Beim Jubiläum des TV Burglengenfeld im Betriebsurlaub – Stadthallenwirt verteidigt sich

Seit Mitte März hat das Stadthallenrestaurant wieder regelmäßig geöffnet. Unter dem neuen Wirt, Imad Cheikho, sollte sich das Lokal, das „Gustl“ getauft wurde, wieder zur festen Größe in der facettenreichen Burglengenfelder Gastroszene (Landkreis Schwandorf) entwickeln. Was das Wirtshaus selbst betrifft, so scheint der Plan aufzugehen. Trotzdem wurde zuletzt Kritik laut. Bei einem Vereinsjubiläum.
Wie berichtet, hat der TV Burglengenfeld am 25. Oktober in der Stadthalle sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Die Bewirtung erfolgte durch einen Caterer aus Maxhütte-Haidhof, die Wasserwacht und 88 ehrenamtliche Helfer – nicht über Cheikho. Der hatte sein Team in Betriebsurlaub geschickt.
Nicht jeder TV-Angehörige zeigte dafür Verständnis, denn schließlich handelt es sich bei dem Verein um eine der traditionsreichsten Institutionen der Stadt, und mit 1400 Mitgliedern zählt der Klub zu den größten im gesamten Landkreis Schwandorf. Außerdem war Cheikho bereits 2024 auf den Jubiläumstermin hingewiesen worden.
Diese Feststellung und die Tatsache, dass mehrere Besucher der Jubiläumsfeier behaupteten, man sei mit der Selbstorganisation am Ende sogar besser gefahren, als wenn man den Auftrag an Cheikho vergeben hätte, haben den Gastronomen verärgert, ja verletzt. Nun setzt er sich zur Wehr.
„Rechtzeitige“ Information und Unterstützungsangebot
Seiner Schilderung zufolge bat der Vorsitzende des TV, Bernd Mühldorf, im April dieses Jahres um einen Termin, um über die Jubiläumsfeier zu sprechen. Dabei habe er, Cheikho, zu verstehen gegeben, dass er am letzten Oktober-Wochenende für die Bewirtung leider nicht zu Verfügung stehe – aus betriebsinternen Gründen. Im Hinblick auf die anstrengenden Wochen rund um die Weihnachtszeit habe er sich bereits kurz nach Eröffnung des „Gustl“ entschlossen, dem Personal vorher eine kleine Auszeit zu gönnen. Die Überschneidung mit dem Vereinsjubiläum habe sich nicht vermeiden lassen.
Auch das könnte Sie interessieren: Durchbruch für gefördertes Wohnungsbauprojekt in Burglengenfeld
Die TV-Spitze habe also, so betont Cheikho, rechtzeitig Bescheid gewusst und damit Gelegenheit gehabt, sich auf die Situation einzustellen. Mühldorf habe die Information auch ohne erkennbaren Ärger zur Kenntnis genommen und akzeptiert. Bei der Getränkeversorgung habe er, Cheikho, dem TV Unterstützung zugesagt.
Zur Aussage einiger Gäste, durch die alternative Lösung, für die sich der TV letztlich entschied, seien Wartezeiten vermieden worden, merkt Cheikho an, der Vergleich sei schlicht unfair. Denn natürlich sei es ein Unterschied, ob Gerichte auf Bestellung frisch zubereitet und serviert würden oder ob die Versorgung durch Selbstbedienung und Angebote an Imbisswagen erfolge.
„Keine Pflicht zur Bewirtung“ bei Hallenveranstaltungen
Im Übrigen betont der Gastronom, der auch Vorsitzender des Wirtschaftsforums ist, dass er als Stadthallenwirt keinesfalls verpflichtet sei, für Veranstaltungen in den Sporthallen die Bewirtung zu gewährleisten. Wer dies annehme, unterliege einem Irrtum. Umgekehrt sei es aber, von einigen Ausnahmen abgesehen, so, dass Nutzer der Hallen ihn um Erlaubnis bitten müssten, wenn sie die Versorgung selbst schultern wollten. Diesbezüglich habe er sich mehrfach großzügig gezeigt, um Vereinen Einnahmen zu ermöglichen.

Auch Mühldorf haben die kritischen Töne gegenüber Cheikho in der Berichterstattung über das Jubiläum irritiert. Er versichert, er sei wegen der Absage mit dem Wirt keineswegs in Streit geraten, im Gegenteil. Man habe konstruktiv zusammengearbeitet. Daher gebe es „keinerlei Probleme“. Wenn ein anderer Eindruck entstanden sei, so bedauere er dies, so Mühldorf. Allerdings sei es Fakt, dass er Cheikho bereits bei der Jahresversammlung 2024 über den Jubiläumstermin in Kenntnis gesetzt habe – also nicht erst heuer, im April.
In der Stadthalle war in den vergangenen Monaten jede Menge geboten. Eine Großveranstaltung folgte der nächsten. Unter anderem hatte der gemeinnützige Verein „Sweet Sweet Smile“ zusammen mit mehreren Partnern im September zum Inklusionsball geladen. Um das leibliche Wohl der Gäste kümmerten sich hier Imad Cheikho und sein Team, das mit Kräften eines Regensburger Partners verstärkt wurde. Ein „völlig normaler Vorgang“, betont Cheikho.
Der nächste Inklusionsball wird schon vorbereitet
Die Bilanz des Vorsitzenden von Sweet Sweet Smile, Max Loy, fällt überaus positiv aus. „Alles wurde so umgesetzt, wie wir es vereinbart hatten. Von Anfang bis zum Ende war alles super.“ Dies hätten viele Gäste bestätigt, berichtet Loy. „Und ich höre sehr genau hin!“ Auch von den Kooperationspartnern habe es keine einzige kritische Anmerkung gegeben.
Weil alles so reibungslos klappte, ist Loy fest entschlossen, 2027 erneut zu einem Inklusionsball in die Stadthalle zu laden. Schon jetzt, so berichtet er, sei er mit den Vorbereitungen beschäftigt. Dabei baue er weiter auf Cheikho. Der Betreiber des „Gustl“ sei eine wichtige Komponente im Team.
Bürgermeister Gesche vergibt „fast eine Eins“
Rückendeckung erfährt der Stadthallenwirt auch von Bürgermeister Thomas Gesche (CSU), der mitverantwortlich dafür ist, dass der Pachtvertrag vor zwei Jahren neu ausgeschrieben wurde. Wörtlich teilte Gesche mit: „Imad Cheikho können wir mit seiner Mannschaft bisher ein gutes Zeugnis bescheinigen. Nach einer Schulnote gefragt, würde ich ihm eine Zwei, nahe an der Eins attestieren.“ Der Rathauschef begründete dies damit, dass er von Gästen überwiegend positive Stimmen gehört habe, gerade was die Qualität des Essens betreffe. Diesbezüglich seien manche regelrecht ins Schwärmen geraten. Auch das Servicepersonal und das Ambiente im Lokal würden gelobt.
Gesche bestätigte, auch er habe vernommen, dass es im Lokal manchmal zu Wartezeiten komme. Aber dies sei ja nirgends völlig auszuschließen, und der Wirt sei sicher um Optimierungen bemüht.
Bezüglich des Betriebsurlaubs am Jubiläumswochenende des TV merkte Gesche an, es sei schade, dass Cheikho nicht selbst das Catering übernommen habe. Aber letztlich sei diese Entscheidung zu akzeptieren. Dem Unternehmer müsse es selbst überlassen sein, wann er eine Pause einlege, schließlich habe er diverse interne Vorgänge zu berücksichtigen, die niemand besser kenne als er.