Die einen schätzen seine kluge Ironie, andere kreischen sogar: bei Rian in Regensburg

Der Star aus Österreich singt über eine Sache, die man lieber meidet: Ein Familientreffen geht schrecklich schief. Mit tanzbarer, energiegelandener Musik sorgt er für „happy Vibes“.
Vor zwei Jahren galt er noch als Newcomer, heute wird er im Supermarkt erkannt. Mit inzwischen rund 15 Millionen Streams hat sich Rian als feste Größe der Musikszene etabliert – und das nicht nur in seiner Heimat Österreich. Seine Lyrics werden bereits mit den frühen Texten von Reinhard Mey verglichen. Rian verbindet deutschsprachigen Indie-Pop mit humorvoller Satire wie kaum ein anderer.
Das Konzert in der Alten Mälzerei am Mittwochabend war monatelang im Voraus ausverkauft – ebenso wie die meisten seiner weiteren Shows. Bis Ende April 2026 hat der Singer-Songwriter Live-Termine angekündigt, doch Tickets sind kaum noch zu bekommen.
Tiefsinn zum Mitsingen bei der Vorband Marten
Als Vorband spielte Marten, der mit eigenen Songs und einem Coldplay-Cover von „The Scientist“ im österreichischen Dialekt für Stimmung sorgte. Seine Texte behandeln tiefsinnige Themen wie Verlust, mentale Gesundheit und menschliche Verbundenheit. Trotz der emotionalen Schwere gelingt es ihm, durch eingängige Dialekt-Mitsingparts das Regensburger Publikum sofort mitzunehmen; die Gäste meistern diese Herausforderung mit Bravour. Am Ende zeigt sich Marten dankbar, als Vorband von Rian auftreten zu dürfen, und betont, wie willkommen er sich in Regensburg gefühlt hat. „In Österreich sagt man, dass es sich in Regensburg sowieso gut singen lässt“, verrät er mit einem Augenzwinkern.
Auch Rian beweist anschließend, dass er in Regensburg längst eine treue Fanbase hat. Kreischende Teenager in der ersten Reihe. Für einige ist es sogar das allererste Konzert ihres Lebens.
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Mit seinem bekanntesten Stück „Verwandtschaftstreffen“ widmet sich der Künstler einem Thema, das vielen nur allzu vertraut ist – und das man am liebsten meiden würde. Er erzählt von einem harmlosen Sonntag, an dem plötzlich ein Familientreffen stattfindet. Schnell nimmt der Tag eine unerwartete Wendung: Statt gemütlichem Beisammensein gibt es Drama, Streit und laute Diskussionen.
Der Sänger zeichnet dabei typische, bewusst überzeichnete Figuren solcher Zusammenkünfte: den betrunkenen Onkel, die Tante mit Verschwörungstheorien, den politisch fragwürdigen Opa. Alle reden durcheinander, schreien und diskutieren. Mit Humor und Ironie hält Rian der Realität einen Spiegel vor, gerade jetzt, wo vielen das nächste Weihnachtsessen bevorsteht. Inzwischen gibt es auch eine Weihnachtsversion des Songs.
Er ist nicht nur Musiker, sondern auch Comedian
Seine Nummern sind von rhythmischen Beats getragen. Tanzbar, energiegeladen und voller „Happy Vibes“, die im winterlichen Regensburger Nebel besonders gut tun. Doch Rian kann auch anders: Er schlägt emotionale Töne an, singt über Verliebtsein und zwischenmenschliche Nähe. In „Ich bin kein Arzt“ fragt er sich kopfschüttelnd, was mit manchen Menschen los ist, und stellt für hupende Autofahrer oder Drängler an der Supermarktkasse eine klare Diagnose: „Arschlöcher.“
Zwischen den Songs entlockt er dem Publikum immer wieder Lacher und beweist, dass er nicht nur Musiker, sondern auch Comedian ist – und das nicht nur auf Social Media.
Für die einen also ein Star ihrer Teenager-Zeit, für die anderen jemand, der die Atmosphäre beim Weihnachtsessen satirisch klug vertont. Beim familiären Konzert in der Mälze hat Rian jedenfalls ein altersmäßig bunt gemischtes Publikum begeistert.