Schöner schluchzen: „Ghost - Nachricht von Sam“ als Musical in Regensburg

Die Darsteller souverän, das Bühnensetting spektakulär: Die Produktion überzeugte in der Donau-Arena von A bis Z - und hätte deutlich mehr Publikum verdient gehabt.
Es war der Überraschungserfolg des Kinojahres 1990: Die US-Fantasy-Thriller-Komödie „Ghost – Nachricht von Sam“ mit Demi Moore, Patrick Swayze und Whoopi Goldberg spielte gut 500 Millionen Dollar allein an Ticketverkäufen ein – bei einem schmalen Produktionsbudget von 23 Millionen Dollar. „Ghost“ sahnte Preise ab, holte einen Oscar (Whoopi Goldberg als beste Nebendarstellerin) und auch der Soundtrack von Maurice Jarre fand großen Anklang. Kein Wunder, dass „Ghost“ 2011 als Musical herauskam.
2025 kehrt „eine der größten Liebesgeschichten“ aller Zeiten zurück auf die Bühne. Erst als Tour durch Deutschland, im Januar und Februar dann fest im Berliner BlueMax-Theater. Das Musical bekam dafür einen neuen Soundtrack spendiert, für den „Eurythmics“-Mastermind Dave Stewart (er war erst im August in Regensburg zu Gast) und Star-Produzent Glen Ballard verantwortlich zeichneten.
Dafür gab es lange stehende Ovationen
All das hatte sich in der Region offenbar nicht genug rumgesprochen, denn am Mittwoch – am ersten von zwei Abenden in Regensburg – fanden sich nur ein paar Hundert Gäste in der Donau-Arena ein. Sehr schade, das tolle Ensemble hätte deutlich mehr Zuspruch verdient gehabt. Da sind sich nicht nur die Pressestimmen einig (die Frankfurter Neue Presse schrieb etwa von einem „absolut herausragenden Ereignis“): Das begeisterte Publikum in Regensburg bedachte „Ghost“ nach gut zwei Stunden mit langen stehenden Ovationen.
Die Musical-Story orientiert sich stark am Film, in dem Sam Wheat (Patrick Swayze) ermordet wird; er lässt seine große Liebe Molly (Demi Moore) verzweifelt zurück. Weil Sam noch eine Aufgabe zu bewältigen hat – er muss Mollys Leben vor Carl beschützen, dem gemeinsamen Freund und Drahtzieher des Mordes –, kann sein Geist die Erde noch nicht verlassen. Mit Hilfe von Medium Oda Mae (Whoopi Goldberg) versucht er, Kontakt zu Molly herzustellen.
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Wie im Kino-Blockbuster auch, ist Oda Mae, verkörpert von Musical-Newcomer Uzoh, der Star unter den Darstellern. Aber auch Bianca Basler (Molly), Robin Reitsma (Sam) und Lucas Baier (Carl) sind echte Könner, die Soli und Duette souverän meistern. Und der Rest des Ensembles weiß gesanglich und tänzerisch ebenfalls zu überzeugen.
Richtig spektakulär ist das Setting: Was die Bühnenbildner hier geschaffen haben, ist ganz großes Kino. So werden Türen in Windeseile mal zum Aufzug, mal zur Haus- und dann wieder zur U-Bahn-Tür. Besser geht es wohl nicht.
Das Musical weckt Emotionen
Natürlich darf auch die weltberühmte Töpferszene mit dem Song „Unchained Melody“ von The Righteous Brothers nicht fehlen, bei der die als Künstlerin arbeitende Molly und Geist Sam sich nahekommen. Da werden im Publikum die Taschentücher gezückt und vereinzelte Schluchzer sind zu hören: einfach schön!
Das Musical schafft es – auch wenn die auf Deutsch intonierten Songs größtenteils unbekannt sind –, Emotionen zu wecken. Ein Gewitter wirkt so echt, dass man den Regenschirm sucht. Auch die letzte Szene, als Sam nach erfüllter Mission ins Licht geht (erneut wird die Tür großartig eingesetzt), wirkt nachhaltig. Der erwähnte langanhaltende Applaus im Anschluss ist mehr als gerechtfertigt.