Eine Institution verabschiedet sich: Angelika’s Laden in Schwarzhofen macht Schluss

Von Jan Lange · 9. Dezember 2025 um 15:00

Angelika Weiß-Beier und ihr Haushaltswaren- und Lottogeschäft am Marktplatz in Schwarzhofen im Landkreis Schwandorf sind eine Institution. Seit 1934 gibt es den Laden bereits, der inzwischen in dritter Generation betrieben wird. Sein 100. Jubiläum wird Angelika’s Laden aber nicht mehr erleben. Denn Ende dieses Jahres soll Schluss sein.

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In den vergangenen Tagen ging die Nachricht wie ein Lauffeuer durch die Marktgemeinde: Angelika’s Laden wird es bald nicht mehr geben. Das Ende des Haushaltswaren- und Lottogeschäftes reiht sich in eine ganze Liste von Ladenschließungen in Schwarzhofen ein. Wie Ortsheimatpfleger Alfred Wolfsteiner jüngst berichtete, seien in den 40 Jahren, in denen er nun in der Marktgemeinde wohne, circa 40 Geschäfte, Banken, Gasthäuser und Arztpraxen geschlossen worden.

Dass nun auch Angelika’s Laden auf diese Liste kommt, können vor allem ältere Schwarzhofener kaum glauben, schließlich haben sie hier schon als Kinder eingekauft. Die Großeltern der heutigen Betreiberin, Angelika Weiß-Beier, hatten das Geschäft einst gegründet. Anfangs gab es vor allem Haushaltswaren.

Über die Jahrzehnte wurde das Sortiment immer mehr vergrößert. Erika und Albert Weiß, die den Laden Anfang der 1960er Jahre übernommen und 1973 umgebaut hatten, boten beispielsweise auch Schreibwaren an. Lotto und Post kamen ebenfalls in ihrer Zeit dazu. Tochter Angelika, die seit 20 Jahren für das Familiengeschäft verantwortlich ist, erweiterte das Sortiment ihrerseits um Backwaren.

Ein Tante-Emma-Laden im besten Sinne

Unter den Schwarzhofenern gab es die Redewendung: Was sie woanders nicht bekommen, das kriegen sie bei Weiß. Das zentral gelegene Geschäft war im besten Sinne ein Tante-Emma-Laden. Aber das veränderte Einkaufsverhalten machte auch vor Angelika’s Laden nicht Halt. Haushaltswaren wurden immer weniger verkauft, Schreibwaren waren vor allem in den Wochen vorm Schulanfang gefragt.

Mit Post, Lotto und Backwaren konnte sich der Laden in den vergangenen Jahren über Wasser halten. Die Poststelle hat Angelika Weiß-Beier schon Ende September aufgegeben, zum Ende des Jahres folgt der Rest. Aus privaten Gründen entschloss sie sich zu diesem Schritt, sagt sie. Sie habe länger überlegt, aber nun gebe es keine andere Möglichkeit mehr. Die Unkosten seien zu hoch.

Ihrer Mutter Erika fällt es deutlich schwerer, den Laden aufzugeben. Sie und ihr Mann Albert halfen auch in den vergangenen Jahren im Geschäft immer noch mit aus. „Alleine wäre es nicht gegangen“, sagt Angelika Weiß-Beier, die von klein auf in den Laden reingewachsen ist. Bereits seit drei Jahren ist sie in einem zweiten Job tätig und will sich künftig auf diesen konzentrieren.

Familie Weiß bedankt sich bei allen Kunden, die ihnen über die vielen Jahre die Treue gehalten haben. Sollte jemand bereit sein, den Laden zu mieten, könne er sich gern bei ihnen melden, sagt Angelika Weiß-Beier.