Sonja Rieger aus Bad Abbach managt jetzt die „Ökomodellregion Kelheim“

Mit einem neuen Gesicht startet die „Ökomodellregion Kelheim“ in die zweite Förderperiode. Mit der 22-jährigen Sonja Rieger aus Bad Abbach hat der Landkreis eine junge, aber im Öko-Landbau schon erfahrene Koordinatorin angeheuert.
Im Jahr 2023 wurde der Landkreis Kelheim in die bayerische Riege der „Ökomodellregionen“ (ÖMR) aufgenommen; im Juli 2024 fiel der offizielle Startschuss – damals noch mit ÖMR-Managerin Katharina Gassner. Diesen Posten hat zum 1. Oktober Sonja Rieger übernommen. Mit ihr startete der Landkreis zum 1. November in die zweite Förderperiode. Ziel auch der nächsten drei Jahre ist es, den Anteil an Öko-Landbau im Landkreis zu erhöhen, die zugehörigen Betriebe zu vernetzen und mit ihnen neue regionale Absatzmärkte zu erschließen. Aspekte also, die bei Sonja Rieger in den zurückliegenden Jahren mit auf dem „Stundenplan“ standen.
Denn die 22-Jährige hat in Weihenstephan Landwirtschaft studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Beim Studien-Schwerpunkt musste sie nicht lange überlegen: Öko-Landbau, „weil unser eigener Hof schon seit 1990 bei ,Naturland‘ ist“, also einem der großen Bio-Anbauverbände hierzulande. Von „unserem Hof“ spricht die junge Frau im Gespräch mit der Mediengruppe ganz selbstbewusst: Sie ist von klein auf hineingewachsen in den Ackerbau-Betrieb im Bad Abbacher Ortsteil Peising, den der Vater im Nebenerwerb führt; sie arbeitet dort bereits seit Jahren mit und will den Hof später auch übernehmen, sehr zur Freude vom Papa.
Geld für Kleinprojekte
In vielen Aspekten kann sie also aus eigener Erfahrung mitreden, wenn sie derzeit auf Vorstellungs-Tour ist zu Bio-Betrieben im Landkreis und zu weiteren Akteuren, etwa dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten. Auf den Höfen rührt sie dabei auch die Werbetrommel für den Fördertopf für „Öko-Kleinprojekten“, der 2026 neu aufgelegt wird. Bis 6. Januar kann man sich mit Projekten bewerben, deren Kosten zwischen 500 und 20.000 Euro liegen, und dafür bis zu 50 Prozent Förderung erhalten.
Das haben in der Vergangenheit schon einige Betriebe im Landkreis genutzt, schildert Sonja Rieger: Einer modernisierte seine Anlage zur Getreidereinigung, ein anderer schaffte sich eine „Zentrofan“-Mühle fürs schonende Mahlen von Getreide an; ein dritter bekam Hilfe beim Einstieg in die Bio-Hähnchenmast.
Auch Projekte zur „Bewusstseinsbildung“ sind mittlerweile förderfähig, schildert Sonja Rieger – davon profitiert hat bereits der „Biohof Gruber“ in Rohr-Schöfthal, und mit ihm quasi indirekt die ÖMR. Denn über ein Kleinprojekt wurde die Bestuhlung für den neuen Tagungsbereich am Gruber-Hof mitfinanziert. Und dort fand kürzlich auch das Regionaltreffen von ÖMRs aus Niederbayern, der Oberpfalz und Mittelfranken statt.
Ein durchaus drängendes Thema dabei: die immer noch sehr ausbaufähige Ökolandbau-Quote, gerade auch in Niederbayern mit bislang etwa sieben Prozent. „Die aktuellen Zahlen für den Landkreis Kelheim sollen demnächst kommen“, ergänzt Rieger. Um die Bereitschaft anzukurbeln, „bio“ zu wagen, planen Niederbayerns ÖMR im Frühjahr bzw. Sommer 2026 die zweite „Umstellungs-Veranstaltung“. Wieder online, wie die Premiere 2025, damit möglichst viele Interessierte teilnehmen können. Zusammen mit Behörden und Fachverbänden informieren die ÖMR dabei über den Ablauf einer Betriebsumstellung sowie Beratungs- und Fördermöglichkeiten.
Ein zweiter Schwerpunkt von ÖMRs ist das Bestreben, die sogenannten Wertschöpfungsketten auszubauen. „Zum Beispiel gibt es im Landkreis schon Erzeuger von Bio-Getreide, und im Nachbarlandkreis Regensburg auch eine zertifizierte Mühle. Unser Ziel wäre, dass nun ein Bäcker aus der Region das Getreide auch verwertet.“ Ein Bäckerbetrieb sei derzeit in der Umstellungsphase auf „bio“.
Online-Plattform geplant
Auch das in der ersten Förderperiode angestoßene Projekt für ein regionales Bio-Müsli will die neue ÖMR-Managerin vorantreiben. Ausbaufähig wäre die Vermarktung regionaler Bio-Produkte. Geplant sei von den ÖMR eine Website, auf der sich Landwirte vorstellen können, weiß Sonja Rieger. Auf Landkreis-Ebene gibt es die vom Tourismusverband mitbetreute Plattform „voll regional“, mit konventionellen und Bio-Anbietern. Sie ist mit derzeit 17 Einträgen noch recht überschaubar.
Kontakt
Die Ökomodellregion Kelheim ist bei der Wirtschaftsförderung am Landratsamt Kelheim angedockt. Ansprechpartnerin Sonja Rieger ist dort telefonisch erreichbar unter 09441 207-2107 oder per Mail: Oekomodellregion@landkreis-kelheim.de