Stichprobe des Auto Club Europa: Elterntaxis sorgen in Regensburg für brenzlige Situationen

Kinder brauchen Zeit, bis sie sich im Straßenverkehr sicher bewegen können. Denn dort prasseln viele Eindrücke auf sie ein: Verkehrsregeln, parkende Autos, verschiedene Verkehrsmittel, unterschiedliche Geschwindigkeiten. Elterntaxis werden da schnell zum Problem, auch in Regensburg.
Kinder müssen erst lernen, den Verkehr richtig einzuschätzen. Deshalb sei es laut einer Pressemitteilung des Auto Clubs Europa wichtig, den Schulweg zu üben – und das Elterntaxi auch mal stehen zu lassen. Denn: Elterntaxis sorgen für Probleme – das habe die Auswertung der diesjährigen ACE-Clubinitiative „Easy Going – ACE-Schulweg-Index 2025“ ergeben.
Auch der ACE-Kreisvorstand sei unterwegs gewesen – an der Grundschule Königswiesen wurden Elterntaxis und Schulumfeld unter die Lupe genommen. Die Schule liege an vielbefahrenen Straßen – und der Verkehr verstärke sich zwischen 7.15 und 8 Uhr durch zahlreiche Elterntaxis. Beim ACE-Check am 23. Juni seien 78 Elterntaxis gezählt worden – der Höchstwert für Bayern. Richtig angehalten hätten aber nur 33 Fahrzeugführer. An der Erzbischof-Buchberger-Allee ist in Teilbereichen ein absolutes Halteverbot ausgeschildert – dort sind Halten und Parken verboten. Ein Teilbereich ist als eingeschränktes Halteverbot ausgeschildert. Dort dürfe man also kurz halten – maximal drei Minuten – und Kinder aussteigen lassen.
Eltern bleiben lange stehen
Viele Eltern seien zu lange stehen geblieben oder hätten das Fahrzeug sogar verlassen, um die Kinder ins Gebäude zu begleiten. 45 der 78 gezählten Fahrzeuge hätten dort gehalten, wo es eigentlich nicht erlaubt sei. Beim Aussteigen der Kinder dann gleich das nächste Problem: Aus fünf Elterntaxis seien die Kinder nicht zur Seite des Gehwegs ausgestiegen – ein Risiko, wenn weitere Fahrzeuge unterwegs sind und am Elterntaxi vorbeifahren. Bei 13 der Elterntaxis habe zudem ein unnötiges Rückwärtsfahren notiert werden müssen – ebenfalls ein Risiko, da Kinder aufgrund ihrer Körpergröße noch leichter übersehen würden als Erwachsene. Besonders gefährlich: 18 Elterntaxis hätten mitten auf der Straße gewendet, so dass es zu teils heiklen Fahrmanövern gekommen sei. Und das völlig unnötig, da ein Weiterfahren problemlos möglich gewesen wäre.
Das Schulumfeld selbst bekam im ACE-Test zehn von 14 möglichen Punkten. Die Infrastruktur wurde mit „in Ordnung“ bewertet. Die Beschilderung, der Gehweg und die Beleuchtung konnten überzeugen. Was leider fehle, sei eine echte Elternhaltestelle. Der ACE rät, Kinder zumindest die letzten 200 bis 500 Meter zu Fuß gehen zu lassen. Ein extra Parkplatz in der entsprechenden Entfernung könnte zur Entlastung des Schulumfelds beitragen und den Kindern die Möglichkeit geben, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen.
Enge Bebauung
„Leider ist es innerstädtisch oft sehr schwierig, solche Elternhaltestellen zu etablieren, da die Bebauung sehr eng ist“, sagt Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt beim ACE. Oftmals habe sich die Bebauung rund um die Schulen in den vergangenen Jahren weiter verdichtet, so dass oft kein Platz mehr für eine Elternhaltestelle sei. Das eingeschränkte Halteverbot in der Erzbischof-Buchberger-Allee sei deshalb schon ein guter Ansatz – dort sollten aber noch mehr Informationen seitens der Schule und der Stadt an die Eltern übermittelt werden – zum Beispiel durch Elternbriefe, bei Elternabenden oder auch in Schul-Apps, meint Hildebrand. Die kompletten Ergebnisse der diesjährigen Clubinitiative sind unter www.ace-clubinitiative.de abrufbar.