Schulneubau kommt auf Pausenhof: Die Ganztagsbetreuung in Wilting soll 2026 kommen

Von Christoph Klöckner · 7. November 2025 um 05:00

Die Ganztagsbetreuung steht vor der Schultür – bereits ab 2026 gibt es bundesweit einen Rechtsanspruch auf solch ein Angebot. Und mit im Gepäck ist da auch die Mittagsversorgung mit Essen und Hausaufgabenhilfe. Da solch eine Betreuung in Extraräumen stattfinden muss, sind gerade viele Kommunen gezwungen, hier zu investieren. In Traitsching soll damit 2026 begonnen werden.

Zunächst gilt der Rechtsanspruch zwar nur für die erste Klasse an der Grundschule, doch Jahr für Jahr folgen die übrigen Klassen, bis eine Vollversorgung angeboten werden muss. Aktuell gebe es schon eine Mittagsbetreuung mit Essensmöglichkeit, die mit 40 Kindern im Keller der Schule stattfinde, sagt Bürgermeister Josef Marchl. Die Gemeinde komme jedoch ohnehin nicht um eine Investition bei der Schule herum, denn die Schülerzahlen würden deutlich steigen. Ab 2026 gebe es dort neun Klassen – allein drei erste Klassen. Statt 170 Kinder würden dann an die 220 in die Schule in Wilting gehen.

Mit oder ohne Förderung?

Die Planung für den Neubau sei soweit beendet, die Feinjustierung fehle noch. Landen werde der Neubau dort, wo jetzt der Pausenhof mit rotem Tartanbelag sei. Etwa ein Drittel der Fläche dort werde überbaut – „für die Kinder bleibt aber noch genügend Platz übrig“, versichert Marchl. Mit dem angestrebten Neubau verlässt die Gemeinde zuletzt beschrittene Wege.

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Denn erstmals nach der Sanierung des Freibads in Eigenregie ohne Fördergelder und dem Bau des Kindergartens in Sattelbogen mit einem Generalunternehmer und privatem Investor geht die Gemeinde wieder den Weg über die Fördertöpfe.

Teurer und längere Bauzeit

Auch wenn Bürgermeister Josef Marchl die Vorteile des Bauens ohne staatliche Förderszenarien als besten Weg sieht, wie er es gerade erst in der BR-Sendung Kontrovers dargestellt hat, lockt ihn dieses Mal eine Förderung von 90 Prozent oder gar noch mehr für die Bauten rund um die Ganztagsbetreuung. Dazu kann auch er nicht Nein sagen.

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Wobei er grundsätzlich eine Baustrategie ohne staatliche Hilfe bevorzuge, sagt er. Denn mit den Fördertöpfen wächst auch unwillkürlich der Preis fürs Bauen – allein durch den Maßgabenkatalog, den eine Kommune erfüllen muss. In der BR-Sendung ist das Thema gewesen – der Traitschinger Weg im Vergleich zum normalen Förderweg.

Kosten halbieren sich

So wird der Bau eines Kindergartens mit einer Gruppe mit Förderung mit 1,5 Millionen Euro veranschlagt – in Traitsching ist der neue Kindergarten in Sattelbogen für die Hälfte gebaut worden – und das in nur sechs Monaten. Im BR-Film komme dazu auch Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger zu Wort, der den Weg Traitsching als vorbildlich lobe.

Ministerpräsident Markus Söder wie auch Hubert Aiwanger würden seit Jahren davon reden, hier etwas zu ändern, zu entbürokratisieren, so Marchl: „Dann sollen sie es doch endlich ändern!“ Mit Fördergeld geplant und gebaut dauere so etwas zwei Jahre. Viele Kommunen hätten mittlerweile in Traitsching angerufen und sich über diesen Weg informiert. Ähnlich sei es beim Feuerwehrhausbau, wie im BR-Film als Beispiel genannt. Auch dabei würden die Bausummen explodieren. In Obergoßzell baue die Feuerwehr gerade in Eigenregie ein neues Feuerwehrhaus – mit 120 000 Euro Fördergeld für den Stellplatz des Autos. „Insgesamt kommen wir hier aber mit 300 000 bis 400 000 Baukosten hin“, sagt der Bürgermeister.

Für die Fördergelder in Maximalhöhe nimmt er beim aktuellen Projekt in Kauf, dass es insgesamt teurer wird und länger dauert und zudem gleich eine ganze Menge Menschen bei der Planung und Umsetzung mitreden.

Großer Aufwand fürs Fördergeld

Mit seinem Verwaltungschef Josef Schober war Marchl für die förderfähige Abstimmung rund um den neuen Schulbau bei der Regierung der Oberpfalz. Früher sei das eine Zwei- oder Dreimann-Show gewesen, wie Schober erzählt – davon seien zwei aus der Kommune angereist – heute habe sich das zum großen Theater entwickelt. Man sitze gut zehn Vertretern gegenüber, vom Jugendamt bis zum Bauamt seien Experten am Tisch – „und jeder will mitreden und sagt, was ihm nicht passt und was er gerne haben will!“

Das treibe natürlich den Baupreis in die Höhe und verlängere Planungs- und Baukosten, erläutert Bürgermeister Marchl. Denn man könne in diesem Fall keinen Generalunternehmer beauftragen, der das alles abwickle und am Ende einen fertigen Bau übergebe. Und von den vielen Sonderwünschen, die die vielen Beteiligten einbrächten, seien oft die wenigsten förderfähig: „Wir zahlen am Ende die Zeche dafür!“

Bürgermeister Josef Marchl baut lieber ohne Fördergelder, da es dadurch teurer wird und länger dauert. - Foto: C. Klöckner