Sie bringen Kinderaugen zum Leuchten: Further Kultwerkstadt mit Wunschzettel-Aktion

Von Mittelbayerische Zeitung · 27. November 2025 um 15:21

Dieses Jahr startet die Christkindaktion der Further Kultwerkstadt schon in die fünfte Runde. Die Intention dahinter: auch Kindern aus bedürftigen Familien ein Weihnachten mit Geschenken ermöglichen, so Marina Schmid, Vorsitzende des Vereins. Die Idee dazu kommt aus Falkenstein. Das Projekt „Falkenstein zeigt Nächstenliebe“ inspirierte die Kultwerkstadt.

Auch die Wunschbäume der Malteser waren laut Schmid ein Anreiz. Aber da es keinen Vereinstreff gibt, wo die Kinder ihre Wünsche an den Baum hängen könnten, wurde dieser Ansatz verworfen. In Furth werden sie per Post oder Handy an die Kultwerkstadt geschickt. Dem Verein habe der Gedanke gefallen, dass alles digital machbar sei. Damit geht man mit der Zeit und es passe zu der Vereinsmoral, so Schmid. Auch die Schwelle, mitzumachen, sei niedriger, und jeder habe die Chance, einen Wunschzettel abzugeben oder ein Spender zu sein.

Elektronik ist heuer tabu

Bis zum 10. Dezember dürfen die Kinder einen Wunsch an die Kultwerkstadt herantragen. Wichtig: Dieses Jahr dürfen es keine Gutscheinwünsche oder Elektronikartikel sein – also auch keine Handys. Das Christkind erfüllt laut der Kultwerkstadt lieber echte und greifbare Wünsche. Das können Dinge zum Spielen, Lesen, Basteln oder Kuscheln sein – die Ideen sind fast endlos.

Die diesjährige Einschränkung sei nicht aus Abneigung zur Elektronik entstanden, so Schmid. In den vergangenen Jahren hätten sich vor allem Jugendliche gebrauchte Elektroartikel gewünscht, jedoch sei es schwierig gewesen, Spender zu finden, die diesen Wunsch erfüllen wollten. Auch seien die Wünsche manchmal preislich nicht mehr erfüllbar gewesen.

Denn: Die Wünsche auf dem Wunschzettel sollten unter 50 Euro liegen. Diese Grenze sei meist kein Problem, die aktuellen Wünsche schon eher. „Was soll denn das sein?“, fragten sich die Helfer öfter, als sie die Wunschzettel durchgelesen haben. Da musste dann nachgefragt werden, ob es zu diesem Produkt denn auch eine Internetseite gäbe, auf der man es finden kann...

Auf der Instagram-Seite der Kultwerkstadt (@kultwerkstadt) werden täglich die Wünsche hochgeladen. Auch im WhatsApp-Status mancher Vereinsmitglieder sind diese ersichtlich. Namen werden dabei nicht genannt, alles ist anonym. Wunschzettel, die angenommen wurden, werden dann „gestrichen“, damit die Interessierten wissen, welche Geschenke noch übrig sind.

Auf allen Kanälen erreichbar

Interessierte Spender können sich dort anschauen, was sie beisteuern könnten und möchten. Wer dazu bereit ist, einem Kind einen Wunsch zu erfüllen, muss sich dann nur auf einem der Social-Media-Kanäle der Kultwerkstadt melden – dies ist auf auf Instagram, Facebook und WhatsApp möglich. Auch an die E-Mail-Adresse eli@kultwerkstadt.de kann geschrieben werden.

Interessierte können laut Schmid auch nur ihre Bereitschaft äußern und sich auf eine Warteliste setzen lassen. Dann wissen die Helfer der Kultwerkstadt zumindest, wie viele Interessierte es gibt. Laut Schmid gibt es auch viele Spender, die nur ein bestimmtes Alter oder nur Mädchen oder Jungen beschenken wollen.

Wenn ein passendes „Christkind“ für einen Wunsch gefunden ist, geht es erst richtig los. Die Spender dürfen die Geschenke kaufen und möglichst liebevoll verpacken.

Letztendlich wird das Päckchen dann in der Kultwerkstadt abgegeben. Kurz vor Weihnachten werden die verpackten Geschenke an die Kinder ausgeliefert – vom Further Christkindl.

„Das Alter ist sehr unterschiedlich“, so Schmid über die Teilnehmer. Es habe schon Wunschzettel mit Windeln und Babyartikeln gegeben, aber auch welche mit Schminke und Nike-Schuhen. Die Altersspanne geht von Kleinkind bis zu 16- und 17-Jährigen, die noch keine Ausbildung gestartet haben und somit keine Ausbildungsvergütung erhalten. Die Wünsche unterscheiden sich stark. Mädchen würden sich oft Schminke, Kissen oder Kuscheldecken wünschen, Jungen Schuhe und Jogginghosen.

Jeder Helfer zählt

Auch dieses Jahr ist die Kultwerkstadt wieder auf Spender angewiesen, so Marina Schmid. Jeder Helfer zählt und hilft dabei, ein Stück Weihnachtsfreude ins Kinderzimmer zu bringen.

Nach ein bis zwei Tagen hat sich bisher meist ein Spender gefunden, so Marina Schmid. Trotzdem sei sie jedes Jahr aufs Neue wieder gespannt und auch etwas ängstlich, ob sich genug Bürger finden. Bei etwa 80 Wunschzetteln mit einem Wert von je 50 Euro ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe. Sollte es einmal nicht ganz ausgehen, könne man auf die Vereinskasse zurückgreifen, so Schmid. Dank großzügiger Spenden über das Jahr sei dies möglich.

2024 wurden 77 Wünsche erfüllt. Vor zwei Jahren waren es sogar 84 . Es bleibt spannend, wie viele Kinder und Jugendliche dieses Jahr einen Wunschzettel abgeben. Die Frist läuft bis 10. Dezember.