Neugründung und Amtseinführung am Gymnasium in Rohr – Festakt mit Ministerpräsident

Von Bettina Gröber · 20. November 2025 um 17:00

Großer Bahnhof für das Gymnasium und seine Schulleiterin: Zur Feier der Neugründung als staatliche Einrichtung und zugleich zur Einführung von Julia Niedermaier in ihr Amt war am Mittwochabend Bayerns Ministerpräsident Markus Söder zu Gast in Rohr. Im Prager Saal des altehrwürdigen Gebäudes unterstrichen er und die weiteren Redner beim Festakt, dass mit dem Übergang des Gymnasiums aus kirchlicher in staatliche Hand wichtige Weichenstellungen verbunden seien.

Landrat Martin Neumeyer begrüßte zunächst zahlreiche Gäste und Ehrengäste aus Politik und Gesellschaft. Vor allem galt sein Dank der neuen Schulleiterin, der er nicht nur zu ihrem Einstand in Rohr, sondern auch zum Geburtstag gratulierte. Neumeyer sprach Julia Niedermaier seine Anerkennung dafür aus, „dass Sie in schwierigen Zeiten den Sprung ins kalte Wasser gemacht haben“.

Seit dem aktuellen Schuljahr wird das Gymnasium in Rohr unter staatlicher Trägerschaft geführt – inklusive einer Übergangsphase, in der die Jahrgänge ab Klasse acht zunächst in der Hand der Benediktiner bleiben und bis zum Jahr 2031 „auslaufen“. Bereits jetzt sind die fünfte bis siebte Jahrgangsstufe staatlich. Im September haben der Landkreis Kelheim und die Benediktinerabtei, vertreten durch den Landrat und den klösterlichen Administrator Abt Markus Eller, eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben. Sie legt unter anderem die mietfreie Nutzung der Schulgebäude und schulischen Einrichtungen durch den Landkreis fest.

Julia Niedermaier überreichte Markus Söder eine Figur des Heiligen Johannes Nepomuk. - Foto: Bettina Gröber

Neben Kelheim und Mainburg ist Rohr das dritte staatliche Gymnasium im Landkreis. Martin Neumeyer betonte, dass auch am staatlichen Gymnasium „der christliche Geist weiter wehen“ solle.

Prinzipien sind wichtig

In Anspielung auf das Datum der Feierlichkeit – am Mittwoch war Buß- und Bettag – blickte Markus Eller auf den Weg zurück, den man bis zur Neugründung des Staatlichen Gymnasiums meistern musste: Auch da habe es „viele Buß-und Bettage“ gegeben, die unter anderem damit verbunden gewesen seien, „Fragen zu stellen oder in Frage stellen zu lassen“. Der Entschluss, das Johannes-Nepomuk-Gymnasium aufzugeben, „ist uns nicht leicht gefallen“. Dem Landrat dankte der Abt „für das Miteinander auf Augenhöhe“. Nun heiße es: „Es geht weiter.“

Ministerpräsident Markus Söder erklärte, dass es „zu Bildung keine Alternative“ gebe. Sie sei „das beste Sprungbrett in die Zukunft“. Söder definierte in seiner Festrede Prinzipien, die aus seiner Sicht für Bildung zentral sind. Er plädierte dabei für die Beibehaltung des Leistungsprinzips: „Ohne Leistung gibt es kein Austesten der eigenen Möglichkeiten.“ Es brauche Noten, auch unangekündigte Leistungsnachweise – „ich mache das auch regelmäßig im Kabinett“, berichtete der Ministerpräsident augenzwinkernd.

Das Johannes-Nepomuk-Gymnasium aufzugeben, sei "nicht leicht gefallen", so Abt Markus Eller. - Foto: Bettina Gröber

Eine zentrale Forderung Markus Söders für die schulische Bildung lautete daneben, „dass Demokratie gelehrt und gestärkt wird“. Es gehe ihm um eine Erziehung zu einer „gemeinsamen Kultur der Freiheit“. Dazu gehört für den Politiker auch ein christliches Menschenbild: „Wir sind auch ein christlich geprägtes Land – und das wollen wir bleiben.“ Bayern stehe zu Kreuz, Religionsunterricht und christlichen Feiertagen.

Wichtiger und schwieriger

Drei Gruppen hob der Ministerpräsident hervor und würdigte ihre Leistungen: Söder richtete seinen Dank an die Lehrerinnen und Lehrer, deren Beruf „heute wichtiger denn je und schwieriger denn je“ sei, sowie an Eltern und Elternbeiräte.

Besonderes Lob zollte er den Schülerinnen und Schülern: Er sei von den jungen Menschen „überzeugter als so manch anderer“. Markus Söder verband damit eine optimistische Perspektive: „Mit dieser Generation müssen wir uns keine Sorgen machen.“

Die neue Schulleiterin verbindet mit dem, was vor ihr und ihrer Schule liegt, positive Herausforderungen und Chancen: „Eine Schule zu gründen heißt, einen Ort des Lernens, des Forschens und des Miteinanders zu schaffen.“ Sie freue sich, „an diesem Gymnasium die Bildungstradition aufrechterhalten“ zu dürfen, so Julia Niedermaier. Ein großes Anliegen ist ihr, die sowohl das staatliche Gymnasium als auch das sich nach und nach auflösende Johannes-Nepomuk-Gymnasium leitet, das Miteinander beider Bereiche. Dabei sei sie überzeugt: „Was heute mit Mut und Begeisterung beginnt, wird zu einer Gemeinschaft heranwachsen, auf die wir alle stolz sein können.“ Schule wünsche sie sich als „Ort des Lernens, Lebens, Lachens“.

Viel Freude brachten bereits beim Festakt Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums zu den Gästen: Mit zwei Chören, einer Bläsergruppe und einem Streichensemble sorgten sie beim feierlichen Anlass für einen ansprechenden musikalischen Rahmen. Den Segen für die neue staatliche Schule und für die Menschen, die in ihr arbeiten, erteilte am Ende des Festakts Abt Markus Eller.

Rohrnudeln als Wegzehrung: Martin Neumeyer, Abt Markus Eller und Ministerpräsident Markus Söder. - Foto: Bettina Gröber

Für den Ehrengast aus München gab es passende Präsente: Martin Neumeyer verehrte dem Ministerpräsidenten, der bekanntlich kein Kostverächter ist, ein kleines Tablett mit Rohrnudel, dazu gab es für Söder eine gerahmte Luftbildaufnahme nebst der passenden Beschriftung „Söder isst Rohrnudeln in Rohr“.

Julia Niedermaier überreichte Markus Söder eine Figur des Heiligen Johannes Nepomuk, der als „Brückenheiliger“ auch in mehrfacher Hinsicht als Brückenbauer gelten dürfe – und damit als Symbol dafür, dass am Rohrer Gymnasium Tradition in die Moderne geführt werden soll.

Vor dem offiziellen Akt gab es bereits einen Stehempfang am neuen staatlichen Gymnasium. - Foto: Bettina Gröber