Drohnen über Regensburg: Wo das Fliegen verboten ist – und welche Regeln jetzt gelten

Auf einen Schlag ging nichts mehr: Vor Kurzem legten Drohnen den Flughafen München lahm. Woher sie kamen? Das ist unklar. Sicher ist: Immer wieder sorgen die kleinen Flugobjekte für Schlagzeilen. Auch in Nordbayern gab es bereits Drohnenverstöße. Wie ist die Lage in Regensburg?
Im Internet gibt es zahlreiche Karten, auf denen Zonen eingezeichnet sind, in denen Drohnenpiloten gut aufpassen müssen. In Regensburg und drumherum fallen dabei gleich mehrere rote Gebiete ins Auge, in denen die Flüge starken Beschränkungen unterworfen sind. Zum einen sind das die Zonen um die Hubschrauberlandeplätze der Uniklinik und der Barmherzigen Brüder. Zudem müssen die Piloten rund um die Flugplätze Oberhinkofen (Gemeinde Obertraubling) und Oberhub (Markt Regenstauf) arg aufpassen.

Zudem gibt es am Rande des Landkreises Regensburg eine absolute Drohnenverbotszone, teilt das zuständige Luftamt Nordbayern auf Anfrage mit. Dies betrifft den Truppenübungsplatz Hohenfels (Landkreis Neumarkt), der zu einem kleinen Teil in den Kreis Regensburg hineinragt. Konkret geht es laut Luftamt um die Ortsteile Traidendorf, Rohrbach und Eich der Marktgemeinde Kallmünz.
Hafen, Polizei und BMW: Hier müssen Drohnen-Piloten in Regensburg aufpassen
Darüber hinaus gibt es im Großraum Regensburg zahlreiche Gebiete, in denen Drohnen-Piloten aufpassen müssen. Dazu zählt etwa das BMW-Werk im Stadtteil Harting. Wer hier fliegen möchte, muss eine Genehmigung beantragen. Das gilt auch für den Hafen im Osten der Stadt. Auch wer beispielsweise über dem Polizeipräsidium in der Bajuwarenstraße fliegen möchte, braucht eine Genehmigung.

Vis-a-vis vom Präsidium liegt die Bajuwarenkaserne. Laut einem Bundeswehrsprecher die letzte militärische Einrichtung in Stadt und Landkreis Regensburg. Dort befinden sich ein Karriereberatungsbüro, ein Büro eines Jungoffiziers und eine Betreuungsstelle für Weiterbildung.
Polizei: Keine verdächtigen Drohnensichtungen im Raum Regensburg
Immer wieder machten in der Vergangenheit Drohnen Schlagzeilen, die rund um militärische Einrichtungen auftauchten. Regensburg scheint hier für ausländische Mächte allerdings keine Rolle zu spielen. Es lägen keine Kenntnisse zu Drohnensichtungen auf dem Gelände der Bajuwarenkaserne vor, teilt ein Sprecher der Bundeswehr auf MZ-Anfrage mit.
Und abgesehen davon: Gab es verdächtige Drohnensichtungen in oder um Regensburg? Polizei-Sprecherin Corinna Wild verneint das. Dies sei weder im laufenden Jahr, noch in den vergangenen Jahren der Fall gewesen, so die Beamtin. Auch im Bereich kritischer Infrastruktur seien keine Drohnen gesichtet worden, sagt Wild. Die Polizei lege keine Verbotszonen für Drohnen fest, betont die Polizeisprecherin. Allerdings können die Beamten ein zeitlich befristetes Flugverbot über größeren Veranstaltungen beantragen, sagt Wild.
Drohnenflüge über Nordbayern: Behörden verzeichnen 37 Verstöße
Der Polizei sind also keine Drohnensichtungen in Regensburg bekannt. Im Großraum Nordbayern gab es allerdings sehr wohl welche, teilt das zuständige Luftamt mit. Einer Sprecherin zufolge wurden im laufenden Jahr 37 Verstöße zur Anzeige gebracht – das gilt allerdings für den gesamten Bereich, in dem das Luftamt Nordbayern zuständig ist. Und der ist groß: Zum Gebiet zählen die Regierungsbezirke Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken – und die Oberpfalz. Eine Auswertung auf Landkreisebene erfolge nicht, teilt eine Sprecherin der Behörde mit. Nur so viel: In der einzigen Drohnenverbotszone im Landkreis Regensburg, also dem Zipfel des Truppenübungsplatzes Hohenfels, wurden keine Verstöße festgestellt.

Die Verfolgung der Drohnen-Verstöße obliege indes dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF), teilt das Luftamt Nordbayern mit. Eine MZ-Anfrage beantwortet das BAF lediglich allgemein und verweist wieder zurück an das Luftamt Nordbayern, das für Verstöße in und um Regensburg zuständig sei. Der deutsche Behördendschungel scheint vom Thema Drohnen allem Anschein nach noch ein wenig überfordert zu sein.
Drohnenflüge in Regensburg: Piloten müssen sich zum Teil bei der Stadt anmelden
Zurück nach Regensburg: Mit ihrer mittelalterlichen Silhouette ist die Stadt ein beliebtes Ziel für Drohnenpiloten, die Bilder schießen wollen. Es darf allerdings nicht jeder einfach so abheben, betont Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra. „Eine Erlaubnis der Abteilung Sondernutzung der Stadt Regensburg ist erforderlich, wenn Start oder Landung auf öffentlichem Grund erfolgen.“ Zudem sei es wichtig, dass die Drohnenpiloten niemanden gefährden oder belästigen.