Das Gloria öffnet erst im neuen Jahr: Arbeiten im Denkmalschutz-Bau dauern noch

Von Marion Koller · 17. November 2025 um 05:00

Espresso-Bar, Italo-Restaurant und abends Kultur – So stellt sich Gastronom Alex Desentis sein Lokal in der Regensburger Altstadt vor. Für die edle Ausstattung des ehemaligen Kino-Saals im Gloria zeichnet ein bekannter mexikanischer Architekt verantwortlich. Allerdings gibt es das für die Allgemeinheit alles erst im neuen Jahr zu sehen.

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Alex Desentis wollte sein italienisches Speiselokal mit Bar und Bühne im Herbst eröffnen. Doch daraus wird nichts. Die Bauarbeiten im denkmalgeschützten früheren Gloria-Kino in der Simadergasse ziehen sich länger hin als erwartet. Am Donnerstag trägt die Fassade immer noch ein Gerüst. Doch das wird sich bald ändern, versichern die Handwerker.

„Eigentlich fehlen nur Kleinigkeiten“, sagt Desentis. „Zum Beispiel einige Fliesen im Foyer. Die kommen in den nächsten Tagen.“ Seniorchef Joachim Weigert von der gleichnamigen Baufirma stellt fest: „Wir sind fast fertig von unserer Seite.“

Weiteres Personal gesucht

Alex Desentis rechnet nun damit, im Januar oder spätestens im Februar eröffnen zu können. Das ist ihm auch ganz recht so. „Anfang 2026 ist auch nicht schlecht, denn im Dezember sind viele Leute lieber auf dem Christkindlmarkt.“ Der 41-Jährige plant ein italienisches Gastronomie-Konzept für den gesamten Tag, von sieben Uhr früh bis in den späten Abend. Gegenwärtig schreibt er die Speisekarte. Vor allem Pizza und Pasta werden serviert. Aber auch Fisch, Fleisch, und Spezialitäten wie Arancini, gefüllte Reisbällchen nach sizilianischer Art.

Bar, Speiselokal und Bühne: So wird der frühere Kinosaal aussehen. - Foto: Animation Rojkind Architekten

Berufstätige können morgens an der Theke im Foyer an einem Espresso nippen und sich vielleicht für ein Panini entscheiden. Später folgt die schnelle Mittagsküche und abends das Restaurantessen.

Der elegante Schriftzug bleibt

Einen Teil der Mitarbeiter, von Köchen bis zu Kellnerinnen und Thekenkräften, hat der Regensburger mit mexikanischen Wurzeln bereits eingestellt. Weitere Gastro-Fachleute sucht er. Eingetroffen sind die Möbel. „Ich habe einen ungewöhnlichen Hersteller gewählt und eigene Stoffe ausgesucht“, sagt Alex Desentis.

Der acht Meter hohe Saal mit der restaurierten, kupferfarbenen Decke und der Galerie hat nichts von seiner Ausstrahlung verloren. Auch die Bühne bleibt. Für die edle Ausstattung zeichnet der bekannte mexikanische Architekt Michel Rojkind verantwortlich, ein Freund von Desentis.

Das Bauunternehmen hat die Arbeiten am Gloria in Regensburg fast abgeschlossen. - Foto: Koller

Das Gloria soll erneut ein Ort der Kultur werden. Alte italienische Filme werden über die Leinwand flimmern, hin und wieder Musiker dort gastieren. Auch Public Viewing schwebt Desentis vor. 140 Plätze stehen im Gebäude zur Verfügung. 60 Freisitze beim Viereimer-Brunnen und in der Simadergasse kommen in der warmen Jahreszeit hinzu. Alex Desentis und seine Frau Hilde sind erfahrene Wirte. Zusammen betreiben die Eltern von drei Kindern die „Guacamole“-Lokale in den Arcaden und in der Obermünsterstraße. Die italienische Hausmannskost zieht er aber vor, seit er als junger Mann regelmäßig bei der Familie seines Freundes Stefano gegessen hat. Desentis importiert auch Lebensmittel aus dem Süden.

Der Gloria-Bau von 1954 mit seinen Rundungen und der hohen Fensterfront in der ersten Etage steht unter Denkmalschutz, weil er ein wichtiges Zeugnis für die Kino-Architektur der 1950er-Jahre in Regensburg ist. Erhalten bleiben der Terrazzo-Boden im Eingangsbereich, die Treppe mit dem nierenförmigen Grundriss, die metallgerahmten Fenster. Und der elegante Gloria-Schriftzug.