Brand auf Christkindlmarkt in Schorndorf – „Das war ein Anschlag!“, sagt der Bürgermeister

Seine Erschütterung ist herauszuhören, als er am Sonntagmorgen am Handy versucht, eine Erklärung für das zu finden, was da passiert ist. Max Schmaderer, Bürgermister von Schorndorf (Landkreis Cham) scheitert an der Frage, wer so etwas warum macht, doch er ist sicher: „Das war ein gezielter Anschlag!“ Er sieht in dem Versuch eines bislang Unbekannten, am Christkindlmarkt Feuer zu legen, auch einen Anschlag aufs Ehrenamt.
Und wäre nicht die Autofahrerin in der Früh vorbeigekommen und hätte das Feuer bei den Buden des Christkindlmarkts gemeldet, hätte es zur Feuerkatastrophe kommen können. Denn neben dem Rathaus steht hier auch die neue Schorndorfer Mitte mit Tagespflege im Erdgeschoss und zahlreichen Wohnungen darüber. Wichtig: Trotz des Vorfalls findet der Markt am Sonntag wie geplant statt. Die Einnahmen vieler Besucher könnten dabei helfen, die Brandschäden zu kompenseiren.
Täter war möglicherweise zweimal da
Gleich als Schmaderer gegen fünf Uhr die Sirenen hörte, sei ihm der Markt durch den Kopf gegangen – gedacht habe er aber an einen technischen Defekt oder ähnliches – und nicht an einen Brandanschlag: „Das ist Wahnsinn!“ Und macht ihn ratlos. „Das ist nicht die Tat eines Verrückten gewesen, sondern ein gezielter Versuch, Feuer zu legen“, analysiert der Bürgermeister.

Bei acht Buden habe der Täter versucht, vermutlich mit Petroleum Feuer zu legen. Kameraaufnahmen des im Rathaus beheimateten Unternehmens Sysob hätten eine Einzelperson gezeigt, die gegen 4 Uhr einmal dagewesen sei und versucht habe, Feuer zu legen, und später noch einmal gefilmt worden sei bei einem weiteren Versuch, die Buden in Brand zu setzen.
„Das ist nicht die Tat eines Verrückten gewesen, sondern ein gezielter Versuch, Feuer zu legen.Max Schmaderer, Bürgermeister
„Der Täter war wohl jüngeren Alters, denn er war flott unterwegs“, beschreibt Schmaderer. Eine der angeflämmten Buden habe direkt an der Wand des Rathauses gestanden – hätte die gebrannt, wäre es schlimm geworden, so seine Überzeugung.

Zumal in den Holzbunden auch Gasflaschen stehen – „das wäre böse ausgegangen!“ Auch dank des schnellen Eingreifen der Feuerwehr sei hier Schlimmeres verhindert worden. Schmaderer erinnerte daran, dass der Markt mit viel ehrenamtlichen Engagement aufgebaut worden sei. Viele Stunden seien investiert worden.
Es habe im Vorfeld keinerlei Hinweise auf so etwas gegeben, sagt der Bürgermeister, auch keine Drohungen, die im Rathaus eingegangen wären. Bei acht Buden sei Feuer gelegt worden, zwei, drei seien verschont worden – besonders die Bude der SuKK sei stark beschädigt worden.
„Das war kein dummer Jungenstreich“
„Wenn man das sieht, da bleibt dir die Spucke weg! Das war kein dummer Jungenstreich“, so Schmaderer. Für ihn lasse sich nicht ergründen, was im Kopf eines solchen Täters vorgehe. Überrascht ist er etwas, dass hier nicht die Kripo anrückt, um mit Spurensicherung und anderem zu ermitteln, sondern die Rodinger Polizei hier allein die Ermittlungen inne hat. Die bittet um sachdienliche Hinweise unter der Telefonnummer 09461/ 9421-0
Noch etwas liegt Max Schmaderer auf der Seele: Seit einem Dreivierteljahr kämpfe die Gemeinde darum, eine Videoüberwachung dort installieren zu können, um Vandalismus etwa am Brunnen oder Einbruchsversuche, wie es zuletzt wieder einen beim Rathaus gab, zu verhindern. Es sei extrem kompliziert mit Datenschutzbeauftragtem, Landratsamt und Polizei, bis man nun gerade grünes Licht dafür bekommen habe: „Wären wir schneller gewesen, wüssten wir wohl jetzt mehr“, sagt der Bürgermeister.