„Brauchen Anreize statt Hemmnisse“: Kreishandwerkerschaft trifft sich in Pemfling

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. November 2025 um 15:00

„Das arbeits- und lohnintensive Handwerk kämpft nach wie vor mit strukturellen Problemen. Hohe Abgaben, übermäßige staatliche Regulierung und Bürokratie bremsen Wachstum und Investitionen!“ Dies betonte Kreishandwerksmeister Georg Braun bei der ordentlichen Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft am Donnerstag im Gasthaus Moro in Pemfling.

Vor diesem Hintergrund fordere man dringend gezielte Strukturreformen in zentralen Bereichen der Wirtschaftspolitik, insbesondere Bürokratieabbau, Senkung der Abgabenlast und weniger Regulierung, um Investitionen, Wachstum und langfristige Planungssicherheit zu fördern.

Lage bleibt angespannt

In seinem Bericht informierte der Kreishandwerksmeister die anwesenden Innungsvertreter über die aktuelle wirtschaftliche Lage des ostbayerischen Handwerks. „In diesen Tagen stehen wir inmitten vielfacher Herausforderungen, die wirtschaftliche Lage Deutschlands bleibt insgesamt angespannt“, erklärte Braun und zitierte den Zentralverband des Deutschen Handwerks, der darauf hinweise, dass das Handwerk als „Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft“ gelte.

Sowohl im Lebensmittelgewerbe und in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf sowie im Gesundheitsgewerbe habe ein größerer Anteil an Betrieben Umsatzrückgänge zum Vorquartal verzeichnen müssen. Eine positive Umsatzentwicklung habe im 3. Quartal hingegen ein Teil der Betriebe unter anderem im Lebensmittelgewerbe erreicht, aber auch Teile in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf.

Für das letzte Quartal prognostizierten mehr Betriebe Auftrags- und Umsatzrückgänge. Positiver blicke hier nur rund jeder zehnte Betrieb in die Zukunft und gehe von Steigerungen aus. Die große Mehrzahl erwarte keine Veränderungen, ebenso auch bei der Einschätzung zur weiteren Beschäftigungsentwicklung im Betrieb. Der Kreishandwerksmeister berichtete, dass die Arbeitsagentur einen Rückgang der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 20 auf 348 im Landkreis Cham bilanzierte. Das Handwerk könne aber eine leichte Steigerung verzeichnen. Braun bedauerte, dass viele Eltern nicht den Wert eines Handwerksberufs erkennen würden, obwohl es hier große Zukunftschancen gebe, denn ein Handwerker sei durch nichts zu ersetzen. Auch nehme die gezielte Anwerbung von Azubis aus Drittstaaten an Bedeutung zu.

Vielfache Herausforderungen

Braun betonte, dass die Betriebe vor vielfachen Herausforderungen stünden, denn die wirtschaftliche Lage in Deutschland bleibe insgesamt angespannt, und forderte deshalb eine gezielte Strukturreform in den zentralen Bereichen der Wirtschaftspolitik, angefangen beim immer wiederkehrenden Bürokratieabbau über Senkung der Abgabenlast bis zu weniger Regulierung. „Wir brauchen Anreize statt Hemmnisse“, erklärte der Redner und meinte. dass das Handwerk dringend mehr wertgeschätzt werden müsse.

Abschließend überreichte der Kreishandwerksmeister an die neue Obermeisterin der Friseur-Innung, Susanne Zipperer, die Obermeisternadel. Ihrer Vorgängerin Sabine Schneider, die nicht mehr für dieses Amt kandidiert hatte, gratulierte er zur Goldenen Ehrennadel des Landesinnungsverbandes.

„Cyberschutz für Handwerksbetriebe“ war ein abschließendes Kurzreferat von Markus Fischer und Jonas Hofmann von Signal Iduna überschrieben. Beide erläuterten den Cyberschutz und auch die Risiken für Unternehmen an. Das Cyberrisiko gelte für alle Handwerksbetriebe, unabhängig von Größe und Branche. Die beiden Referenten gingen auf Absicherung, Soforthilfe und auch Prävention ein.