Lückenschluss im Regental: Startschuss für die neue Fahrradbrücke bei Marienthal

„Was lange währt, wird endlich gut“ – mit diesen Worten brachte Regenstaufs Bürgermeister Josef Schindler auf den Punkt. Rund 20 Jahre nach dem Planfeststellungsbeschluss fiel nun der Startschuss für den Bau der Fahrradbrücke bei Marienthal, die den rund 1,6 Kilometer langen Lückenschluss im Regentalradweg zwischen Marienthal und Stefling herstellen wird.
Bisher mussten Radfahrer auf diesem Abschnitt auf die Staatsstraße 2149 ausweichen. Auf der Regenstaufer Seite ist der Radweg bereits seit 2007 bis Marienthal durchgehend befahrbar – künftig wird die neue Brücke die Verbindung auf die Nittenauer Seite schaffen und damit die Verkehrssicherheit und Attraktivität des Fernradwegenetzes in Bayern deutlich erhöhen.
„Nachhaltige Mobilität“
„Wir setzen hier ein wichtiges Zeichen für nachhaltige Mobilität und Verkehrssicherheit und fördern zugleich die Attraktivität der Region“, erklärte Tobias Bäumler, Behördenleiter des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach. Auch Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Wüst, der in Vertretung des bayerischen Verkehrsministers Christian Bernreiter sprach, hob hervor:
„Wir verbessern die Radinfrastruktur in Bayern weiter. Mit dem Radweg zwischen Marienthal und Stefling schließen wir eine Lücke im Radwegenetz und schaffen eine sichere Verbindung. Damit wollen wir noch mehr Menschen motivieren, im Alltag und in der Freizeit das Rad zu nutzen.“

Das Projekt wird über das Bundesprogramm „Stadt und Land“ zur Radverkehrsförderung finanziert. Von den rund sechs Millionen Euro Gesamtkosten trägt der Bund 75 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
Die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium Martina Englhardt-Kopf bezeichnete den Lückenschluss als „Stärkung für die Heimat“. Er sei nicht nur für die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort von großer Bedeutung, sondern auch für Besucherinnen und Besucher, die gerne ins Regental kommen. Peter Aumer nannte den Regentalradweg „einen der schönsten in ganz Bayern“. Auch Nittenaus Bürgermeister Benjamin Boml zeigte sich erfreut: „Es ist schön zu sehen, dass nun Bewegung in das Projekt gekommen ist. Heute geht es endlich los – Vertrauen und Beharrlichkeit haben sich gelohnt.“ Zugleich äußerte er den Wunsch, dass die traditionellen Zillenfahrten über den Regen auch nach Fertigstellung der Brücke fortgeführt werden können.
Wandern über den Regen
Neben der besseren Radverkehrsanbindung wird die neue Brücke auch das Naherholungsgebiet im Regental aufwerten. Bürgermeister Schindler betonte, dass künftig Spaziergänger ihr Auto beispielsweise in Hirschling abstellen und auf der einen Regenseite bis Marienthal wandern können, um dort über die Brücke zurückzukehren – unabhängig von der Zillenfahrt, die derzeit nur am Wochenende angeboten wird. „Und einkehren kann man am Wochenende in Marienthal auch wieder“, fügte er mit einem Lächeln hinzu.
Der Markt Regenstauf hat zudem ein Stück zur Umsetzung beigetragen: Das rund 300 Quadratmeter große Grundstück, das für den Brückenbau benötigt wird, konnte aus dem Areal übernommen werden, das einst von den Erben Max Wittmanns erworben wurde.
Bereits in der kommenden Woche beginnen die ersten Arbeiten: Für die Baustellenerschließung wird der bestehende Waldweg ab der Kreisstraße SAD 1 ausgebaut. Die eigentlichen Brückenbauarbeiten sollen im Frühjahr 2026 starten. Die Fertigstellung und Freigabe des neuen Radweges sind für das Jahr 2027 vorgesehen.
Vollsperrung ist notwendig
■ Bauwerk: Geplant ist eine Schrägseilbrücke mit Spannweite von 75 Metern und zwei 13 Meter hohen Pylonen.
■ Sperre: Hierfür muss die Staatsstraße teilweise halbseitig mit LSA-Regelung und tageweise sowie für einen Zeitraum von etwa einer Woche voll gesperrt werden.
■ Einschränkungen: Die Zeiträume, in denen Eingriffe in die Staatsstraße nötig sind, sind nach aktuellem Stand wie folgt geplant: Februar, zweiwöchige halbseitige Sperrung, Juli/August einwöchige Vollsperrung, August/September fünfwöchige halbseitige Sperrung, Anfang November zwei Tage Vollsperrung, Ende November/Anfang Dezember zwei Tage Vollsperrung sowie Januar 2027 ein Tag Vollsperrung.