Für kurioses Blitzerfoto absichtlich gerast – das wird auch für die Mitfahrer teuer

Um ein kurioses Blitzerfoto zu bekommen, ist ein Autofahrer in Nürnberg wohl absichtlich durch eine Radarfalle gerast, während sich seine Mitfahrer weit aus dem Fenster lehnten. Die Polizei Mittelfranken war davon nicht begeistert – die gefährliche Aktion wird nun für alle drei Insassen teuer.
In der Nopitschstraße in Nürnberg wurde bereits am 2. Dezember ein VW Golf von der technischen Verkehrsüberwachung geblitzt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Dabei saßen den Beamten zufolge zwei Mitfahrer auf dem Fenstertürrahmen auf der Beifahrerseite. Kurz darauf seien die drei Insassen zum Messfahrzeug gekommen, um sich das kuriose Blitzerfoto anzusehen.
„Wir gehen davon aus, dass der Fahrer vorsätzlich mit über 50 km/h fuhr, um die Geschwindigkeitsmessung auszulösen“, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Dort ist man wenig begeistert von der gefährlichen Aktion.
Nicht nur sich selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer gefährdet
„Wir weisen darauf hin, dass ein solches Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr nicht toleriert werden kann“, teilt das Polizeipräsidium Mittelfranken mit. Das absichtliche Auslösen von Geschwindigkeitsmessungen sowie das rücksichtslose Verhalten der Mitfahrer gefährde nicht nur sie selbst, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer. „Wir werden derartige Vorfälle auch in Zukunft konsequent verfolgen“, heißt es weiter.
Der Fahrer muss nun mit einem Bußgeld rechnen, das unter Umständen verdoppelt werden kann. Die beiden Mitfahrer bekommen jeweils ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro aufgebrummt. Zudem wurde die Führerscheinstelle über den Vorfall informiert, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen einzuleiten.
Fall erinnert an das Blitzerfoto vom „Krümelmonster“ aus dem Vorjahr
Der Fall erinnert an das Blitzerfoto vom „Krümelmonster“ aus dem Vorjahr. Der Polizei in Dortmund war Mitte September 2024 ein Fahrer oder eine Fahrerin mit einem lustigen Kostümkopf am Steuer in die Radarfalle gegangen. Das Foto des mobilen Blitzers zeigte eine große Ähnlichkeit mit dem Krümelmonster aus Kindersendungen. Auch damals wies die Polizei auf die Gefährlichkeit der Aktion hin. Denn eine Kostümierung schränke das Sichtfeld unter Umständen stark ein. Schlimmstenfalls könne ein Fahrer so Unfälle verursachen und Menschenleben gefährden.
Und was ist, wenn Nikolaus und Krampus geblitzt werden – aber wegen des Rauschebartes und der Maske auf dem Blitzerfoto nicht zu erkennen sind? Vor dieses Problem wurde die Münchner Polizei schon vor vielen Jahren gestellt.