Es läuft gut auf der Großbaustelle „Regensburger Straße“ in Kelheim – auch dank spezieller Technik

Seit Mai wird der zweite Abschnitt der Kelheimer Hauptverkehrsachse saniert. Bei Anwohnern und Firmen war viel Geduld gefragt. Nun ist bald ein Ende in Sicht.
Auf den ersten Blick sieht die Baustelle an der Regensburger Straße fertig aus – was so manchen schon jetzt zum Durchfahren verleitet. Doch noch stapeln sich volle und leere Paletten mit Betonpflaster entlang des zweiten Sanierungsabschnitts zwischen Kosik-Abzweig und Europabrücken-Kreisel. Einige Restarbeiten sind noch zu erledigen.
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Dennoch: Früher als geplant, kommt ein Ende in Sicht. Denn die Baufirma habe „alle Zeitvorgaben unterboten“, freuen sich die Verantwortlichen in Rathaus und beim zuständigen Ingenieurbüro. Spätestens Ende November soll der Verkehr wieder rollen.
„Ich habe da noch eine Frage“
Kaum waren Martin Schäffer vom Stadtbauamt und Alois Schleibinger, der Polier der Firma Swietelsky, am Donnerstag an der Trasse zu sehen, kamen Anwohner auf sie zu. Viele haben „noch eine Frage“, zu ihren Hofeinfahrten etwa.

Der Großteil der Baustelle ist abgearbeitet, die Materialschlacht so gut wie geschlagen. 7000 Kubikmeter Kies wurden ausgetauscht, 5000 Quadratmeter Pflastersteine in die kombinierten Fuß- und Radwege geklopft. Seit vergangener Woche ist auch die Asphaltdeckschicht drauf. Insgesamt wurden 6000 Quadratmeter lärmmindernder Asphalt verbaut sowie 42 Straßeneinläufe, 2000 Meter Beleuchtungskabel, 30 LED-Straßenleuchten gibt es nun sowie vier barrierefreie Bushalte und zwei Querungshilfen. Letztere fallen dank DIN-Norm-Änderung deutlich breiter aus, als in Sanierungsabschnitt eins.
Heizgerät für Asphalt
Weil es beim finalen Asphaltieren kälter war als gedacht, kam ein Heizgerät zum Einsatz, sagt Richard Scheugenpflug, der Bauüberwacher vom Ingenieurbüro Ferstl. Für ihn war’s eine lohnende Premiere, für die Baufirma nicht, so Schleibinger.

Während manch Kelheimer nicht nur eine der Firmen in der Baustelle an-, sondern schon durchfährt, zählen die Bauverantwortlichen auf, was noch ansteht: Die Granitbordsteine müssen abgerundet, die Asphalt-Fugen mit Bitumen vergossen werden. Auch die Pflasterer müssen noch ran, insbesondere im Übergang zu den privaten Grundstücken. Schilder und Bushäuschen fehlen. Einzelne Gullys warten am Radweg aufs Einsetzen in die Fahrbahn. Die Absturzsicherungen zu den privaten Grundstücken an der Donauseite werden erst 2026 kommen. Bis dahin sollen Absperrschranken für Sicherheit sorgen, so Scheugenpflug.

Vier Bushaltestellen und zwei Querungshilfen sind entstanden. Künftig werden haltende Busse nicht mehr zu überholen sein. Autofahrer und Co. müssen dahinter warten, bis es weitergeht. Für den Bürgermeister Christian Schweiger ist dies ein „Plus an Sicherheit. Die Wartezeiten sind hinnehmbar.“

Überraschungen gab es auch diesmal beim Untergrund. „Er war schlechter als im Gutachten vorhergesagt“, so Schäffer. Der Bereich vor der Tankstelle Baier sei am schlechtesten gewesen. „Da war nur Sand.“
Viele Anwohner und Betriebe dürften langsam aufatmen, dass sich die Baustelle dem Ende zu neigt. Friseurmeisterin Elisabeth Wurmdobler nahm es gelassen. Sie verband die Baustelle vor der Tür mit einem siebenwöchigen Umbau der Geschäftsräume.

So geht es in den kommenden Jahren weiter
• Abschnitte: Die Sanierung der Regensburger Straße ist in einzelne Abschnitte gegliedert. Teil 1 war 2022 an der Reihe, Teil 2 wird demnächst fertiggestellt, v bis Ende November sollen alle Restarbeiten erledigt sein.
• Zukunft: Die gute Nachricht für alle Anwohner und Verkehrsteilnehmer: 2026 wird an der Regensburger Straße nicht gebaut. In Sachen Sanierung geht es dann auch nicht ab dem Kreisel Europabrücke weiter, sondern zunächst vom Saaler B16-Anschluss her. Grund dafür ist die Erneuerung der B16-Brücke, die 2028 ansteht. Im Jahr davor, also 2027, wird der Ersatzneubau der Brücke entstehen. Weil 2028 dann wegen der Brückenbaustelle der östlichste Teil der Regensburger Straße ohnehin nicht befahrbar sein wird, soll dieser dann saniert werden. Sprich dann wird am Abschnitt von der B16 bis zur Abzweigung „Abensberger Straße“ gearbeitet. Der Teil dazwischen kommt später an die Reihe.