Bürgerhaus-Areal statt Dorfbach: Warum Pösings Christkindlmarkt nach 25 Jahren umzieht

Nach 25 Jahren zieht der Christkindlmarkt in Pösing im Landkreis Cham um. Statt am Dorfbach wird er heuer am und im Bürgerhaus stattfinden. Die Vorteile würden letztlich die Nachteile überwiegen, erläutert Bürgermeister Michael Reith.
„Am Ende waren sich alle einig, dass die Vorteile die Nachteile überwiegen“, berichtet Bürgermeister Michael Reith über die Diskussion zur Verlegung des Pösinger Christkindlmarktes.
Die Traditionsveranstaltung am ersten Adventssonntag wird heuer nach 25 Jahren vom Dorfbach an und in das Bürgerhaus umziehen. Das besondere Ambiente mit den Fackeln im Dorfbach gäbe es dann zwar nicht mehr, „aber wir werden auch am neuen Ort für eine tolle und einzigartige Atmosphäre sorgen“, sind sich Reith und 2. Bürgermeisterin Sonja Blodig sicher.
Besonderer Flair
Ganz zu Beginn hat der Pösinger Christkindlmarkt, an dem sich die Vereine im Ort sehr aktiv beteiligen, im BayWa-Lagerhaus und an der Edelmannstraße stattgefunden. Vor 25 Jahren erfolgte dann der Umzug auf das Areal rund um den Dorfbach, wo die Mitglieder des Fischereivereins mit Fackeln im Wasser für besondere Stimmung sorgten. Das besondere Flair zog zahlreiche Besucher an, mehr als 1000 kamen, wenn das Wetter passte.
Und doch war am bisherigen Standort nicht alles Gold, was schön leuchtete, berichten Reith und Blodig. Die Mitglieder des Fischereivereins hatten ebenso einen großen Aufwand wie etwa die Frauen-Union, die in einem ansonsten leeren alten Stadl das Christkindl-Cafe organisierte und dafür viel Dekorations- sowie Aufbauarbeit leisten musste. Dies werde nun um einiges vereinfacht: Das Cafe wird im Bürgerhaus untergebracht, was auch den großen Vorteil mit sich bringe, dass sich die Besucher dort aufwärmen könnten, was bisher fast gar nicht möglich war, so Blodig. Zudem sei das Ambiente zwar abends toll, tagsüber (Start ist um 13 Uhr) aber verbesserungswürdig gewesen.
Keine Straßensperrung
Auch hatte bisher die Straße gesperrt und ab 20 Uhr wieder freigegeben werden müssen, ebenso musste eine Ampelanlage installiert werden. Am neuen Standort genüge es stattdessen, zwei Schilder aufzustellen, sagt Reith.
Auch aus weiteren Gründen sehen Reith und Blodig den Umzug positiv. So könne die Stromversorgung für alle Marktteilnehmer durch die Gemeinde selbst sichergestellt werden, die nötige Infrastruktur ist vorhanden, „wir müssen keinen Strom mehr in Privathäusern abzapfen“. Auch das ständige Problem mit den fehlenden sanitären Anlagen am Dorfplatz wäre am Bürgerhausgelände mit Toiletten in der Mehrzweckhalle sowie im Bürgerhaus gelöst. Das einmalige Ambiente mit dem Lichtermeer am Dorfbach soll mit einem alternativen stimmungsvollen Lichterglanz am Bürgerhaus-Gelände ausgeglichen werden.
Die insgesamt 16 Stände, für eine kleine Gemeinde wie Pösing sehr viele, mit ihrem abwechslungsreichen Angebot, werden auf drei Ebenen vor dem Bürgerhaus aufgebaut. Dazu kommen das Chistkindl-Cafe im Bürgerhaus und der Flohmarkt, der dieses Mal in der direkt angrenzenden Mehrzweckhalle stattfinden wird. Der Erlös dieser Veranstaltung kommt dem BRK-Herzenswunsch-Hospizmobil und dem Kinderkrebshilfe e. V. zugute, der Seniorenverein „Woast as no?“ spendet zudem an die Tagespflege im Kloster Strahlfeld.
Stellplätze seien hinter dem Feuerwehrhaus, an den anliegenden Straßen, auf Wiesen und auf dem Friedhof-Parkplatz vorhanden, erläutert Reith. Nichts geändert wird an den Öffnungszeiten. Am Sonntag, 20. November, um 13 Uhr geht es offiziell los, ab 19 Uhr erfolgt der Ausklang – „dieses Mal aber gemütlich“, sagt der Bürgermeister. Da keine Straße wieder ab 20 Uhr freigegeben werde müsse, sei beim Verweilen vor Ort oder beim Abbau dieses Mal keine Eile geboten. Insgesamt biete der neue Standort demnach große logistische Vorteile.
Wir probieren das jetzt einfach mal am neuen Standort aus.Sonja Blodig
Der Bürgermeister hatte die Teilnehmer bei einer Vorbesprechung mit seiner Idee zwar überrascht, wie er erzählt, nach einer sachlichen Diskussion seien aber alle für die Verlegung gewesen. „Wir probieren das jetzt einfach mal am neuen Standort aus“, sagt Blodig, die von den Vorteilen überzeugt ist. Auch in den Nachbar-Gemeinden Stamsried und in Roding habe man in den vergangenen Jahren einen Standort-Wechsel vollzogen und Erfolg gehabt.
Atmosphäre beibehalten
Bei der Premieren-Veranstaltung müsse man vielleicht noch lernen, was künftig besser laufen könne, meinen Reith und Blodig, prinzipiell sind sie aber davon überzeugt, dass die Entscheidung richtig ist und der Pösinger Christkindlmarkt auch am neuen Standort seine besondere Atmosphäre beibehalten werde. „Vielleicht sind die Besucher auch gespannt auf das Neue“, hoffen beide.
Das Programm am 30. November
13 Uhr: Beginn des Pösinger Christkindlmarkts
13.45 bis 14.45 Uhr: Weihnachtsmusik der Stamsrieder Blasmusik
14 bis 14.30 Uhr: Kinder begegnen dem Nikolaus
14.30 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Michael Reith
14.50 Uhr: Kirchengeläut von St. Vitus
15 bis 15.30 Uhr: Pösinger Kindergartenkinder – „Wir warten auf den Nikolaus“ mit Gesang und Liedern
15.30 bis 16.15 Uhr: Nikolaus-Bescherung
14.35 Uhr: FSV Pösing, Gruppe Akrobatik, Gymnastik und Fun bietet auf der Bühne Tanz und Mitmach-Tanz
Ab 19 Uhr: gemütlicher Ausklang des Pösinger Christkindlmarktes