Trauer im Landkreis Cham: Sepp und Lucki Maurer nehmen Abschied von ihrem Vater

Ein großes Herz hat aufgehört zu schlagen: Kein Platz war mehr frei in der Wallfahrtskirche von Neukirchen b. Hl. Blut (Landkreis Cham), als am Montag Hunderte Menschen von Sepp Maurer sen., dem Wirt des Hotels Waldschlössl und in der Region liebevoll „Gschlößl Sepp“ genannt, Abschied nahmen.
Vertreter aus Vereinen, Gastronomie, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben waren ebenso gekommen wie Wegbegleiter, Stammgäste und Freunde. So wie er die Menschen über Jahrzehnte in seinem Haus willkommen geheißen hatte, begleiteten sie ihn nun auf seinem letzten Weg.
Im Mittelpunkt der Anteilnahme stand seine Familie: seine Frau Marianne, mit der er 55 Jahre Seite an Seite durchs Leben ging, sowie seine Söhne Sepp und Ludwig, deren Weg und Erfolg ihm bis zuletzt tiefe Freude und Stolz waren.
Verwurzelt in der Heimat
Pfarrer Dr. Augustinus Kozdra würdigte das erfüllte Leben des Verstorbenen, der stets mit offenem Herzen und großer Menschlichkeit seinen Weg gegangen sei. Aus einfachen Anfängen habe Sepp Maurer mit seiner Frau Marianne ein bemerkenswertes Lebenswerk geschaffen und sei stets fest verwurzelt in seiner Heimat gewesen. Tatkraft, Bodenständigkeit und echte Hinwendung zu den Menschen hätten ihn ausgemacht. Im Alter von 81 Jahren sei er friedlich von dieser Welt gegangen.
Der Gottesdienst wurde musikalisch feierlich gestaltet, so wie es Sepp Maurer geliebt hätte. Der Rittsteiger Dreigesang und die Kaitersberg Blaskapelle verliehen der Feier Würde und Wärme. Ein besonderer Moment war das „Ave Maria“ von Franz Schubert, vorgetragen von einem Streichensemble mit Solistin Juliane Schenk.
Am Friedhof würdigten Vereine und Institutionen die Verdienste von Sepp Maurer. Sie legten Kränze und Schalen nieder als Zeichen der Wertschätzung für einen Mann, dessen Name untrennbar mit dem gesellschaftlichen Leben von Neukirchen b. Hl. Blut und der Region verbunden ist.
Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband erinnerte daran, dass das Ehepaar Maurer aus einem kleinen Gasthaus ein 4-Sterne-Wellnesshotel geschaffen hat, getragen von Mut, Fleiß und Durchhaltevermögen. Die Mitarbeiter des Hotel Waldschlössl verabschiedeten sich von einem „herzensguten Seniorchef“, der mit Geduld, Menschlichkeit und echtem Interesse seiner Belegschaft täglich ein Lächeln schenkte und dessen Handschrift im ganzen Haus spürbar bleibt.
Zuverlässigkeit und Loyalität prägten ihn
Seit 1977 war Sepp Maurer Mitglied des Stopselclubs. Der Schützenverein Waldeslust Wies, dem er 66 Jahre angehörte, sowie der Schützenverein „Frisch auf“ Mais erinnerten an seine langjährige Treue. Die FFW Neurandsberg, bei der er 63 Jahre Mitglied war, betonte seine Zuverlässigkeit und Loyalität. Auch der SSV Rübgarten und der Freundeskreis würdigten sein Engagement.
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Eine besondere Herzensangelegenheit waren Sepp Maurer der Fußball und die DJK Rattenberg: Als Mann der ersten Stunde prägte er die Sportfamilie über viele Jahre, war ein Vorbild für alle Generationen. Sepp Maurer war zudem langjähriges Mitglied im Trachtenverein D’Eckstoana, wo er über viele Jahre ein verlässlicher Förderer war. Im Waldverein Neukirchen b. Hl. Blut brachte er 45 Jahre lang seine Erfahrung ein, gab Ratschläge und half mit. Auch der FFW Atzlern, mit der er fast 50 Jahre verbunden war, stand er mit Rat und Tat zur Seite und hatte im Waldschlössl immer ein offenes Ohr für die Anliegen aller Vereine.
Er lebte Gemeinschaft
Abschied nahmen zudem die Belegschaften der Sportschule Kinema seines Sohnes Sepp, des Restaurants Stoi seines Sohnes Ludwig sowie zahlreiche Vertreter aus den Gemeinden Neukirchen und Rattenberg. Die große Trauergemeinde zeigte eindrücklich, wie sehr Sepp Maurer Gemeinschaft lebte, Freundschaften pflegte und seine Heimat geprägt hatte. Sogar der Himmel schenkte am Grab ein wenig Sonne, als Zeichen der Hoffnung.
Sepp Maurer ist von dieser Welt gegangen, doch was bleibt, ist die Liebe seiner Familie sowie die Dankbarkeit und Zuneigung der vielen Menschen, die er in seinem Leben berührt hat.