Mit Beton und Stahl: Was Regensburger Weihnachtsmarkt-Veranstalter für Sicherheit tun

Von Juliana Ried · 1. November 2025 um 05:00

Die ersten Christkindlmarkt-Buden standen am Freitag schon auf dem Neupfarrplatz in Regensburg, weitere Standorte waren mit rotem Klebeband markiert. Am letzten Oktobertag begann der Aufbau für den städtischen Markt, andere Veranstalter stehen kurz davor oder sind schon weiter. Die Sicherheitskonzepte aber sind fertig: Ihnen ist geschuldet, dass sich Besuchern der adventlichen Märkte in diesem Jahr der eine oder andere ungewohnte Anblick bieten wird.

Video ansehen

Auf dem Neupfarrplatz verkaufen ab 24. November 68 Beschicker weihnachtliche Waren, Kunsthandwerk, Glühwein, Knackersemmeln und Co.; die Stadt erwartet 300.000 Besucher. Was die Sicherheit angeht, hält sie sich weitgehend bedeckt. Sprecherin Juliane von Roenne-Styra verrät nur: „Es werden unter anderem wieder große Betonquader im Umfeld des Christkindlmarkts aufgestellt.“

Stadt kauft Armis-One-Zufahrtssperren für die Dulten

Zwar will die Stadt für rund 90.000 Euro zwei Armis-One-Zufahrtssperren aus Stahlmodulen kaufen, wie von Roenne-Styra bestätigt. Allerdings erst für die Dulten, für die das System in diesem Jahr angemietet wurde. „Die Witterung im Winter setzt möglicherweise der Mechanik zu und mindert die Bedienungsfreundlichkeit.“

Die Stadt will auch Armis-One-Zufahrtssperren kaufen – allerdings nicht für den Christkindlmarkt - Foto: Sven Hoppe/dpa

Auf eine andere Lösung setzt der Förderkreis Regensburger Kunsthandwerk, der am Kohlenmarkt und Haidplatz den am 28. November beginnenden Lukreziamarkt veranstaltet. Förderkreis-Vorständin Julia Jung sagt: „Wir haben uns für Indutainer entschieden.“ Die wassergefüllten Fahrzeugsperren aus textilem Material für circa 4000 Euro sollen die ab Mitte November entstehenden Budendörfer mit 45 Kunsthandwerker- und elf Imbissständen abschirmen.

Dazu kommen ein bis zwei Fahrbahntrenner. „Die Stadt hat ein Sicherheitskonzept verlangt, das war neu“, erzählt Jung. Ein Sicherheitsdienst war auch bisher unterwegs auf dem Markt, aber diesmal habe die Stadt Einfahrtssperren gewünscht. Für den Verein, der keine Gewinne erzielen darf, sei es „ein bisschen schwierig“ gewesen, binnen weniger Wochen eine passende Lösung zu finden, die Polizei beriet ihn dabei. Um die Optik kümmern sich die Kunsthandwerker selbst. „Wir wollen das Ganze noch schön gestalten“, kündigt Jung an.

Manche Märkte sind hinter Mauern und Toren

Andere Advents- und Weihnachtsmärkte in der Stadt sind von Haus aus abgeschirmt, weil sie hinter Mauern und Toren stattfinden. Das gilt auch für den am 21. November beginnenden Romantischen Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis. Veranstalter Peter Kittel sagt dennoch, er habe sein Sicherheitskonzept „deutlich verstärkt“; es koste ihn einen hohen sechsstelligen Betrag. Auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, auf dem es im vergangenen Jahr zu einem Fahrzeug-Angriff mit fünf Todesopfern kam, habe es eine „krasse Sicherheitslücke“ gegeben. „Inspiriert von dieser Situation haben wir noch mal ein Annäherungshindernis eingebaut.“ Er lasse Zufahrtssperren mit Stahlseilen bauen, die robuster seien als Modelle vom Typ Armis One. Für seine „Defender“ gelte: „Da bleibt ein Panzer hängen.“ Auch personell habe er „stark hochgerüstet“, Videoüberwachung gab es bisher schon. Die etwa 125 Buden stehen bereits, Kittel rechnet mit circa 250.000 Besuchern. Die sollten auf dem Markt ein paar Stunden ohne Sicherheitsbedenken durchatmen können, sagt er.

Andere Veranstalter setzen auf ihr bewährtes Sicherheitskonzept. Stadtmaus-Geschäftsführerin Christine Vogel erzählt, im Spitalgarten sei bereits alles ausgemessen für den Adventsmarkt. „Wir haben Sicherheitspersonal vor Ort, wir haben Entfluchtungsmaßnahmen abgesprochen“, so Vogel, zudem sei die Leitung des „ruhigen und harmonischen“ Markts dort präsent. „Ich möchte, dass die Menschen den Advent bei uns genießen können. Wir freuen uns auch schon.“ Am 24. November soll es in Stadtamhof losgehen.

Bereits am 20. November eröffnet der Gräfliche Christkindlmarkt im Dörnbergpark. Susanna Piltauer vom Orga-Team berichtet vom Aufbau: „Wir sind schon fast fertig.“ Auch sie baut vor allem auf Security-Personal, Zufahrtssperren seien nicht nötig. „Zu uns kann man nicht reinfahren.“