Auf dem Großen Arber wird schon beschneit und sogar Preise werden gesenkt

Von Maria Frisch · 24. November 2025 um 05:00

Die gegenwärtigen Kältegrade lassen Pistenfreaks und Loipler bereits vom Skisport im Landkreis Cham träumen. Da „Frau Holle“ bislang noch mit dem Naturschnee gespart hat, behilft man sich bei der Arberbergbahn mit der Anlage von Schneedepots. Was sich wie ein Begriff aus dem Bankengeschäft anhört, ist nichts anderes als „Schneien auf Vorrat“, also das Nutzen der November-Kälte für große Schneehaufen, die dann bei entsprechender Wetterprognose im Dezember zu einer Skipiste ausgerollt und verdichtet werden.

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„Auf die grüne Wiese machen wir dennoch keinen Maschinenschnee, denn es liegen bereits fünf bis zehn Zentimeter Naturschnee“, betont Betriebsleiter Thomas Eckl. Da die frostige Witterung in dieser Woche stabil bleiben soll, fährt die Arberbergbahn mit besagter Vorgehensweise fort. Betriebswirtschaftlich betrachtet sei das beim Absinken des Thermometers in den Minusbereich im November die einzige Alternative, um die Schneesicherheit in den kommenden Monaten zu gewährleisten.

Könnte sich rächen

Eine sofortige Pistenpräparierung könnte sich rächen, wenn nach zwei Wochen Kälte wieder ein Umschwung in wärmere Temperaturen eintreten würde. Dies sei nach Überzeugung von Thomas Eckl garantiert vor Weihnachten noch einmal der Fall. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!“

Bereits im Vorjahr investierte die Arberbergbahn in neue Beschneilanzen, die ungefähr ein Fünftel des bisherigen Stromverbrauchs benötigen. Heuer wurden zwei weitere erworben. - Foto: Thomas Eckl

„Die Schneehaufen bieten dafür keine Angriffsfläche, was heißt, dass etwas Regen ihnen nichts anhaben kann“, sagt der Wahlbodenmaiser, der auch mit Blick auf die letzten Jahre anfügt: „Es ist ganz normal, dass wir ab 15. November solche Kälteperioden nutzen.“ Während des Tages werden die Schneekanonen wieder abgeschaltet. Ab den Abendstunden laufen sie erneut. „Wir haben aktuell Temperaturen um die minus acht Grad. Wenn wir da nicht beschneien würden, wäre es unverzeihlich und nicht nachvollziehbar“, so der Chef der Arberbergbahn. Nach wie vor ist der Große Arber der Motor des Wintertourismus und sozusagen der Retter des Wintersports. Das Zeitfenster für die Vorbereitung ist nicht allzu groß. „So eine große Beschneiungsanlage haben wir nicht, dass wir alles gleichzeitig vollstauben könnten“, schildert der 33-Jährige.

12. Dezember anvisiert

Mit den Lanzen und Kanonen entstehen derzeit die Depots auf dem Thurnhofhang mit Kinderland, dem Sonnenhang, der Familien-, Damen und Bayerwaldstrecke. Thomas Eckl sieht davon ab, zu früh einen festen Termin für den Saisonstart auszugeben. „Letztendlich können wir nur anfangen, wenn wir genug Schnee haben“, so der Betriebsleiter, der grundsätzlich den 12. Dezember anvisieren würde. „Eigentlich kann es niemand vorhersagen“, ist Eckl überzeugt. Aufgrund des Starts am 13. Dezember 2024 summierten sich im letzten Skiwinter 108 Tage Skibetrieb.

„Wir machen jetzt quasi Depotlager für die Weihnachtsferien“, sagt der Arberbergbahn-Chef. Sollte eine Naturschneeladung kommen, oder längere Kältefenster, überlege man, etwas früher zu starten.

Tagsüber ruht die Produktion von Maschinenschnee. - Foto: Thomas Eckl

An Verbesserungen gebe es heuer z. B. eine Wellenbahn für Kinder und Teenager am Thurnhofhang. Letztes Jahr wurden bereits Beschneilanzen angeschafft, die weniger Strom verbrauchen. Heuer wurden zwei weitere solche Energiesparer erworben. „Es ist ein Transformationsprozess, bei dem wir kontinuierlich Schritt für Schritt nachlegen“, beschreibt Thomas Eckl die Vorgehensweise.

Die Arberbergbahn stieg Mitte Dezember 2024 mit der gesamten Fahrzeugflotte inclusive Pistenbullys auf synthetischen Kraftstoff um, der zusätzlich eine Einsparung von 300 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr ermöglicht. Sämtliche Fahrzeuge der Arberbergbahn, inclusive der Pistenraupen, tanken seit Mitte Dezember 2024 zu hundert Prozent den synthetischen Kraftstoff ohne Rohöl.

Preise auf dem Großen Arber mit einer guten Nachricht

■ Senkung: Das Familienskigebiet Großer Arber startet mit einer erfreulichen Neuigkeit in die Wintersaison 2025/2026: Die Kindersaisonkarten werden deutlich im Preis gesenkt – von bisher 230 Euro auf nur noch 150 Euro.

■ Ziel: Mit dieser Maßnahme möchte die Arber-Bergbahn den Wintersport für Familien und junge Skifahrer wieder attraktiver und leistbarer machen. Mit dem Preisnachlass setzt das Team rund um Thomas Eckl ein deutliches Zeichen für die Förderung des Jugendsports und die regionale Verbundenheit.

■ Anpassung: Eine Anpassung erfolgt lediglich bei den Erwachsenenkarten, nämlich bei der Tageskarte Erwachsene von 45 Euro auf 48 Euro.

■ Sparangebot: Wer seine Saisonkarte im Vorverkauf zwischen dem 27. November und 7. Dezember 2025 erwirbt, erhält zehn Prozent Rabatt auf den regulären Preis. Die neuen Winterpreise gelten ab Saisonstart 2025/2026. Weitere Informationen zu Tickets, Öffnungszeiten und Angeboten finden Interessierte auf www.arber.de.