Neunburgs fleißigste Autoren: Theo Männer und Karl-Heinz Probst veröffentlichen neues Buch

Von Jan Lange · 7. Dezember 2025 um 15:00

Es ist gerade mal ein Jahr her, als Theo Männer und Karl-Heinz Probst ihren Bildband über die „Neunburger anno dazumal“ veröffentlicht hatten. Und schon haben die Beiden ein neues, gemeinsames Werk fertiggestellt. Es geht diesmal um einen ganz speziellen Neunburger.

Es ist der Chronist und Heimatkünstler Georg Dorrer (1854 – 1933), dessen Leben und Werk Theo Männer und Karl-Heinz Probst ausführlich beleuchten. Als Ort für die Präsentation des Buches haben sie sich das Schwarzachtaler Heimatmuseum ausgesucht. Nicht ohne Grund. Im Museum gibt es einen Dorrer-Raum, in dem der künstlerische Nachlass des Neunburgers auch plastisch bewundert werden kann.

Circa 180 Ansichtskarten

Hier sind Zeichnungen, Gemälde, Postkarten und Dorrers Stadtchronik von 1878 ausgestellt. Auch Fremdenverkehrsplakate sind zu sehen, mit denen zu Dorrers Lebzeiten der Tourismus angekurbelt werden sollte.

Theo Männer hatte als Museumsleiter mit dem Museums-Arbeitskreis diesen Raum vor mehr als 25 Jahren eingerichtet. Die Exponate im Dorrer-Raum sind aber nur ein Teil dessen, was Georg Dorrer Zeit seines Lebens erschuf. Allein zwischen 160 und 180 Ansichtskarten hatte er nach seinen Bildern anfertigen lassen, weiß Männer.

Zu seinen Lebzeiten ist Georg Dorrer nicht die große Bedeutung zuteil geworden, die er verdient hätte.Theo Männer (85), ehemaliger Neunburger Museumsleiter und Autor zahlreicher Bücher

Heutzutage ist der Name Georg Dorrer zumindest vielen älteren Neunburgern bekannt. So hängen Ölgemälde von ihm im historischen Sitzungssaal des Neunburger Rathauses. Auch eine Straße ist nach ihm benannt. Diese führt am Netto-Markt und dem Tennis-Club vorbei. An der Ecke Dorrer-/Ledererstraße ist zudem der Grüngutcontainer aufgestellt, der von zahlreichen Bürgern gern genutzt wird.

Viele Zeichnungen in Chronik

„Zu seinen Lebzeiten ist Georg Dorrer nicht die große Bedeutung zuteil geworden, die er verdient hätte“, fand Theo Männer. Auch der Wert der von ihm bereits im Alter von 24 Jahren verfassten Stadtchronik sei damals nicht erkannt worden, meinte der 85-Jährige. Heute gebe es ein anderes Verständnis. Die Chronik sei auch wegen der zahlreichen Zeichnungen, die sich fast auf jeder zweiten Seite finden, bedeutsam, so Männer.

Seine sehr genauen Zeichnungen von Burgen, Schlössern und Rathäusern seien heute eine „interessante und wichtige Quelle für Dorferneuerung und Stadtentwicklung“, fand Männer.

Die Idee, ein Buch über Georg Dorrer zu veröffentlichen, sei erst nach der Fertigstellung des letzten Bildbandes entstanden, erklärte der frühere Museumsleiter und Neunburgs Ehrenbürger. Angesichts der Fülle an Material habe sich dieses Werk angeboten, ergänzte Männer.

Der Tausendsassa Dorrer verdient es, dass sein umfangreiches Werk in Buchform dargestellt und dabei auch sein bewegtes Leben aufgezeichnet wird, schreiben die beiden Autoren im Vorwort. In der Vergangenheit sei der eine oder andere Artikel über den Heimatkünstler verfasst worden, aber so ausführlich wie in den neuen Buch von Theo Männer und Karl-Heinz Probst wurde sein Leben und Werk noch nie beschrieben.

Abbildungen seiner Werke nimmt großen Teil des Buches ein

Im Frühjahr haben sie nach eigener Aussage mit der Arbeit an dem Buch begonnen und diese bereits im September abgeschlossen. Probst, der früher bei der MZ als Redakteur tätig war, hatte die umfangreiche Biografie Dorrers recherchiert und dabei auch bisher unbekannte Dinge in Erfahrung gebracht. Neben der Biografie nimmt die Abbildung seiner Werke einen großen Teil des Buches ein.

Nun liegt das 300 Seiten umfassende Werk rechtzeitig vor Weihnachten in gedruckter Form vor. Männer lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit seinem Autorenkollegen sowie mit der Neunburger Druckerei.

Die Spenden, die Männer Anfang des Jahres zu seinem 85. Geburtstag erhielt, stellte er für die Finanzierung des Buches mit zur Verfügung. Darüber hinaus gab es finanzielle Unterstützung von Johannes Wiemann aus Nürnberg, Gertrud Stadlbauer, der Johanna-und-Dr.-Peter-Deml-Stiftung, der Sparkasse im Landkreis Schwandorf, vom Bezirk Oberpfalz sowie den Landkreisen Schwandorf und Cham. Da der Neunburger Gemälde und Zeichnungen von vielen Orten in der Oberpfalz gestaltete, habe man auch den Bezirk und den Landkreis Cham um einen Zuschuss bitten können.

Männer und Probst sind dabei schon ein eingespieltes Team. 2017 hatten sie federführend die neue Stadtchronik „1000 Jahre Neunburg“ erarbeitet. Fünf Jahre später legten sie wieder ein gemeinsames Werk vor: das Fotobuch „Neunburg, wie’s früher war“. Im vorigen Jahr folgte dann besagtes Buch über die „Neunburger anno dazumal“ – und nun das Buch über Georg Dorrer. Daneben haben der frühere Neunburger Museumsleiter und der ehemalige MZ-Redakteur aus Neukirchen-Balbini jeweils eigene Werke über ihre Heimatorte herausgebracht.

Und so schnell wollen sich die beiden Autoren noch nicht zur Ruhe setzen: Sie haben sich bereits Gedanken über das nächste gemeinsame Werk gemacht: Es soll Ansichten aus den Neunburger Ortsteilen zeigen, die früher mal eigenständig waren. Dafür werden auch noch weitere Fotos von dortigen Einwohnern gesucht.

Fakten zum neuen Buch

• Umfang: 300 Seiten mit mehr als 600 Abbildungen

• Preis: 20 Euro

• Auflage: 500 Stück

• Verkaufsstellen: Rathaus Neunburg, Schwarzachtaler Heimatmuseum, Büro- und Pressezentrum sowie Buchhandlung am Tor

Diese Literatur ist von Theo Männer und Karl-Heinz Probst erschienen und erhältlich

Anlässlich des 1000. Stadtjubiläums von Neunburg 2017 erschienen - Foto: Jan Lange

„1000 Jahre Neunburg vorm Wald“: Das erste gemeinsame Werk von Theo Männer und Karl-Heinz Probst ist anlässlich des 1000. Stadtjubiläums im Jahr 2017 erschienen. Gedruckt wurden damals 2000 Exemplare.

Das zweite gemeinsame Werk von Männer und Probst - Foto: Jan Lange

„Neunburg, wie’s früher war – Ein Spaziergang anhand historischer Fotos“: 2022 wurde das 160-seitige Buch mit mehr als 450 Abbildungen veröffentlicht. Die Erstauflage umfasste 900 Exemplare.

Im vorigen Jahr erschienen - Foto: Jan Lange

„Neunburger anno dazumal – Einblicke in das Leben von damals“: 550 Fotos auf 248 Seiten zeigen das Leben der Neunburger über einen Zeitraum von knapp 90 Jahren (1888 bis 1972). 550 Stück wurden gedruckt.

Männers gemeinsames Werk mit Georg Schmid und Gertrud Stadlbauer erschien 2017. - Foto: Jan Lange

„Neunburg vorm Wald – im Bild“: Theo Männer und Karl-Heinz Probst haben auch jeder für sich weitere Bücher verfasst – so wie dieser 2017 erschienene Bildband mit künstlerischen und historischen Ansichten Neunburgs.

Männers Co-Autorin bei diesem Buch war Christa Scheitinger. - Foto: Jan Lange
In diesem Werk von Theo Männer wird die Ausstellung des Schwarzachtaler Heimatmuseums vorgestellt. - Foto: Jan Lange