CFW Furth im Wald will mit zwei Mann in den kommenden Stadtrat

Quo vadis, CFW? Die Frage stellt sich, nachdem die Christlich Freie Wählervereinigung mit Lars-Holger Giedl einen neuen Vorsitzenden gewählt hat. Erstes Ziel: Ein Platz im Stadtrat. Sein Vorgänger und neuer Stellvertreter Günter Stelzer erklärt zudem, was passieren muss, damit er sich um den Chefsessel im Rathaus bewirbt.
Man merkt Giedl die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens an. Er möchte unbedingt zusammen mit Stelzer in den kommenden Stadtrat einziehen. Gerade erst war er bei Ordnungsamtsleiter Toni Lauerer und hat sich informiert, was für die Wahl am 8. März alles zu beachten ist.
Fraktionsstärke angestrebt
Auf die Frage, warum er in die zweite Reihe zurückgetreten ist, sagt Stelzer, nach zwölf Jahren als Einzelkämpfer im Stadtrat sei es Zeit für frisches Blut. Kennengelernt haben sich der Bauunternehmer und der Geschäftsführer eines Getränkemarktes eben dort. Stelzer kam als Kunde, im vergangenen Jahr war das. Man kam ins Politisieren und schließlich deutete Giedl an, er könne sich ein Engagement bei der CFW vorstellen.
Auch einer Führungsposition war der 57-Jährige, der seit vier Jahren in Furth im Wald lebt, nicht abgeneigt. Die hat er nun und möchte als nächsten Schritt unbedingt in den Stadtrat. Zwei Christlich Freie, also Stelzer und er, würde bedeuten, man hat wieder Fraktionsstärke. Damit wäre auch die Mitgliedschaft in Ausschüssen wieder möglich.
„Herr Stelzer, bewerben Sie sich darüber hinaus um das Amt des Bürgermeisters?“, lautet die nächste Frage. Der 64-Jährige lächelt verschmitzt. Das kommt für ihn darauf an, ob sich in den anderen Parteien ein Kandidat manifestiert. Seines Wissens haben sowohl Grüne als auch Freie Wähler bereits abgewunken. Er wartet darauf, ob die SPD einen Kandidaten aus dem Hut zaubert. Wenn nicht, macht er es.
Er glaubt nicht wirklich, dass in der momentanen Situation irgendwer in der Lage ist, den amtierenden Bürgermeister Sandro Bauer aus dem Sattel zu heben. „Aber ich finde, der Bürger sollte eine Entscheidungsmöglichkeit haben.“ Und er sieht es als Standortbestimmung für Bauer. Bekommt der eine hohe Prozentzahl, weiß er, dass die Drachenstädter mit ihm zufrieden sind. Gehen aber viele Prozente an den Gegenkandidaten, heißt es, er muss in Zukunft nachjustieren.
Aber das ist im Moment ohnehin noch Zukunftsmusik. Erst einmal muss eine Liste aufgestellt werden. Sieben Kandidaten braucht man, um eine Liste präsentieren zu können, zehn hat man derzeit. „Es dürfen aber gerne noch mehr werden“, sagt Stelzer.
Sollte er den Sprung an den Tisch im Großen Rathaussaal schaffen, steht für den 57-jährigen Giedl der Erhalt und die Weiterentwicklung der Gebäude, die im Zuge der Landesgartenschau entstanden sind, auf der Agenda ganz oben. Konkret meint er die Parkarena oder auch das Späth-Gelände. „Die muss man hegen und pflegen.“
Daneben liegt ihm die Bürgernähe besonders am Herzen. Derzeit überlegt man, ob schon im Vorfeld der Wahl regelmäßig ein CFW-Stammtisch stattfinden soll, zu dem dann jeder eingeladen ist. Giedl möchte darüber hinaus das Unternehmertum stärken und Leerstände beseitigen. Stelzer wirft in diesem Zusammenhang das Stichwort City-Manager ein. Die Position sei schon im Gespräch gewesen. Man sollte prüfen, ob es in der Verwaltung jemanden gibt, der Kapazitäten dafür hat.
Wohnungsbau aussetzen
Ebenfalls im Gespräch ist derzeit die Bebauung innerstädtisches Wohnen auf dem Späth-Gelände. Das würde Stelzer im Moment für etwas unglücklich halten. Er erinnert an die Situation, als die Truppenunterkünfte der Franzosen geschlossen wurden. Damals gab es im Anschluss viel zu viel freien Wohnraum. Seiner Meinung nach sollte daher gewartet werden, bis aufgrund von positiver wirtschaftlicher Entwicklung wieder mit mehr Zuzug zu rechnen ist.
Was noch? Ehrenamt und Vereine stärken, Projekte, die Sinn machen und finanzierbar sind, anstoßen. Letztlich treiben den Getränkeunternehmer die Themen um, mit der sich der Stadtrat kontinuierlich beschäftigt. Was ihn erwarten würde, sagt Stelzer: Man habe die letzten Jahre gut zusammengearbeitet. Unterschiedliche Meinungen gehören im Gremium dazu. „Jeder kommt beruflich aus einer anderen Richtung, hat eine andere Sicht der Dinge. Zum Schluss haben wir uns immer zusammengerauft.“ Das sehe man an der Landesgartenschau, die der große Wurf für Furth im Wald war.