Energiewende im Landkreis Cham: Jetzt zählt das Wie, nicht das Ob!

Von „Haben Sie eigentlich schon einmal ein Loch bei uns gegraben?“ bis zu „Wie soll ich meinen Kindern erklären, dass sie diese Windräder ein Leben lang anschauen müssen?“: Bei der Teilbürgerversammlung in der Stadthalle Cham ziehen die Bürger der Gemeinde Pemfling alle Register, um die Verantwortlichen ihren Unmut über die geplanten Windräder spüren zu lassen. Hier lesen Sie den Kommentar unserer Volontärin.
Jetzt ist nicht die Zeit, darüber zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn die Ampel-Regierung den Ausbau erneuerbarer Energien nicht vorangetrieben hätte. Jetzt ist die Zeit, sich als Landkreis darauf zu konzentrieren, den Ausbau der Windkraft bestmöglich zu gestalten – und die Bürger dabei einzubeziehen.
Fakt ist: Bis 2032 müssen 1,8 Prozent der Kreisfläche für Windkraft ausgewiesen werden. Geschieht das nicht, sind alle Flächen gleichermaßen privilegiert. Und die Karten liegen auf dem Tisch: Wenn der Landkreis die ausgewiesenen Flächen nicht selbst nutzt, wird es jemand anderes tun – jemand, der die Menschen vor Ort nicht zwingend an „ihrem“ Strom zu einem niedrigen Tarif beteiligt.
Deshalb sollte sich die Diskussion längst nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie drehen. Dafür braucht es eine offene Debatte und eine aktive Information der Bürgerinnen und Bürgern, die die Anlagen später in ihrer Landschaft oder gar vor der eigenen Haustür dulden müssen.
Jetzt ist es höchste Zeit, Verantwortung zu übernehmen, damit die Energiewende nicht über die Köpfe der Menschen hinweg passiert, sondern mit ihnen. Nur so kann aus dem Vorhaben ein gemeinsam getragenes Zukunftsprojekt entstehen.