Nordvariante einer Umgehung bei Offenstetten ist realistisch

Endlich gibt es Klarheit über eine mögliche Umgehung der Ortsdurchfahrt im Abensberger Ortsteil Offenstetten beziehungsweise die Chancen für einen Tunnel unter dem Ort. Doch die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie dazu werden nicht jedem in der Stadt gefallen.
Die einzige Variante, die grünes Licht seitens des Staatlichen Bauamts bekommt, ist laut Tobias Lindner, Planer in der Abteilung Straßenbau, eine ortsnahe nördliche Umgehung, die nicht weit von beiden Ortsteingängen wieder in die Staatsstraße einmünde und rund drei Kilometer lang sei. Sie würde bis zu hundert Meter an die derzeitige Bebauung heranreichen.
Lindner und Kollegen aus der Behörde trugen am Donnerstagabend 90 Minuten lang die Ergebnisse der Studie im Stadtrat vor. Da eine Umgehung seit Jahren auf der Ausbauliste der Baubehörde stehe, sei die Studie möglich gewesen, für die der Staat nach seinen Worten eine Summe im höheren fünfstelligen Bereich ausgegeben hat.
Entscheidend sei für seine Einschätzung eine Kosten-Nutzen-Rechnung, nach der allein diese Variante zu verfolgen sei. Auf welche Weise diese Bewertung genau zustande kam, verriet er nicht. Allerdings wurden nach seinen Worten verschiedene Faktoren untersucht. Mit 18 Millionen Euro an Kosten wäre diese Lösung deutlich billiger als alle anderen Varianten, die untersucht wurden.
10.000 Fahrzeuge weniger
Gleichzeitig sei ihre Wirksamkeit von den anderen Varianten nicht zu schlagen. Laut einer Verkehrszählung aus 2024 fahren werktags bis zu 12.500 Fahrzeuge durch Offenstetten. In zehn Jahren könnten es 15.000 sein. Die ortsnahe Nordvariante würde die Ortsdurchfahrt um 10.000 Fahrzeuge entlasten. Lärmbelastungen für einen Teil der Offenstettener wären dagegen nicht zu vermeiden – eben so wenig Auswirkungen auf die Umwelt. Die Trasse würde durch das Wasserschutzgebiet verlaufen, dem aber baulich begegnet werden könnte. Negative Einflüsse auf die nahen FFH-Gebiete seien nicht auszuschließen.
Fritz Zeilbeck (LWO) merkte an, dass die Lärmbelastung nur innerhalb des Orts verlagert würde. Ähnlich sieht es Simon Steber (Junge Liste), der befürchtet, dass diese Variante noch mehr Offenstettener negativ betrifft als die jetzige Ortsdurchfahrt. Ingrid Galle-Brandl (LWO) betonte, dass es nicht nur um Lärm, sondern auch um die Sicherheit für Kinder im Ort gehe. Und da wäre die Umgehung schon hilfreich.
Bevölkerung in Offenstetten muss zustimmen
Steber und Bürgermeister Bernhard Resch (LWO) waren sich einig, dass man das Projekt nur umsetzen wolle, wenn es ein klares positives Votum der Offenstettener Menschen dazu gebe. Auf welche Weise man das aber erfragen solle, vermochte der Rathauschef in der Sitzung nicht zu sagen.
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Der Traum von einer Tunnellösung, um die Verkehrsprobleme von Offenstetten zu lösen, löst sich jedoch allem Anschein nach in Luft auf. Lindner betonte, dass man diese Variante intensiv geprüft habe. Und sie wäre auch ähnlich wirksam wie die favorisierte Nordumgehung. Allerdings würde dieses Vorhaben 149 Millionen Euro kosten. Dazu kämen jährliche Betriebskosten, die im Detail noch nicht feststünden.
Baustelle für Tunnel unter Offenstetten kaum realistisch
Das sei aber noch nicht alles. Eine Baugrunduntersuchung habe schwierige Bodenverhältnisse ergeben. Außerdem stehe das Grundwasser hoch an – das brächte zusätzliche Probleme. Dazu befänden sich unter der Straße zahlreiche Versorgungsleitungen und Kanäle. Könnten all diese Schwierigkeiten überwunden werden, hätte Lindner dafür derzeit keine Lösung: Während der mehrjährigen Bauzeit müsste die Ortsdurchfahrt in der gesamten Breite aufgerissen werden. Es gebe noch keine Idee, auf welche Weise die Anlieger dann ihre Grundstücke erreichen sollten.
Laut Lindner habe man außerdem Varianten geprüft, die früher immer wieder genannt worden seien. Etwa eine Verbindung der Staatsstraße 2230 mit der Bundesstraße 16, die deutlich weiter nördlich verlaufen würde. Die wäre über einen Kilometer länger, würde die Ortsdurchfahrt nur um rund 3000 Fahrzeuge entlasten und 30 Millionen Euro kosten. Da sie durch Waldgebiet führen würde, gibt es dazu Minuspunkte in Sachen Umwelt und Natur. Eine mögliche Südvariante wäre noch länger, würde noch einmal zehn Millionen Euro mehr verschlingen und würde durch ein Wiesenbrütergebiet führen.
Sebastian Kneitinger (CSU) bedauerte es, dass es nach wie vor keine Studie für das gesamte Abensberg gebe. Ähnlich äußerte sich Ingrid Galle-Brandl. Sie sprach unter anderem von einer möglichen Verbindung, die parallel zur Traubenstraße laufen könnte. So etwas würde unter Umständen ganz andere Ergebnisse bringen.