Kelheimer CSU nominiert Amtsinhaber Martin Neumeyer erneut zum Landratskandidaten

Von Mittelbayerische Zeitung · 30. Oktober 2025 um 13:46

Mit einem überwältigenden Vertrauensbeweis haben die Delegierten der CSU im Landkreis Kelheim den amtierenden Landrat Martin Neumeyer erneut zum Landratskandidaten nominiert. 98,4 Prozent der gültigen Stimmen entfielen auf den Amtsinhaber, der sich damit einer starken Rückendeckung erfreut.

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Zuvor lobte EVP-Fraktionsvorsitzender Manfred Weber Neumeyer als „Landrat mit Weitblick“, der auch bei schwierigen Themen Führung übernommen hat.

Zugleich beschloss die CSU die 60 Kandidaten umfassende Kreistagsliste für die Kommunalwahl kommenden Jahres. Eine Liste, die wie CSU-Kreisvorsitzende Petra Högl sagte, „Erfahrung, kommunalpolitische Kompetenz sowie Erneuerung vereint und deren Köpfe fest im vorpolitischen Raum verwurzelt sind“.

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In seiner Vorstellungsrede betonte Neumeyer, er wolle „weiter Verantwortung übernehmen. Für einen starken Landkreis mit Zukunft“. Gerade in schwierigen Zeiten brauche es „Mut, Ehrlichkeit und eine Politik der Fakten statt des Wunschdenkens“.

Zugleich warnte er vor „Experimenten“ und erinnerte daran, dass Kommunalpolitik heute mehr denn je Sacharbeit verlange. „Wir müssen über Fakten reden, nicht über Luftschlösser.“ Dem Landkreis stehen bei knappen Finanzen hohe Ausgaben gegenüber: 17 Millionen Euro bei der Jugendhilfe, 2,5 Millionen Euro bei der Schulbegleitung, 14 Millionen Euro an Defizit bei den Krankenhäusern und 38 Millionen Euro an Bezirks-Umlagen.

„Gemeinsame harte Arbeit“

Die Bilanz seiner bisherigen Amtszeit könne sich sehen lassen. „Der Landkreis Kelheim steht gut da“, resümierte Neumeyer. Im bundesweiten Prognos-Ranking aller 400 Kreise und kreisfreien Städte habe sich der Landkreis seit 2019 von Platz 201 auf Platz 81 stark verbessert. Diese Entwicklung komme nicht von irgendwoher, sondern sei das Ergebnis „gemeinsamer harter Arbeit“. Der Landrat führte hierzu die erfolgreiche Ansiedlung dreier Technologietransferzentren in Mainburg, Neustadt/Donau sowie in Kelheim auf.

Im Bereich der beruflichen Bildung konnte eine Fachakademie für Sozialpädagogik und eine Berufsfachschule für Kinderpflege in Kelheim etabliert werden. „Damit sichern wir, dass diese Fachkräfte wohnortnah ausgebildet werden und dann auch bei uns bleiben, wo wir sie für die Kindertageseinrichtungen dringend brauchen.“

Mit dem Weiterbetrieb des neuen staatlichen Gymnasiums in Rohr konnte eine Lösung gefunden werden, die das Bildungsangebot im Landkreis sichere. Diese und weitere Initiativen im Bereich der Infrastruktur und Digitalisierung, die Einführung eines Landkreis-Medizinstipendiums, den Ausbau des ÖPNV mit dem Rufbusangebot KEXI sowie die Entwicklung des Hafens Kelheim zum Wasserstoff-Standort führte Neumeyer auf.

Der Wildenberger EVP-Fraktionsvorsitzende attestiert Neumeyer eine Politik, die „Mut hat und die gestaltet“. CSU-Kreistagsfraktionschef und Bürgermeister Michael Raßhofer würdigte Neumeyer als jemanden, „der Probleme nicht nur beschreibt, sondern anpackt“. Rebecca Liedl aus Neustadt hob in der Vorschlagsrunde des Landratskandidaten hervor, dass Neumeyer ein Landrat sei, „der schwierige Themen sachlich angeht und Verantwortung übernimmt“.

Deutlich Stellung bezog Högl bei der Aufstellungsversammlung zur jüngsten Kritik der Freien Wähler und deren Landratskandidaten Christian Nerb. „Auch im Wahlkampf sollte man bei der Wahrheit bleiben. Falsches wird nicht richtig, nur weil man es regelmäßig herauspoltert“, stellte sie klar. Die CSU wehre sich entschieden gegen Unterstellungen und Halbwahrheiten.

Högl: „Aussagen sind respektlos“

Deutliche Worte fand die CSU-Vorsitzende auch gegenüber der pauschal geäußerten Kritik zweier ehemaliger Mitarbeiter des Landratsamts, die nun für die Freien Wähler auf der Kreistagsliste kandidieren. „Die öffentlichen Aussagen ehemaliger Führungskräfte, im Landratsamt herrsche Chaos und niemand arbeite dort gern, entbehren jeder sachlichen Grundlage. Sie sind nicht nur respektlos, sondern auch ein Affront gegenüber den über 600 engagierten Beschäftigten des Landkreises und eine Herabwürdigung einer leistungsfähigen Verwaltung, die täglich für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis ihr Bestes gibt.“

Breite Zustimmung gab es von den Delegierten auch für die von CSU-Kreischefin Högl vorgestellte 60-köpfige CSU-Kreistagsliste. Nach Neumeyer führt Petra Högl die Liste an, gefolgt von Manfred Weber, dem Langquaider Bürgermeister Herbert Blascheck und der Rohrer Bürgermeisterin Birgit Steinsdorfer.