Vor heißer Verkaufs-Phase: Kaiser-Therme in Bad Abbach rutscht noch tiefer ins Minus

Von Martin Rutrecht · 27. November 2025 um 19:00

Die Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Kelheim) steckt vor ihrem angepeilten Verkauf weiter in roten Zahlen. Der Verlust in 2025 wird über zwei Millionen Euro betragen. Aber auch die anderen niederbayerischen Kurbäder wie die Limes-Therme Bad Gögging schwimmen – dort bescheren Investitionen teils noch heftigere Einbußen.

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Als „Gesundheitsthermen“ stellen sich die fünf niederbayerischen Heilbäder in einer neuen Marketingstrategie auf. Gemessen an den nackten Zahlen kränkeln sie. Die Wohlfühl-Therme Bad Griesbach schreibt 2025 über 3,9 Millionen Euro „Miese“, die Rottal-Therme Bad Birnbach landet bei knapp 3,5 Millionen. Mit gut 3,1 Millionen Euro folgt die Limes-Therme im Negativranking. Die Kaiser-Therme schließt das Jahr mit 2,23 Millionen Verlust ab. Einzig die Europa-Therme Bad Füssing hält sich mit minus 570.000 Euro passabel über Wasser.

Diese Haushaltsansätze wurden am Mittwoch in den jeweiligen Zweckverbänden (ZV) vorgestellt. Besonderes Augenmerk richtet sich auf Bad Abbach: Wie mehrfach berichtet soll die Kaiser-Therme in 2026 privatisiert werden, die Investoren-Suche läuft. „Die Besucher- und Behandlungszahlen zeigen ein solides Jahr“, sagte der operative Werkleiter Ralf Flatau im Gremium des ZV Kurmittelhaus Bad Abbach, dem noch öffentlichen Träger aus Bezirk Niederbayern, Landkreis Kelheim und Kommune.

Personal als größter Posten

Nach einem „sehr guten Jahr 2024“, so Flatau, seien Gästezahlen und Anwendungen nur moderat zurückgegangen, von 173.501 auf 160.131 (jeweils Januar bis Oktober). „Die Gründe liegen in der tageweisen Schließung der Saunawelt im Sommer und einer einwöchigen Pause wegen Renovierungen.“

Die Erträge (2,46 Mio. Euro) erreichten in den ersten zehn Monaten 2025 nahezu das Niveau des Vorjahreszeitraums. Aber die Ausgaben von 5,28 Millionen Euro bis Jahresende reißen ein Loch in das Budget. Als größte Posten stehen Personal (2,0 Mio.), Material/Fremdarbeit (1,2 Mio.) sowie betriebliche Aufwendungen (1,7 Mio.) zu Buche.

Auch die Limes-Therme in Bad Gögging schwimmt in roten Zahlen. - Foto: Gerhard Illig/Tourismusverband Ostbayern

Was im Vergleich zu den anderen Thermen in Niederbayern auffällt: In Bad Abbach gibt es kaum noch Investitionen in Erneuerungen. Ein Sanierungs- und Modernisierungsstau von rund 35 Millionen Euro hat den ZV mit dazu veranlasst, den Verkauf der Kaiser-Therme in die Wege zu leiten. Die Hoffnung ist, dass ein Investor für die Attraktivierung des Kurbads sorgt.

In die Limes-Therme in Bad Gögging wurden heuer fast 3,5 Millionen Euro in den Energieumbau gesteckt. Die damit einhergehende zeitweilige Schließung von Abteilungen bescherte einen Rückgang bei Besuchern und Behandlungen, erklärte der operative Werkleiter Franz Bauer. Aber bis Jahresende sind die Baumaßnahmen abgeschlossen.

Millionenschwere Investitionen

In der Rottal-Therme gehen mehr als drei Millionen Euro in den Austausch der Badewasserpumpen sowie die Sanierung des Thermenbachs. Ebenfalls drei Millionen investierte die Wohlfühl-Therme Bad Griesbach in den Energieumbau. Dort (plus 1,5 Millionen Euro) und in Bad Füssing (2,5 Millionen) wachsen die Erträge deutlich an. Für die Europa-Therme Bad Füssing wurden fast vier Millionen Euro für Wärmegewinnung, Rückenschwimmerbecken und Energieumbau aufgebracht.

Die Verluste in allen fünf Bädern muss die öffentliche Hand ausgleichen. Für die Kaiser-Therme schießt der Bezirk für 2026 eine Verbandsumlage von 720.000 Euro zu, auf den Landkreis Kelheim und die Gemeinde Bad Abbach entfallen je 240.000 Euro. Immerhin dürfen die Gelder, so der einstimmige Beschluss in der ZV-Sitzung im Kurhaus Bad Abbach, in Raten abgestottert werden.

Noch keine Konzepte von potenzielle Käufern

Zum Stand der Investorensuche dringt nach wie vor nichts nach außen. ZV-Geschäftsführerin Katrin Landes und Bürgermeister Benedikt Grünewald verweisen weiterhin auf die Konzessionsvergabeverordnung, wonach die Preisgabe von Details gegen die Rechtslage verstoßen würde. „Wir werden uns weiterhin konsequent und verlässlich an die rechtlichen Vorgaben halten“, erklären sie auf Anfrage.

Wie berichtet endete die öffentliche Ausschreibung am 3. November 2025. „Bei diesem Teilnahmewettbewerb war noch keine Abgabe von Konzepten erforderlich.“ Es bleibt also offen, welche Zukunftsstrategien mögliche Käufer für die Kaiser-Therme sehen.