„Eisiger Wind Landkreis Cham“ wehrt sich gegen Windkraft: Bürgerinitiative gegründet

Von Mittelbayerische Zeitung · 14. November 2025 um 19:00

Gegenwind gegen die Windkraftpläne in den Gemeinden Pemfling, Rötz und Waffenbrunn: Laut einer offiziellen Presseerklärung hat sich am 12. November die Bürgerinitiative „Eisiger Wind Landkreis Cham“ gegründet. Der Widerstand richte sich gegen die elf geplanten Windkraftanlagen, verteilt auf vier Windparks, in einem Gebiet der Gemeinden.

In der Mitteilung betont die Bürgerinitiative ihr grundlegendes Bekenntnis zu erneuerbaren Energien und zur Energiewende. Sie sei nicht generell gegen Windkraft. Ihr Engagement richte sich jedoch mit aller Entschiedenheit gegen die konkrete Umsetzung in der vorliegenden Form und an den geplanten Standorten.„Es geht um die Zerstörung unserer Heimat, unserer Natur und unserer Lebensqualität“, heißt es in der Pressemitteilung. Und weiter: „Da dies nicht die Energiewende ist, die wir wollen, fordern wir laut und deutlich: Schluss mit der Zerstörung unserer Heimat!“

Die Bürgerinitiative stellt in der offiziellen Erklärung einige Ablehnungsgründe und Forderungen konkret vor.

Unter anderem wird gefordert, dass keine Windkraft im Wald und in Schutzgebieten erreichtet wird. Außerdem wird die Konzentration auf die wenigen Gemeinden kritisiert: „Wir werden niemals akzeptieren, dass unsere Heimat zum Windindustriegebiet für den gesamten Landkreis Cham wird. Diese unfaire Behandlung lehnen wir entschieden ab.“

Ein weiteres Ziel sei es das Landschaftsbild und die Lebensqualität der Gemeinden zu erhalten.

Die BI sieht auch gesundheitliche Risiken und negative Auswirkungen auf die Menschen als Problem. Laut Erklärung befürchten die Mitgleider vor allem negative Auswirkungen für Familien und Kinder.

Die Bi sieht durch die Windkraftanlagen auch eine ökologische Katastrophe. Laut Mitteilung ist der Bau der Anlagen ein Schaden für die Naturräume des Landkreises.

Auch die Wertminderung von Immobilien wird als Ablehnungsgrund genannt. „Eine Studie des RWI-Leibnitz-Instituts ergab, dass dieser Effekt bei älteren Häusern in ländlichen Gebieten besonders stark ausgeprägt ist“, heißt es in der Mitteilung. Ein mögliches Referenzertragsmodell lehnt die Bi ab. „Dieses Modell subventioniert windschwächere Standorte durch höhere Einspeisevergütungen, was die Wirtschaftlichkeit der Anlagen in der Region künstlich hochrechnet und zu Lasten der Stromkunden geht“, steht in der Erklärung.

Die Bürgerinitiative stellt in ihrer Mitteilung klar: Die primäre Alternative zur Windkraftanlagen im Wald ist nicht der Strom aus Atomkraftwerken oder aus Braunkohle. Die primären Alternativen sind Windkraftanlagen an anderen Orten, wo kein Wald abgeholzt werden muss, oder der Ausbau von Photovoltaik- und Wasserkraftanlagen.

Die Bürgerinitiative „ Eisiger Wind Landkreis Cham“ fordert laut Presseerklärung die politisch Verantwortlichen im Landkreis und auf Landesebene auf, die aktuellen Planungen zu stoppen. Sie lädt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu ihren nächsten Informationsveranstaltungen ein.