parsberg (19:36 Uhr). Damit verlieren Seubersdorfer, Batzhausener und Deininger ihre bisherige RB-Verbindung aus Regensburg um diese Zeit. Allerdings fährt 20 Minuten später wie bisher eine RB von Regensburg die genannten Stationen an.

Bauarbeiten zwischen Nürnberg und Neumarkt gleich zum Start des neuen Fahrplans

Die RB 51 um 19:57 Uhr ab Regensburg Hbf mit Endstation Parsberg fällt ab 14. Dezember ebenfalls weg. Ausweichen kann man auf die RB, die eine halbe Stunde später über Parsberg bis nach Neumarkt fährt.

Eine Änderung gibt es auch in der Gegenrichtung: Die RB 51, die um 23:38 Uhr in Neumarkt startet, entfällt. Dafür hält der RE50, der um 0:30 Uhr in Neumarkt hält, künftig auch an allen anderen Stationen im Landkreis.

Durcheinander geworfen wird der neue Fahrplan gleich zum Start im Zeitraum vom 15. bis 18. Dezember. Wegen Bauarbeiten kommt es zu geänderten Fahrzeiten und Zugausfällen. Betroffen sind Verbindungen in den Nachtstunden.

Weil die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg von 6. Februar bis 10. Juli wegen der Generalsanierung gesperrt ist, gilt der neue Bahn-Fahrplan vorerst nur bis zum 5. Februar.