Wenn der Sitzungssaal zu klein wird: Pösinger Gemeinderäte müssen umziehen

Von Oliver Hausladen · 18. November 2025 um 11:00

„Es ist im Prinzip sehr positiv, dass die Gemeinde wächst und sich gut entwickelt“, sagt Pösings Bürgermeister Michael Reith.

Dass die Einwohnerzahl zum Stichtag vor der Kommunalwahl nun aber erstmals über 1000 lag, hat einige Auswirkungen – und macht für den Gemeinderat einen Umzug vom Sitzungssaal des Rathauses in das Bürgerhaus nötig.

Zwar sei die Zahl der Pösinger auch in der Vergangenheit über die Marke von 1000 gesprungen, jedoch dann auch wieder zurückgegangen, berichtet Reith. Durch neue Baugebiete, die in den vergangenen Jahren ausgewiesen worden sind, unter anderem Brückl-Seign, seien es nun offiziell 1007 Einwohner gewesen, so der Bürgermeister. Was bei der Wahl durchaus Konsequenzen hat.

Sprung von 50 Prozent

Laut Gesetz steigt die Zahl der Gemeinderäte in Kommunen in Bayern bei mehr als 1000 Einwohnern von acht auf zwölf. „Ein Sprung von 50 Prozent“, macht Reith deutlich, der sich lieber eine Regelung mit zehn Räten gewünscht hätte. Das hat zur Folge, dass es ab der neuen Legislaturperiode im Sitzungssaal des Rathauses definitiv zu eng wird, berichtet der Bürgermeister. „Vier zusätzliche Personen unterzubringen, ist dort nicht möglich“, zumal auch Mitarbeiter der Verwaltungsgemeinschaft Stamsried/Pösing, Experten von Ämtern oder die Presse an den Sitzungen teilnehmen. Der Gemeinderat wird deshalb umziehen und ab der neuen Legislaturperiode seine Sitzungen im Bürgerhaus abhalten.

Eine Premiere ist das nicht, erläutert Reith, schon in Zeiten der Corona-Pandemie wurde dort getagt, damals allerdings, um größere Abstände zwischen den Gemeinderäten, die damals alle einen eigenen Tisch hatten, zu ermöglichen. Reith sieht den Umzug aus dem Rathaus in seiner Gemeinde als nicht schlimm an, gäbe es doch im benachbarten Bürgerhaus einen Saal, der groß genug ist, ansonsten wäre es schwieriger geworden, eine Lösung zu finden.

Suche nach Kandidaten

Zudem sei es durch die im Verhältnis gesehen stark ansteigende Anzahl an Gemeinderäten auch sehr schwierig, eine komplette Liste für die Gemeinderatswahl aufzustellen, erzählt Reith. Es mangele dabei meist nicht an der Bereitschaft der Bürger, die er gefragt hat, sich einzubringen, sondern an der Zeit. „Durch Arbeit und Beruf sind viele stark ausgelastet“, erläutert der Bürgermeister, zudem seien viele Bürger auch schon in den Vereinen oder bei der Feuerwehr aktiv. „Irgendwann ist dann halt der Punkt erreicht, wo es nicht mehr geht.“ Letztlich werde es aber in Pösing zumindest eine vollständige Liste geben.

Dass es einen Gegenkandidaten für ihn geben würde, sei ihm bisher nicht bekannt, sagt Reith, der in seine zweite Amtszeit gehen möchte. In Pösing sei es in der Vergangenheit nicht immer leicht gewesen, überhaupt einen Kandidaten zu finden, er würde den Posten aber gerne weitermachen.