Treffpunkt im Naherholungsgebiet: Hemau erfüllt Jugendlichen einen Wunsch

Von David Santl · 30. Oktober 2025 um 11:00

Ein ungestörter Treffpunkt, an dem Jugendliche weitgehend sie selbst sein können: Dieser Wunsch ist in Hemau (Landkreis Regensburg) nicht neu. Schon bei einem Jugendforum vor drei Jahren kristallisierte sich dieses Thema als größtes Anliegen junger Leute heraus. Und auch bei einer Umfrage unter Jugendlichen, die am Dienstag im Stadtrat vorgestellt wurde, stand eine solche Freifläche ganz oben auf der Wunschliste. Nun gibt es gute Nachrichten.

„Den Wunsch können wir zeitnah erfüllen“, kündigte Bürgermeister Herbert Tischhöfer (CSU) an. Denn vor kurzem starteten bereits die Bauarbeiten für das Naherholungsgebiet zwischen Volksfestplatz und Waldfriedhof. Dort soll es sowohl Ruhezonen als auch Actionflächen geben – und einen großen Abenteuerspielplatz mit 35 Spielgeräten für jedes Alter.

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Bereits im Frühsommer 2026 soll der Spielplatz eröffnet werden. Die Freifläche könnte eine Ergänzung zum Waldbad sein, das laut der Umfrage aktuell der Lieblingsort junger Leute in Hemau ist – von Treffen im Privaten einmal abgesehen. Der Jugendbeauftragte des Stadtrats, Markus Huber (CSU), konnte aber noch von anderen Wünschen berichten, die die 289 Umfrageteilnehmer zwischen zwölf und 21 Jahren umtreiben: einen Nachtbus zum Beispiel, eine öffentliche Grillstelle oder auch ein Jugendstadtrat oder eine Jugendsprechstunde beim Bürgermeister. Und auch ein Schwimmbad, eine Disco, ein Fast-Food-Restaurant oder eine Kletterhalle stehen hoch im Kurs – auch wenn solche Wünsche wohl deutlich schwerer umzusetzen sind.

Doch die Umfrage macht klar: Junge Leute in Hemau wollen mitreden. „Mit 28,4 Prozent haben wir eine beachtliche Teilnehmerquote“, lobt Markus Huber. Und noch eine Zahl aus der Umfrage sorgte für Zufriedenheit im Stadtrat. Bei der Frage, wie sich Jugendliche wohl fühlen, vergaben sie im Schnitt 3,87 von fünf möglichen Sternen. „Das ist ein sehr guter Wert. Vieles läuft bei uns also schon richtig“, konstatiert Huber. Das Thema Mobilität gehört allerdings eher nicht dazu. Die meisten sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs oder lassen sich fahren.

Mobilität ist ein Problem

Gerade an den Wochenenden, auf dem nächtlichen Rückweg von einer Party, kann es allerdings zu Problemen kommen. „Mit unserem On-Demand-Verkehr Elma haben wir schon viel verbessert. Die Jugendlichen wollen aber natürlich auch am Wochenende und nachts unterwegs sein. Das können wir leider im Moment nicht lückenlos abdecken“, so Tischhöfer. Immerhin findet sich meist irgendeine Lösung: Über 80 Prozent gaben an, nie oder nur gelegentlich mangels Fahrgelegenheit auf Freizeitaktivitäten verzichten zu müssen. In Zukunft soll es eine solche Jugendumfrage regelmäßig geben, ungefähr alle drei Jahre. In der Zwischenzeit will die Stadt Jugendforen abhalten.

Um Zahlen ging es auch in einem weiteren Tagesordnungspunkt – bei der Überarbeitung der Satzung über die Hausnummerierung. Hier gebe es geringfügige Änderungen, informierte Bürgermeister Tischhöfer. Die Stadt teile Hausnummern zu und Eigentümer seien verpflichtet, das Nummernschild der Stadt anzubringen.

In der Praxis funktioniert das allerdings nicht immer, monierte Stadtrat Franz-Xaver Ziegaus (Freie Wähler). Aus Gesprächen mit einem Rettungsdienst-Fahrer wisse er, dass dies durchaus zu Problemen führen könne. Das stieß auch bei Tischhöfer auf Unverständnis. „Im Zweifel geht es hier doch um die eigene Sicherheit“, sagte er.

Gute Nachrichten gibt es dagegen vom On-Demand-Verkehr Elma. Dieser entwickle sich erfreulich, informierte der Bürgermeister. Der Kostendeckungsfehlbetrag sei weitaus geringer als erwartet. Ab Ende 2026 soll der Bus außerdem am Wochenende unterwegs sein. Außerdem teilte Tischhöfer mit, dass der Mobilfunkmast in der Mulzerkurve bei der Kelheimer Straße auf 5G umgerüstet werden soll.

Splitter aus der Stadtratssitzung:

Zuschuss: Der Modellbauclub Hemau stellte einen Zuschussantrag für die Dachsanierung des Vereinsheims am Flugplatz. Hierfür sind 20 Prozent als Vereinsförderung vorgesehen. Der Stadtrat stimmte einstimmig dafür. Die Auszahlung erfolgt 2026.

Windkraft: Der Stadtrat beschäftigte sich mit den Windkraft-Plänen der Stadt Dietfurt. Im Bereich der Grenze zu Hemau, in der Nähe von Albertshofen, sollen zwei Windräder entstehen. Aus Sicht des Stadtrats gibt es keine Einwände dagegen.