Ambergs Klinikum St. Marien braucht hoch dosierte Finanzspritze

Schon in den vergangenen beiden Jahren musste die Stadt Amberg tief in die Tasche greifen, um das Defizit ihres kommunalen Unternehmens Klinikum St. Marien auszugleichen. 18,5 Millionen Euro waren insgesamt 2024 und 2025 fällig, damit das Unternehmen nicht ins Minus rutscht. 8,9 Millionen Euro werden es vermutlich 2026 sein.
Wie schon im Haupt- und Finanzausschuss eine Woche zuvor wurde auch in der Stadtratssitzung am vergangenen Montag der Ruf nach Kooperation mit dem Landkreis immer lauter.
„Leider setzt sich auch für 2026 die negative Entwicklung der unzureichenden Finanzierung der Betriebskosten des Klinikums fort“, lautete die wenig erfreuliche Nachricht des Kämmerers. Amberg stehe aber in Deutschland mit diesem Dilemma nicht alleine da. Vier Milliarden Euro müssen die Kommunen in ihre kommunalen Krankenhäuser pumpen, jedes Krankenhausbett erwirtschaftet im Schnitt jährlich ein Defizit von 19 000 Euro.
Sofort-Programm reicht nicht
Zwar habe laut Wein die Bundesregierung die Problematik der enormen Unterfinanzierung erkannt und die sogenannte Sofort-Transformation beschlossen – allerdings nur für ein Jahr. Rund 2,7 Millionen Euro erwartet das Amberger Klinikum aus diesem Topf. Ohne diese Hilfe wäre das Defizit noch höher.
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Die Ursachen dieser defizitären Entwicklung sieht Wein zum einen in der Personalkostenentwicklung aufgrund der Tarifbindung, zum anderen in der immer stärker werdenden Verlagerung von bisher stationären Behandlungen in den ambulanten Bereich. „Eine Änderung der Lage ist vor 2028 nicht in Sicht, erst dann könnte die Krankenhausreform finanzielle Wirkungen zeigen“, machte Wein wenig Hoffnung für die nahe Zukunft.
In vier Raten wird damit im kommenden Jahr das Amberger Klinikum das zinslose Darlehen in Höhe von maximal 8,9 Millionen Euro erhalten. Eine Rückzahlung soll bis Ende 2031 erfolgen.
Sollte das Darlehen nicht bzw. nicht vollständig zurückbezahlt werden, könnte die Restschuld in eine Kapitalerhöhung der Stadt beim Kommunalunternehmen umgewandelt werden.
Kritik an Landrat Richard Reisinger wegen Blockadehaltung
Nachdem das Thema „Defizit des Klinikums St. Marien“ bereits im Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss intensiv diskutiert worden war, wiederholte ÖDP-Rat Klaus Mrasek nur mehr die wichtigste Botschaft an den Landkreis mit seinen beiden Krankenhäusern und Landrat Richard Reisinger: „Wir brauchen eine gelebte Koordination! Die Blockade in Person des Landrats kann so nicht bleiben!“