Kommentar zum Kita-Standortwechsel: Protest der Anlieger ist berechtigt

Zahlreiche Hausbesitzer im Burglengenfelder Baugebiet Hussitenweg sehen die Verlagerung des Standorts für die geplante Kindertagesstätte kritisch. MZ-Reporter Thomas Rieke gibt ihnen recht. Hier lesen Sie seinen Kommentar:
Der Protest aus dem Baugebiet gegen die Änderung des Kita-Standorts dürfte reflexartig Kritik auslösen: Wie weit sind wir gesunken, wenn schon eine Betreuungseinrichtung für die Jüngsten auf Ablehnung stößt?
Aber: So unangebracht sind die Einwände nicht. Zumindest im Bezug auf den zu erwartenden Bring- und Holverkehr haben sie ihre Berechtigung. Wir reden hier immerhin schnell von rund 200 Fahrbewegungen täglich – mit ungezähltem Türenschlagen.
Und natürlich ist es auch nachvollziehbar, wenn sich Hausbesitzer auf den ursprünglichen Bebauungsplan berufen. An was sollte man sich bei der Grundstücksauswahl denn sonst orientieren, wenn nicht an dieser Grundlage? Dass die neue Kita außerhalb des B-Plans in einem extra geschaffenen Sondergebiet liegt, ändert nichts am Gefühl, getäuscht worden zu sein.
Denen, die sich nun sorgen, sei zur Beruhigung gesagt: Nicht nur von einer Kita kann Lärm ausgehen. Im Prinzip ist man mit so einer Einrichtung sogar noch gut bedient. Sie hat geregelte Betriebszeiten. Also kann sich auf sie einstellen. Anders, wenn man das Pech hat, Nachbarn zu haben, die sich an keine Spielregeln halten – weder abends, nachts oder an Wochenenden. Und die soll es gar nicht so selten geben.
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