„Sehr erfreuliche Nachricht“: Rewag senkt die Preise für Strom und Erdgas

Von Jürgen Scharf · 17. November 2025 um 19:00

Der Regensburger Energieversorgungskonzern Rewag senkt zum 1. Januar die Preise für Strom und Erdgas. Beim Trinkwasser gibt es dagegen eine Erhöhung. Vorstandschef Robert Greb äußerte sich am Montag zu den Gründen für die Veränderungen. In Bezug auf die Senkungen sagte er: „Die Auswirkungen der Energiekrise sind damit auch für uns endgültig überwunden.“

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Der Preis für die Kilowattstunde Strom sinkt in der Grundversorgung um 4,67 Cent, in den Sonderprodukten mit fester Laufzeit teils sogar um bis zu mehr als sieben Cent.

Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 Kilowattstunden würden die Jahreskosten dabei bei Sonderprodukten um bis zu knapp 200 Euro sinken. Beim Erdgas sinkt der Preis in der Grundversorgung pro Kilowattstunde um 0,92 Cent, in den Sonderprodukten sogar um bis 2,14 Cent.

Musterhaushalt: Ersparnisse bis zu knapp 400 Euro

Die Ersparnis in einem Musterhaushalt betrage hier in den Sonderprodukten bis zu knapp 400 Euro, teilt die Rewag mit. Grund für diesen „sehr erfreulichen Vorgang“ ist laut Greb, dass wichtige Preisbestandteile, insbesondere die Beschaffungskosten sowie die Netzentgelte, teils stark gesunken seien. Die Rewag sei mit den neuen Tarifen „top-wettbewerbsfähig“.

In die andere Richtung geht es dagegen beim Trinkwasser. Aufgrund von gestiegenen Betriebskosten und hohen Investitionen müssten die Preise zum 1. Januar um acht Prozent erhöht werden. Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 80 Kubikmetern ergebe das Mehrkosten im Umfang von knapp 20 Euro im Jahr.

Infrastruktur in die Jahre gekommen – Investitionen nötig

Die Erhöhung des Wasserpreises ist laut Greb erforderlich, um mit Blick auf die zunehmende Anzahl von Extremwetterereignissen die bestehenden Wassergewinnungsanlagen zu schützen. Darüber hinaus müssten neue gebaut werden. Die Infrastruktur sei in die Jahre gekommen, deswegen müsse investiert werden. „Wir sind im bayernweiten Vergleich aber weiter sehr günstig“, sagte Greb. Regensburg liege hier im positiven Sinn im unteren Drittel.

Die Zentrale der Rewag in der Greflinger Straße - Foto: Jürgen Scharf

In den vergangenen Jahren hatte die Rewag die Trinkwasserpreise bereits erhöht. Auch damals wurde dies unter anderem mit den Kosten für Investitionen in den Schutz der Wassergewinnungsgebiete vor Überflutungen begründet. Und auch damals wurden bereits die Ausgaben für die Anbindung neuer Wassergewinnungsgebiete sowie Bau- und Sanierungsmaßnahmen genannt. In den vergangenen Jahren hatte es zudem auch beim Gaspreis Erhöhungen gegeben. Zum 1. Januar 2023 bewegte sich der Anstieg sogar in einer „gewaltigen Dimension“, wie der damalige Vorstand Bernhard Büllmann selbst einräumte. Als Hauptgrund für die Erhöhung wurden damals die im Zuge der politischen Lage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine „dramatisch gestiegenen Beschaffungskosten“ für Gas und Strom genannt, Büllmann sprach damals von einer „regelrechten Preisspirale“.

Über Energiepreise wird bundesweit häufig hitzig debattiert. Bei Verbraucherschutzverbänden scheint die Rewag bislang dabei aber nicht negativ aufgefallen zu sein. Eva Traupe vom Regensburger Büro des Verbraucherservice Bayern sagt, dass die Rewag und ihre Preise bei ihrer Einrichtung noch nicht in auffälligem Umfang Thema gewesen seien. Keinem der dort tätigen Beratern ist sie„im Vergleich zu anderen Energieversorgern besonders häufig untergekommen“, sagt Traupe.

Regensburg liegt mit Stromnetzendgelten unter dem Schnitt

Aribert Peters vom Bund der Energieverbraucher sagt, dass Regensburg mit seinen Stromnetzentgelten sogar unter dem Schnitt in Bayern und damit erst recht unter dem bundesweiten Schnitt liege. Bundesweit würden die Netzentgelte aufgrund des Bundeszuschusses sinken, ob das an die Verbraucher weitergegeben wird, sei aber unklar.

Greb sagte am Montag, dass sein Unternehmen die nun entstandenen günstigen Faktoren an die Kunden weitergeben will, „um hier ein fairer Partner zu sein“, Ohnehin hätte ein Beibehalten der Preise keinesfalls automatisch ein besseres Konzernergebnis bedeutet, da die Rewag dadurch dann schließlich auch wieder Kunden verlieren könnte.