Hiobsbotschaft: Verkauf von Kelheim Fibres an Finanzinvestor ist gescheitert

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. November 2025 um 17:26

Kehrtwende bei der Rettung von Kelheim Fibres: Trotz notariell beurkundetem Kaufvertrag zog der Finanzinvestor LEO III FONDS zurück. Die „Ausproduktion“ werde vorbereitet, heißt es vom Kelheimer Faser-Spezialisten.

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Die Kelheim Fibres GmbH informierte am späten Montagnachmittag, 24. November, per Pressemitteilung, dass der Verkauf an den Finanzinvestor LEO III Fonds geplatzt ist.

Der im Rahmen des laufenden Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung verfolgte Transaktionsprozess mit dem in München ansässigen LEO III Fonds, beraten durch die Dubag Group, habe „trotz intensiver Bemühungen nicht zum Abschluss gebracht werden“ können, teilt der Faser-Spezialist mit.

Belegschaft und Betriebsrat waren wenige Stunden zuvor, ebenfalls am Montagnachmittag, über die aktuelle Entwicklung und mögliche Szenarien informiert worden. Laut Betriebsratsvorsitzendem Josef Rummel arbeiten aktuell noch an die 450 Männer und Frauen bei Kelheim Fibres. Hierbei seien an die 60 Auszubildende eingerechnet. Mit Blick auf Leiharbeiter und weitere am Standort an der Regensburger Straße beschäftigte Firmen „kommen nochmals an die 100 Leute“ dazu, sagte Josef Rummel auf MZ-Nachfrage.

Kelheim Fibres: Die guten Nachrichten waren verfrüht

Erst vor gut zwei Wochen hatte es geheißen, der Verkauf an den Finanzinvestor sei in trockenen Tüchern. Mit gezielten Investitionen sollte die Produktion am Standort Kelheim „langfristig überleben“.

Am Montag kam die Hiobsbotschaft: Der bereits notariell beurkundete Kaufvertrag konnte mangels Erfüllung „wesentlicher Vollzugsbedingungen – insbesondere fehlender verbindlicher Volumen-Commitments einzelner Großkunden für das Jahr 2026“ – nicht vollzogen werden, teilt Kelheim Fibres mit. Der Investor habe vom Kaufvertrag Abstand nehmen müssen, „da kein tragfähiges Geschäftsmodell gesichert werden konnte“.

Trotz breiter Unterstützung durch die überwiegende Mehrheit der Kunden und der bereits erfolgreich umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen reiche das aktuell verbindlich zugesagte Absatzvolumen nicht aus, „um einen regulären Weiterbetrieb über den 31. Dezember 2025 hinaus wirtschaftlich darzustellen“, teilt das Unternehmen mit.

Kelheim Fibres: Fortführung der Produktion bis 2026 möglich?

Vor diesem Hintergrund müsse die Kelheim Fibres „derzeit eine geordnete Ausproduktion vorbereiten“. Parallel prüfe das Unternehmen, ob auf Basis zusätzlicher verbindlicher Kundenbestellungen eine zeitlich und mengenmäßig begrenzte Fortführung der Produktion in 2026 möglich sei.

Hierzu werden die Kunden um kurzfristige finale Zusagen gebeten. Nach Auswertung dieser Rückmeldungen werde entschieden, ob und in welchem Umfang der Betrieb über den Jahreswechsel hinaus aufrecht erhalten werden könne, teilte Kelheim Fibres am Montagnachmittag mit. Die Geschäftsführung war für Nachfragen nicht erreichbar.